Maghrebinische Inspiration


 

Die Ereignisse sind inspirierend…

Tunesien, Ägypten und die Frauen Italiens,
die Bürger in Persien und auf der
arabischen Halbinsel..

Demokratie erwacht, „we see you“…shayfeen

Die ersten beiden Wintermonate dieses Jahres haben Geschichte geschrieben. Die Menschen im Maghreb haben in Chören ihren Despoten zu gerufen „the game is over“. Wir sind von diesen Aufständen auf den Straßen und Plätzen in Tunesien und Ägypten überrascht worden. Doch die klugen und wachen Menschen z.B. in Ägypten kämpfen seit Jahren (2005, Abstimmung über eine Verfassungsänderung, §76) gegen die Armut, gegen die Korruption und gegen die rechtliche Willkür in ihren Heimatländern. Seit über 65 Jahren ist Ägypten eine Militärdiktatur, es herrscht der andauernder Ausnahmezustand, weil eine korrupte Elite ein 80 Millionen Volk, das in bitterer Armut leben muß, ausbeutet.

Wieso hat Hosni Mubarak das Vertrauen seines Volkes verspielt? Und wieso glaubten die Demonstranten auf dem Tahrir Squarer seinen letzten beiden Reden nicht mehr? Er bat noch einmal um Aufschub und eine Übergangszeit von 9 Monaten, um sein Haus in Ordnung zu bringen, um einen geordnet Übergang zu garantieren. Doch das Volk hat den Worten seines Pharao nicht mehr geglaubt, zu oft hat er seine Versprechen gebrochen und das Gegenteil getan. Die Menschen aus allen Schichten der Gesellschaft waren es leid, sich nochmals auf seine Versprechen einzulassen.

Drei engagierte Frauen, eine kettenrauchende Marketingleiterin, eine Universitätsprofessorin und eine Nahrichtensprecherin haben sich 2005 auf den Weg gemacht und eine Initiative >shayfeen“ (=wir sehen Euch) ins Leben gerufen. Shayfeen.com hat sich zum Ziel gesetzt, die demokratische Kultur in allen Lebensbereichen Ägyptens zu födern und zu stärken.

Phönix hat eine Dokumentation zur Arbeit von Shayfeen, die ursprünglich auf Arte ausgestrahlt  wurde, aus aktuellem Anlass, am heutigen 15. Februar erneut ausgesendet.

Demnach war der revolutionäre Umbruch, der Ruf nach mehr Demokratie logisch und überfällig. Nur unsere Sprachlosigkeit muß uns überraschen, denn sie offenbart unser Desinteresse für die Lebenssituation anderer und das quasi in unserem Vorgarten. Wer glaubt, die soziale Ungerechtigkeit und Armut in Afrika sei weit weg, der irrt. Wir sind überrumpelt worden, weil wir die Augen vor der sozialen Realität verschlossen haben. Tui und Konsorten haben uns Ägypten als billiges Urlaubsland verkauft – wie das möglich war, wollten wir nicht wissen. Auch unser liberaler Aussenminister, war noch zum Jahreswechsel in Ägypten und hat nichts von alledem wahrgenommen.

Die Systeme der Gerantokraten in den Maghrebstaaten hat mit ihren süßen Bündnis-Reden, allen westlichen Regierungen Wüstensand in die Augen gestreut. Bitter, wenn wir uns dabei, unserer eigenen Rolle kritisch bewußt werden. Mit der Unterstellung, die unsere Regierung und auch unser Außenminister bedient, „niemand hätte das vorhersehen können“ belügen wir uns selbst, denn die soziale Armut war unübersehbar. Wir haben uns nicht interessiert.

Mit dem Wissen aus dieser Dokumentation und im Licht der aktuellen Ereignisse verstehen wir, wie zynisch und arogant der Pharao war, wie brutal das Regime gegen seine Bürger vorging und wie das System der Militärdiktatur mit den Mitteln der Unterdrückung das Ägyptische Volk beherrschte.

Mubarak hat bis zu letzt geglaubt, mit den alten Tricks das ägyptische Volk unter seine Knute bringen zu können, manche brutalen Bilder vom 28. Januar, mit den gedungenen und berittenen Schlägertrupps, haben uns dies suggerieren wollen – doch der Widerstand und Mut der Frauen und Männer Ägyptens, war am Ende zäher und stärker.

Letztlich zeigt Die Dokumentation, was unsere Außenpolitiker, in den letzten 5 Jahren, hätten tun sollen und was sie versäumten, bewußt oder unbewußt. Die Demokratiebewegung in Ägypten hat ihre Wurzeln u.a. bei diesen engagierten und zähen Frauen, die ihre Augen nicht vor der unerträglichen Armut und sozialen Lage der Massen in Ägyptern verschließen wollten. Doch seht selbst:

Meet the trio:

Engi Haddad, a chain-smoking, husky-voiced marketing manager; Bosayna Kamel, a well-known TV news reporter; and Ghada Shahbandar, a university professor. Against the backdrop and momentum of the Kifaya (Enough!) protest movement, these powerful women came together to found Shayfeen.com, a Web site and on-the-ground effort to witness and record the reality of the Egyptian first multi-party election. As journalist Boysana says, their goal was to bring the „real“ news to the people, not „their“ news. We are Watching You (more)

English version of the video ’shayfeen‘ (more)
Information about the extraordinary role
of three tough women inside the Egyptian opposition (more)

In 2005, President Hosni Mubarak announced that Egypt would hold its first multiparty presidential elections in twenty four years. Egyptian opposition parties were skeptical of the legitimacy of the reforms, and began to demonstrate- but protests were quickly crushed by the police. Outraged by police brutality, three women decided that they could not remain silent. Bosayna Kamel is a prominent Egyptian newscaster. Engi Haddad is a politically savvy media analyst with government connections. Ghada Shahbandar is a devoted university professor. Together, they formed an activist group called Shayfeen.com- in Arabic: We’re Watching You. Bosayna, Engi, and Ghada took video cameras to polling stations and protests all over Egypt. They worked to inform and energize the populace to stand up for their rights. They produced short films and organized rallies to promote their ideas of democracy. They met with unemployed demonstrators, prisoners, and with George Bush at the United Nations.

„Egypt: We’re Watching You“ chronicles Bosayna, Engi, and Ghada’s struggles and victories through two years of grassroots democracy building. It shows the personal and professional challenges of devoting yourself to a cause that lands many people in prison. It’s a snapshot of the complexity of the political system in the Middle East, and the complications that „democratic reforms“ can bring. The film investigates what is means to encourage fair elections in a turbulent country where fundamentalism has large popular support. „Egypt: We’re Watching You“ is a firsthand look into fighting for a democracy from the ground up.

Interviev with Dr. Nawal el-Saadawi about the role of women in the revolution (more)

 

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