Supply-Change-Management


„Die Mächtigen sind die besseren Lügner“

via Harvard Business manager , vom 15.02.2011
Die Mächtigen sind die besseren Lügner, ihnen der Lüge zu überführen ist außerdem schwieriger, so Dana Carney.
Sie ist Assistant Professor für Management an der Columbia University. Carney erforscht, wie Menschen soziale Urteile fällen und Entscheidungen treffen. (das ganzes Interview hier)

Zu diesem Artikel lieferte mir tags drauf unser Verteidigungsminister, ein außergewöhnlich illustratives Beispiel, wie ein amtierender Minister und  promovierter Jurist mogelt. Es ist für uns alle eine Lehrstunde, wie ein Mitglied unserer politischen Elite mit eigenen Fehlern verfährt. Er nennt „absdrus“, was andere mit Fakten belegen können, denn KT zu Guttenberg hat in seiner Promotion, aus dem Jahr 2006, mehrfach und wiederholt von anderer Autoren abgeschrieben und die dazu gehörigen  Quellen unterschlagen.
Seit dem 17.02. wird Guttenbergs Dissertation in einer kollaborativen Dokumentation im Internet auf Plagiate hin überprüft und gefundene Stellen aufgelistet, GuttenPlag by Wikia.

Stand 17.02.2011

In einem Spiegelartikel >„Im Netz der Plagiat Jäger“ < vom 19.02.2011 wird diese Aufklärungsarbeit aus dem sozialen Netzt beschrieben. Darin listen die Autoren minutiös auf, wo der Minister abgeschrieben hat und wo er die Quellen verschweigt, so hat er selbst für die Einleitung seiner Dissertation keine eigenen Worte gefunden, sonder übernimmt die Formulierung aus einem Artikel der FAZ, ohne diesen entsprechen zu kennzeichnen. In den darauf folgenden Tagen finden sich immer weitere Stellen, wo er die Quellen seiner Texte nicht ausrechend belegt.

..“(..)Der grösste Stilbruch findet sich zwischen dem Vorwort und dem gesamten Rest des Textes. Das Vorwort ist so unleserlich chaotisch in seiner logischen und sprachlichen Struktur (“Kairos der Fertigstellung”) (Originaltext zum Anhören auf YouTupe, gesprochen von Mathias Bösche und vor 2 Jahren aufgezeichnet), dass es bereits bei Erscheinen der Arbeit Anlass zu ironischen Rezensionen gab. Der Rest der Arbeit ist dagegen erstaunlich lesbar, und gerade die subtilen Bearbeitungen des Plagiators zeigen (neben einer Neigung zur längeren Phrase), ein hervorragendes Verständnis für sprachliche Nuancen und die Logik des Textes. Es wäre also nicht überraschend, wenn sich das Vorwort als einziger genuiner Beitrag des “Autors” herausstellt.(..)“ aus GuttenPlag, Argumente zur Ghostwriter-These.
Der original Artikel:“Das Experiment einer großräumigen Republik„, den er in seiner Einleitung verwendete, erschien 1997 in der FAZ und stammt von Frau Dr. Barbara Zehnpfennig.

 

 

 

 

 

 

 

Seiten, auf denen Plagiate gefunden wurden (schwarz). Das Inhaltsverzeichnis (Seiten 1-14) und Anhänge ab Seite 408 (blau) wurden bei der Berechnung der Prozentzahl nicht einbezogen. Seiten mit Plagiaten mehrerer Quellen sind rot dargestellt.

Schauen Sie sich das Video an. Was fällt ihnen auf? Woran denken Sie und was für Gefühle stellen sich bei ihnen ein? Es lohnt sich auch ein vergleich mit anderen Presserklräungen Guttenbergs. Der Unterschied ist evident. Haben sie es erkannt?

  • ZDF Mediathek :Guttenberg weist Plagiat Vorwürfe zurück und sorgt für einen Presseeklat, 18.02.2011 (Video)
  • ZDF Mediathek:Plagiat Affäre Guttenberg, 20.02.2011 (Video)
  • Spiegel Online, 18.02.2009 (vollständiges Video)
  • ZDF, Heute Show, „Doktor oder frei daher gelaufener Freiherr?“, Samstag den 18.02.2011 (Video)
  • Die Causa Guttenberg, Heribert Prantel der SZ, „man kann über Fußnoten stolpern und Erbsen stürzen „.
  • Die Nebenwirkungen der Causa Guttenberg oder wie man einen Kommunikationsgau eskalieren läßt (Video zur Bundespressekonferenz 18.02.2011).
  • Letter to Guttenberg „I apologize“ (more by Gonzosophies blog)
  • lesenswerter Text von Oliver Garcia“Guttenberg – der ganze Mann eine Fälschung?“(via delegibus blog) und von Thomas Fuchs „Innocent not in danger: Guttenberg ist kein Raubkopierer“ gleicher Blog.

Kritische Justiz, Nr.1/2011, Seite 112-119 .„(..)Unter dem sperrigen Titel „Verfassung und Verfassungsvertrag. Konstitutionelle Entwicklungsstufen in denUSA und der EU“ hat Karl-Theodor Freiherr zu Guttenberg seine Dissertation publiziert. Er widmet sich darin dem europäischen Verfassungsprozess aus einer rechtspolitischen Perspektive. Zu Guttenberg wurde mit der Arbeit im Jahr 2007 an der Universität Bayreuth mit der Bestnote „summa cum laude“ promoviert. Betreut wurde seine Arbeit von Peter Häberle als Doktorvater, Zweitgutachter war Rudolf Streinz, beide renommierte Staatslehrer und Europarechtler.

Trotz der Aktualität der Fragestellung fristet die Arbeit bislang ein Schattendasein. Neben einer eher zu devoten Rezension in der Zeitschrift „Die Öffentliche Verwaltung “finden sich einige oberflächliche Berichte in der Tagespresse über das Buch, die ihre Analyse im Grunde auf das Vorwort der Arbeit reduzieren.Darüber hinaus ist der Text im Wesentlichen unbeachtet geblieben.(..)“

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