Die Pathogenese der Linken


Demokratischer Sozialismus statt Sozialdemokratie?

Zwei Tage nach dem Bundesparteitag die Linke in Göttingen, wurde ich via Twitter, auf einen lesenswerter Text zum Verhältnis SPD und die Linke von Rudolf Homann aufmerksam gemacht – ich empfehle ihn weiter (Geschichte reloaded? SPD und Linkspartei).

„Es wird sich noch als geschichtlicher Irrtum erweisen, das dem demokratischen Sozialismus zugrunde liegende Ideal die Zusammenfügung von Freiheit, Gerechtigkeit und Solidarität als überholt abtun zu wollen. Manche werden sich noch wundern, als wie abwegig sich ihre Grabgesänge erweisen“.
Willy Brandt (Ein Jahr vor seinem Tod in der FR veröffentlicht)

Mir sind zur Rolle der SPD folgende Gedanken gekommen:

Erstens: Es ist der SPD (West) nicht gelungen nach 1989 die Linken Kräfte unter ihrem Schirm zu vereinigen. CDU und FDP resozialisierten in ihren Parteien alte SED-Kader, der gleichgeschalteten Blockparteien. Diese Kraft der Integration fehlte der SPD West gänzlich, lieber gründete sie eine neue Partei und wieder steht sie an zweiter Stelle. Die CDU und FDP hatte noch nie Skrupel politisch Gefallenen unter ihre Fittiche zu nehmen – wie gut ging es so vielen Altnazis in der CDU, sie wurden sogar Kanzler und Bundespräsidenten.

Zweitens: Die SPD tut sich weiterhin schwer ihre beiden Flügel nicht gegeneinander auszuspielen, sonder als ein Teil des Ganzen zu verstehen – es liegt wohl in der Natur der Sache, dass die Sozialdemokratie lieber die Abspaltung in Kauf nimmt als die Integration.

Drittens: Die SPD grenzt lieber die Linke aus, als dass sie sie umarmt, weil sie lieber dem Gerede über die Regierungsfähigkeit (Pragmatismus/Realpolitik) folgt und sich lieber in der Rolle des Vize generiert. Die Affinität zur CDU scheint größer zu sein – Müntereflex – als die Neigung die CDU auszugrenzen, was diesem Land gut tun würde.

Heute fehlt der SPD der  Kristallisationspunkt, die Zentralperspektive, wie sie denn nun wieder das Heft des Handelns in die Hand nimmt und wie Brandt einst verbunden hat, was zusammen geführt werden will. Die neuen Protagonisten der Sozialdemokratie Gabriel, Steinbrück, Steinmeier und Kraft taugen nicht als Prisma um zu bündeln, was aufhorchen lässt und nachhaltig Aufmerksamkeit beim Wahlvolk generiert.

Vielleicht aber, führt der Weg des demokratischen Sozialismus über die Befreiung von der Sozialdemokratie, wie es in den Niederlanden zur Zeit passiert – hier wird die PvdA von der SP auf die hinteren Ränge verwiesen.

Und auch hat „die Linke“, auf ihrem Parteitag in Göttingen, in der alten Lokhalle getagt, konnte sie, den Hang der Linken, zur Annullierung der Flügel nicht ablegen und so bleibt die Mahnung: „Kein Vogel fliegt nur mit einem Flügel“.

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