zynæsthesie

Er erwartete mich hinter der Haustür. Ein mittelalter, mittelgroßer, mitteldicker Mann mit einem gründlichen Seitenscheitel, mittelgrau und entschieden unauffällig gekleidet. „Sie sollten einen Schal tragen“, sagte er. Ab jetzt also würde ich keinen Augenblick mehr alleine sein. Er deutete eine mittelmäßige Verbeugung an. „Ich vergaß, mich vorzustellen. Krauß. Ihr Beauftragter für die richtige Lebensführung.“

Der Brief hatte mehrere Tage lang auf dem Schreibtisch gelegen, ungeöffnet, und es war mir bereits klar, dass ich ihn früher hätte lesen sollen. Jetzt musste ich seine Fragen beantworten. „Sie fahren nicht mit dem Motorrad? Dürfte ich fragen, warum Sie nicht mit dem Motorrad fahren?“ „Weil ich kein Motorrad besitze“, gab ich barsch zurück, „nicht einmal einen Motorradführerschein.“ „Ich muss Sie das fragen“, beschwichtigte er. „Es hätte sein können, dass Sie entgegen unserer Kenntnisse doch ein Motorrad besitzen.“ Ich runzelte die Stirn. „Entgegen Ihrer Erkenntnisse haben Sie also nicht feststellen können, ob ich nicht heimlich…

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