Brit Mila III


Pro & Contra:
Brit Mila vs. Menschenrechtsfundamentalismus

    Viele junge Eltern sehen sich nach einer kinderärztlichen „Routineuntersuchung“ ihres Sohnes mit dem Vorschlag einer Beschneidung (Zirkumzision) ihres Sprösslings konfrontiert. Was hat es nun mit der Beschneidung auf sich? Welche religiösen und medizinischen Gründe gibt es? Was sind die Risiken und Chancen des Eingriffs? Antworten finde sich unter folgenden Links (hier) und wer sich an einer Petition beteiligen will (hier). Stellungnahme im Deutschen Ärzteblatt, vom 17.Aug.d.J., mit einem Verweis auf das Model in Schweden, Diskussion über religiöse Beschneidung. Berlin, den 21.Aug.d.J., die Stellungnahme des Oberrabbiners von Israel Yona Metzger, Bericht im Deutsches Ärzteblatt – „Medizinische Grundausbildung für  Beschneider, vom selben Tag.

    In der Presse wird vorrangig die weibliche Beschneidung diskutiert, die der Jungen wird merkwürdigerweise wie G’tt gewollt unkritisch hingenommen. Die „Beschneidung“ von Jungen ist der am häufigsten durchgeführte chirurgische Eingriff der Welt. Die Entfernung der Vorhaut ist ein nachhaltiger Eingriff, der das Aussehen und die Funktion des männlichen Geschlechtsorgans irreversibel verändert.

    Für das Judentum ist die Beschneidung am 8 Tag und für die deutsche Zivilgesellschaft nach 1945 das Grundgesetz identitätsstiftend. Ein Gesetz soll es jetzt regeln, was doch die Verfassung längsten geregelt hat. Mitnichten sind jene die Komiker, die die Unversehrtheit von minderjährigen höher schätzen als das Elternrecht und die Religionsfreiheit. Die Kanzlerin betreibt Populismus und die Diskussion hat in ihrer Polemik, Stichwort „Menschenrechtsfundamentalismus“ (FR Leitartikel Beschneidung& Holocaust, von Christian Bommarius) schon längsten das Wohl des Kindes nicht mehr im Fokus, es werden alte Rechnungen aufgemacht und alte Reflexe benient. Wir brauchen keine Sondergesetze für Moslems und Juden, unsere Verfassung reicht dafür aus und bietet allen Schutz und alle Freiheit.

     Das Landgericht Köln hatte weder das Judentum, seine Bräuche und auch nicht den Islam zum Thema gemacht, denn das Gericht hatte auch nicht die Absicht, über das Brauchtum beider Religionen zu urteilen. Das Landgericht Köln beurteilte vielmehr die ganz individuelle Situation eines minderjährigen, muslimischen Jungens, der nach seiner Beschneidung, durch einen Mediziner, aufgrund des Elternwillens, mit schwerwiegenden Nachblutungen um sein Leben fürchten musste. So waren zwei Operation nötig, um die Blutungen zu stillen, dabei hat die Mutter fast ihren Verstand verloren.

    Wer meint, dass das Urteil in einer Linie mit den politisch motivierten Pogromen vor 1945 steht, irrt. Er weigert sich zu differenzieren, denn der Unterschied ist entscheidend und stellt in der Tat für beide Religionen einen notwendigen Paradigmenwechsel dar, gegen den sich insbesondere die Traditionalisten beider Seiten nachvollziehbar wehren. Die Persistenz der handelnde Kräfte wird über Verstand und die Vernunft hinaus entscheiden, sowie aufzeigen, welche der beiden Seiten, die ausreichende Resilienz besitzt, mit der  notwendigen gesellschaftlichen Veränderung zu recht zu kommen.

Mehr von meine Kommentaren zum Thema gibt es auf der Seite der FAZ .(hier). Ein Video auf YouTube veranschaulicht den medizinischen Eingriff: the most sensitive part.

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