Old Eastwood support Romney


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Der alte Mann und das Land
Il buono, il brutto, il cattivo“
„we own this country“ 

Ein Stuhl ist ein Stuhl. „Dieses Land gehört uns“ und „wer seine Job nicht gut macht, soll gehen“, wetterte die Schauspiellegende Clint Eastwood in Tampa, Florida, dem republikanischen Parteivolk und Millionen von „TV- spectators“ entgegen. Der Saal tobt und brüllt: USA, USA!

Das „sreenplay“ sah vor, der Held, aus dem Italo-Western von Sergio Leone („Il buono, il brutto, il cattivo“ im Englischen übersetzt mit The Good, the Bad and the Ugly“ und im Deutschen mit „Zwei glorreiche Halunken“), steht auf der Mahagoni farbenen Bühne, vor einer riesigen  Videowand und links von ihm, neben dem Rednerpult ein emty chair. Keiner der typischen Südstaaten Assessoirs, kein  Schaukelstuhl, ein „stealchair“! Ein bizarrer Auftritt von C.Eastwood, der dann auch eine Twitterwelle (#eastwooding) auslöst, die am Ende mehr Aufmerksamkeit generiert, als die Speech des nominierten Kandidaten. (Eine lesenswerte Kritik zu seinem Auftritt in der FAZ vom 31.08.2012)

Wer schmückt sich nicht gerne mit fremden Federn, verleugnet den wahren Preis des amerikanischen Traums, wildert  in fremden Gärten und diffamiert sozialliberales Denken der Ostküste oder der Intellektuellen aus San Diego?

Der Londoner Komiker, Charles Chaplin hat das aufs heftigste zu spüren bekommen und wurde in den 50iger Jahren des 20. Jahrhunderts, auf perfide Weise aus dem Land gejagt. Damals nutze ein gieriger Walt Disney seine Chance, um eine Konkurrenten zu verdrängen, weil ein paranoider Edgar Hoover (FBI Direktor seit 1924), dem Disney gerade recht kam, mit seinen Verschwörungsphantasien, Chaplin eine unamerikanischen Gesinnung unterstellte. Chaplin drehte von 1939-1940 den „Großen Diktator“, noch vor Eintritt der USA in den II. Weltkrieg 1941 und hat damit vielen Sympathisanten des deutschen Faschismus in den USA auf die Füße getreten.

Eastwoods letzter Film J.Edgar„, von ihm bezeichnenderweise in England produziert, nimmt sich des zwiespältigen Charakters des langjährigen FBI Direktors Hoover an, ohne dessen Opfer, im Stil von Spielberg, zu würdigen. Über Hoover soll der ehemalige Präsident Lyndon B. Johnson gesagt haben:„you can better have him in your tend pissing out, than outside the tend pissing in!“

Clint Eastwood meint, in seinem 11 Minuten dauernden Auftritt, vor der republikanischen Parteivolk, über Obama: „(..) we have to let him go!“ Wenn in den USA dieses Primat „hire and fire“  auch für die Führungsetagen ausnahmslos gelten würde, dann wäre die USA wohl führungslos! Was ist bloß mit diesem Staat los? Um diese Frage beantworten zu können braucht es eine „brutalstmögliche“ und ausführliche Diagnose. Die Symptome der US amerikanischen Krankheit sind polyform und multikausal.

Nehmen wir z.B. die Infrastruktur der USA und vergleichen sie, mit dem eines durchschnittlich reichen Landes in Europa, dann ist die USA mit einem Entwicklungsland vergleichbar! Der Süden des Landes wird jährlich, regelmäßig, vorhersehbar, von gewaltigen Hurrikans aus dem Golf von Mexiko heim gesucht und doch ist dieser Staat nicht in der Lage, die Holzhäuser durch stabile Häuser aus Backsteinen zu ersetzen, d.h. windsichere Dächer und Stromleitungen aufzustellen. Wieso nicht, wenn dieser selbe Staat doch der Vorreiter ist, bei der Exploration des Weltalls ist. Es heißt doch, US geht vor, aber wo sind hier die Prioritäten, wo stehen hier die Interessen der eigenen Bevölkerung an erster Stelle? Wo ist der Mittelstand, der dieser Infrastruktur eine Renaissance verpasst? Wieso fällt es der USA so schwer ihre Infrastruktur auf den neuesten Stand zu bringen? Die Entscheider in den USA sind, bezüglich ihrer Infrastruktur, gleichgültig, phlegmatisch und in einer Art von Totenstarre.

Die USA und Romney reklamieren für sich, sie seien es, die den den Mars für die Menschheit erobern, sie seien es, die die Freiheit verteidigen. Nicht die Außenpolitik entscheidet die Wahl in den USA, am 6. November, sondern die Innenpolitik. Und genau diese, ist aber ein ideologischer Streitpunkt, der jede wirkliche Verbesserung verhindert. Das Bildungssystem ist ungerecht und ineffizient und funktioniert nur da, wo private Interessen über die des Gemeinwesens gestellt werden. Hier sind dann die finanzielle Ressourcen ausreichend vorhanden und bestimmen nicht Buchhalter das sagen, sondern Stifter. Hier wird investiert, doch es kommt nicht der breiten Masse zu gute, sondern Eliten. Die reflexartige vorgetragene Verachtung für das Gemeinwesen und eine soziale Marktwirtschaft, die schon im Keim, als kommunistisch diffamiert wird, ist Kennzeichnend für die Zivilgesellschaft der USA, sie könnten sich ein Beispiel am nördlichen Nachbarn nehmen, wenn ihnen die Europäer zu suspekt sind.

„In den USA leiden, gemessen an der Gesamtbevölkerung, so viele Menschen an Armut wie seit beinahe zwei Jahrzehnten nicht mehr. Im Jahr 2010 galten 15,1 % der Bevölkerung als arm, das sind 46,2 Millionen Menschen. Dies ist laut dem Zensusbüro in Washington der höchste Stand seit 1993. Die Zahl stieg damit das vierte Jahr in Folge an, 2009 hatte die Armutsrate bei 14,3 % gelegen, in diesem Jahr soll die Rate bei 15,7% ansteigen. Die Zahlen spiegeln die schlechte Wirtschaftslage wider, die USA leiden bis heute unter den Nachwirkungen der vor vier Jahren durch die Finanz- und Immobilienkrise ausgelösten Rezession. Die Arbeitslosenquote beträgt derzeit 9,1 Prozent. Das mittlere Haushaltseinkommen sank den Statistikern zufolge seit Beginn der Rezession im Jahr 2007 um 6,4 Prozent auf 49.445 Dollar. Insgesamt habe sich das Einkommen der Haushalte, verglichen mit der Inflation, in den vergangenen 30 Jahren kaum bewegt: Während eine Durchschnittsfamilie preisbereinigt heute lediglich elf Prozent mehr verdiene als 1980, seien die Verbraucherpreise um rund 155 Prozent gestiegen, berichtete der US-Fernsehsender CNN. Die Zahl der Menschen ohne Krankenversicherung stieg den Angaben zufolge im vergangenen Jahr um 900.000 auf 49,9 Millionen“ (US-Armutsrate, Zeit-Online)

Schauen wir uns den Happy Planet Index an, hier rangieren die USA aufgrund ihrer Öko-Bilanz auf Platz 114, die Niederlande belegen den Platz 43 und Deutschland den Platz 51. Eine weitere Größe ist der Gini Koeffizienten, für die USA liegt er bei 0,38. . OECD Better-Life-Index. Der Anxiety Index für die USA, stand 09.2011.

Die Zunahme der Ungleichheit zeigt sich am sogenannten Gini-Koeffizienten. Liegt dieser bei null, so haben alle Menschen das gleiche Einkommen. Liegt er bei eins verdient dagegen der reichste Mensch im Land alles. In Deutschland lag der Koeffizient 1985 noch bei 0,25, bis 2008 stieg er dann auf knapp 0,3. Damit näherte sich die Ungleichheit in Deutschland den Verhältnissen in den USA an, wo der Gini-Koeffizient zuletzt bei rund 0,38 lag. (Länderliste OECD)

Paul Rabe schreibt in einem Kommentar in der FAZ, vom 31.Aug.2012

„Das tragische an den USA ist, daß die Menschen so ungebildet sind und ihre eigenen Interessen so falsch einschätzen. Es gibt da ein völlig irrationales Wahlverhalten. Im mittleren Westen, wo große Armut herrscht, niedrige Löhne und hohe Arbeitslosigkeit wählen die Leute konservativ-republikanisch. Aber nicht weil sie für Obama-Care soviel bezahlen müssen, nö, die brauchen solch eine Krankenversicherung eigentlich dringend, sondern weil sie Schwarze nicht leiden können, weil sie Schwule nicht leiden können und weil sie glauben Obama sei gar kein echter Amerikaner. Im Osten der USA leben viele wirklich Reiche, die werden von den Steuererleichterungen eines Romney profitieren, aber wählen Obama, nicht wegen des Geldes (davon haben die mehr als genug) sondern weil sie eine liberale Grundhaltung haben. Verkehrte Welt…“

„By the way, the USA are so  sophisticated“. Der alte Mann Eastwood meint:  „it’s time for a buiseness man“ und Mitt Romney beschwört: „we can beter“  und im weiteren,„we deserve beter“.  Wer würde sich nicht gerne hinter diesen Plattitüden einreihen? Es ist, wie die Sehnsucht nach dem Happy End und natürlich würdest auch du gerne, wie am Ende in „Modern Times“, glücklich, mit deiner Braut im Arm, dem Sonnenuntergang „on the road“ entgegen gehen.

Die Amerikaner und insbesondere die Republikaner wollen  nicht vom Mythos, aus den Zeiten des Stummfilms lassen, vom Tellerwäscher zum Millionär. Steven Spielberg, Steve Jobs, Bill Gates und Mark Zuckerberg sind die neuen Helden, die aus einer kalifornischen und liberal- demokratischen Gesinnung erwachsen sind.

Die Federal Reserve druckt immer wieder neues Geld, das Land ist nach all seinen Kriegen, so verschuldet und von China, seinem Hauptgläubiger abhängig, dass die Frage erlaubt ist: Wer denn wirklich entscheidet, wer im Oval Office sitzen darf? Die Abhängigkeit der USA vom Staatskapitalismus, des kommunistischen Chinas ist frappierend.

Dobrij Senchuk schreibt in seinem Kommentar in der FAZ, vom 31.Aug.2012:

„(…)-der Wunschkandidat Chinas. Romney wird von Milliardären unterstütz, da es in der Krise ertragreicher ist in den Wahlkampf zu investieren, als in die Wirtschaft. Schon aus diesem Grund stellt Romney ein Risiko für die USA dar. Jetzt unterstützen ihn noch solche Milliardäre, welche in China ein Vermögen gemacht haben. Dies geht natürlich nur mit Zustimmung aus Peking. Putin ist auch eher ein Wunschgegner, welcher eigentlich zum Muster eines Republikaners passt. Wenn Obama gewinnt, dann können die Zerfallserscheinungen der Republikaner trotzdem für einen Zerfall der USA auf der Ebene der Staaten stehen. Auch die Beschäftigung ist kein Plus, da die Republikaner die Arbeitslosenzahlen nur verwenden um Billigjobs zu legalisieren, welche eben keine Arbeitsplätze im westlichen Sinne sind. Die Religionsfreiheit ist in den USA auch eher zur Steuerersparnis verkommen und für eine günstige Basis zur Wählermobilisierung.“

Mitt Romney makes his pitch to the audience in Tampa. „My promise we help you and your family.“ Die „acceptence speech“ von Mitt Romney: „we deserve beter“ ist die Beschwörung eines Idealisten, der hofft, wie ein Regisseur am Set, die Handlung in seinem Sinne bestimmen zu dürfen. Der Auftritt des Regisseurs und Schauspieler C.E. ist in sofern passend und bezeichnend, die US-Amerikaner der GOPs träumen davon, das Politik so funktionieren würde, wie die Produktion eines Films, wie die Handlung in „Pretty Women“.

Das China von Konfuzius wird den USA zeigen und sagen, wo es wirklich lang geht, denn der Gläubiger hat die Macht.

Den 5. Kanzler der Bundesrepublik, Helmut Schmidt fasziniert der Konfuzianismus vor allem deshalb, weil er vernunftbegründet ist, nicht religiös, nicht auf göttlicher Offenbarung beruht, das erzähle einer dem republikanischen Parteivolk!

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