Olympia


Goldrausch an den Ufern der Themse

Haben die Organisatoren von London der olympischen Idee eine Renaissance bereitet? Nein, die vom englischen Pop okkupierten Feiern zur Eröffnung und zum Abschluss haben das Selbstbild einer britischen Elite offenbart, schon Charles Spencer Chaplin kritisierte diesen Londoner Snobismus. Kein Funke von Selbstreflexion über die eigene Rolle in der Weltpolitik, am Ende hättest du meinen können, die Spiele finden im Anschluss an eine Siegesparade statt. Auch die Kommentatoren von ARD & ZDF scheiterten, waren überfordert mit einer Berichterstattung jenseits der Lobhudelei.

Ein Contra ist mehr als angemessen, so wie es Eric Bonse im Cicero vom 13. August d.J., treffend formuliert (London der Nabel der Welt) Die narzisstisch anmutende Selbstgerechtigkeit der britischen Organisatoren, war oft genug unerträglich und ich not amused.

Die Omnipräsents des Union Jack u. des englischen Pops hat den olympischen Geist zur Marginalie verkommen lassen. Mir fehlten britische Größen, wie Sting, Vanessa Radgrave, Emma Thomson, Kenneth Baranagh usw. und es waren Spiele, mit zweifelhaften sportlichen Ergebnissen.

Der ganze Hype um die Spiele ist nüchtern betrachtet doch sehr fragwürdig. Denn wenn irgendwo auf der Welt ein Ingenieur/ ein Team eine gute Idee hat, kann das dem Gemeinwesen Wohlstand und Fortschritt bringen. Diesem Ingenieur/ Team wird kaum solche Beachtung geschenkt, doch wenn ein Sportler, bei einer völlig sinnfreien Tätigkeit, z. B. einen 2 kg schweren Teller möglichst weit zu werfen, gewinnt und sich hinterher sein Leibchen zerreisst, wird das in einer Endlosschleife im Fernsehen gezeigt und das gesamte Land gerät in Verzückung, Oder wenn, wie die Hockeymannschaft von D. Gold gewinnt, weil das entscheidende Tor, von Rabente (14) gegen Oranje, nach seinem abtauchen hinterm Tor, irregulär zustande kommt, somit das Controlling der Arbitrage versagt, dann frage ich mich doch, was für Leistungen wir hier bejubeln?

Der Goldrausch an den Ufern der Themse hat dem Londoner Snobismus eine Renaissance beschert, mit Unterstützung, von gestutzten Prinzen, Hoheiten und selbstgerechten Sportfunktionären, mit einem BMI > 25.

Ein weiterer lesenswerter Artikel von Peter Jegen in der NZZ räumt mit der Weltordnung aller Medaillenspiegel auf, die immer wieder die gleichen Supermächte im Sport definiert, die uns lange schon bei den olympischen Spielen begleiten. Der Artikel in der NZZ Die andere Weltordnung, erschien am 13.August, einen Tag nach Beendigung der Spiele von London 2012. Im Artikel wird auf eine Seite http://www.medalspercapita.com verwiesen, die in beeindruckender Weise die Medaillen mit anderen Kennzahlen verbindet und eine Rangordnung aufstellt die Neues offenbart. Eine Analyse & Prognose zum Medaillenspiegel von zwei Beratungsinstituten PwC und E&Y (hier).

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