Nationaler Feiertag


Keine Straßenfeste & Nachbarschaftsfeiern 

Warum können wir ihn nicht feiern, wie andere Länder auch? Mit Freude über die eigene, friedliche Wiedervereinigung, die ein einmaliges historisches Geschenk und die Leistung vieler Menschen war. Wenn es für uns Deutsche legitim wäre, uns auch mal nur am eigenen Land und unseren demokratischen Errungenschaften zu freuen, würde uns die europäische Union vielleicht nicht als dauernde Bedrohung erscheinen. Mit dem penetranten Verweis auf die diktierte Pflicht zu Europa – leider auch an diesem Nationalfeiertag – bleibt Europa das verhaste Groschengrab.Ich möchte einmal erleben, dass Deutschland sich feiern kann – außerhalb eines Fußballstadions, ohne seine Freude relativieren zu müssen. (Anette Wörner, FAZ 3.10.2012)

Wie absurd ist es, den Verwaltungsvollzug des Beitritt der DDR zum Geltungsbereich des GG zum Nationalen Feiertag, den 3.Oktober zu machen – „Bürokratenfeiertag“. Was feiern wir am 3. Oktober? Den Vollzug des Beitritts, die turbulenten Wochen vor und den Fall der Mauer am 9.11.1989? Oder feiern wir, dass wir wiedervereinigt worden sind, wie es das GG in seiner Präambel vorgeschlagen hat-, oder wie es uns die Kohl-Administration unter Federführung von Herrn Schäuble zugemutet hat? Was für eine Errungenschaft und was für ein Geschenk ist gemeint?

Das gesamte Deutsche Volk hat nicht selbstbestimmt die Einheit in Freiheit erlangt. Seine Einheit erlangt es mit Hilfe eines juristischen Verfahrenstrick, mittels des Artikel 23. Ich feiere gerne, aber nicht unter diesem scheinheiligen Schirm. Das hat mit Demokratie und Selbstbestimmung Zero zu tun – es verhöhnt den Geist der Selbstbestimmung des Deutschen Volks.

In der wohlhabenden Vorstadt von Frankfurt fanden keine spontanen Straßenfeste oder Flohmärkte statt. Keine Fähnchen schmückt die Gärten und das Straßenbild. Keiner holte sein Saxophon raus und spielte zu den Feierlichkeit auf, keine spontanen Grillparties über den Zaun des Nachbarn hinaus. Keine Kinder, die auf freien Straßenmärkten ihre Spielsachen zum Kauf anboten. Keine Umzüge, keine Gedichtwettbewerbe an den Schulen, keine lokalen Feierlichkeiten. Alles schaute zum Festakt nach München, wo in wohlgesonnene Feiertagsreden eine oder die Sternstunde Deutschlands beschworen wurde. Viel Sentimentalität und viel Kommerz auf der Deutschlandmeile! Es fehlen uns sinnliche Attribute, die unsere Feierlaune verstärkt.

Über allen Häusern und über allen Straßen war Ruh, keiner regte sich, den Leuten in der Frankfurter Vorstadt war nicht zum Feiern zu mute.

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