„Du siehst nur das was du erkennst“


Schafft Realität Wahrnehmung oder
kreiert Wahrnehmung Realität?
 

  • Was sehen und erkennen wir?
  • Was hören und verstehen wir?
  • Was fühlen und begreifen wir?
  • Wie nehmen wir unsere Welt wahr?

 

we don´t see things as they are;
we see things as we are

(Talmud)

Und dies Prinzip nutzt die Werbebranche unsere Aufmerksamkeit entlang unseren Bedürfnissen zu steuern.  Neuromarketing kennt die subtile Techniken, um unser Kaufverhalten  beim simplen Gang durch den Supermarkt auf allen Ebenen zu beeinflusst. Und sie sprechen alle unsere Sinne an und unsere Wahrnehmung ist manipulierbar.  Der Mensch bildet in seinem Kopf nicht die Wirklichkeit ab, wie der Fotoapparat auf einem Film, sondern er konstruiert sich seine Wirklichkeit. Was wir sehen und erkennen hängt von unseren Erwartungen und Erfahrungen ab.

Nehmen wir z.B. die Bilder des niederländischen Grafikers Maurits Cornelius Escher, die Treppen die hinauf, aber nirgends hinführen und doch meinen wir die Bilder in der Tiefe wahrzunehmen. Unsere Wahrnehmung spielt uns einen Streich, sie ist nicht zuverlässig. Sie bildet die Realität nicht 1:1 ab, sie liefert uns eine Illusion, ein Bild wie wir und was wir sie sehen möchten.

Zuverlässigkeit ist eigentlich kein psychologisches  Persönlichkeitsmerkmal, es beschreibt eine technische bzw. methodische Qualität und doch benutzen wir es, um menschliches Verhalten zu qualifizieren. Zuverlässigkeit ist keine der platonischen Tugenden. Wankelmütige Menschen sind uns suspekt, wir hüten uns vor ihnen. Zuverlässigkeit  bestimmt unser Zusammenlebens, sie wird gleichgesetzt mit Vertragstreue und ist in unserem Wirtschaftsleben essentiell und keiner würde von sich selbst behaupten er sei unzuverlässig. In keinem CV würde einer seine Unzuverlässigkeit, als die Kehrseite seiner Produktivität darstellen. Unzuverlässigkeit gilt als ein Risikofaktor.

Doch wir müssen bei der Beurteilung der Welt auf ein System zu greifen, welches alles andere als zuverlässig ist. Unser Wahrnehmungssystem ist wankelmütig.

Unsere Handeln und wie wir uns in bestimmten Situationen verhalten wird wesentlich durch unser Wahrnehmungssystem bestimmt.

Wir sollen Äpfel nicht mit Birnen vergleichen oder do not compare apples and oranges. Wieso eigentlich – sind sie unvergleichlich?

Doch Obst ist Obst. Und richtig es geht um die Sichtweise, die Perspektive aus der wir unsere Wahrnehmung steuern. Von der Erde aus gesehen, geht die Sonne am westlichen Horizont unter. Doch wir haben alle gelernt, unsere Sonne ist ein Fixstern und wir bewegen uns um die Sonne, doch das Bild in unserer Sprache hat diesen Erkenntnisstand  nicht mit voll zogen. Weiterhin geht die Sonne auf und unter. Eine verzerrte Wahrnehmung – unzuverlässig.

Erfolgreiche Psychotherapien arbeiten mit dem Reframing, dem Perspektivenwechsel, um ihren Klienten die Wahrnehmung zu erweitern und die fixierte Vorstellung durch eine erweiterte zu ersetzen. Was wird aus Schwarz vor einer schwarzen Wand? Was aus Rot, vor einem blauen Hintergrund? Woran erkennen wir die Unzuverlässigkeit unserer Wahrnehmung?  Auf alles was wir wahrnehmen reagieren wir mit einer Bewertung! Wir interpretieren und je nach Stimmung und Erfahrung, färben wir quasi die Wahrnehmung ein, mal rosa und mal trüber. Schon seit den 30 iger Jahren des letzten Jahrhunderts war uns dieses Phänomen der unzuverlässigen Wahrnehmung bekannt.

Wir sollten uns, in der Konsequenz nie so sicher sein, wie wir oft vorgeben, weder die optische, noch die auditive Wahrnehmung ist zuverlässig. Optische Täuschungen sind nicht die Ausnahme. Wir irren uns voran und erst das Gespräch, der Dialog mit dem Anderen gibt uns Sicherheit. So wird mit der Anzahl der Wahrnehmungen unsere Urteilsfähigkeit nicht schlechter. Das was sich uns abbildet, was wir abhören und abtasten ist eine Illusion.

Durch den Kontrast, sehen und hören wir besser. Die Corpora Amygdala leitet uns – erst  kommt das Gefühl und dann durch die vergleichende Rückkopplung wird aus dem Gefühl Gewissheit und Wissen.

Ob wir nun hören, sehen, riechen, schmecken oder ertasten – wir interpretieren. Alles ist Interpretation. Wir können in dem Bild eine junge oder eine alte Frau erkennen, beide können wir nicht gleichzeitig erkennen – der Alles-oder-Nichts-Effekt. Es kostet Überwindung das Sowohl-Als-Auch zu denken und das ist anstrengend. Kommunikation ist Arbeit und verbraucht Energie.

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