Une farce, vive l’europe


Eine Posse, der
Friedensnobelpreis 2012 für die EU

In diesem Jahr hat das Preisgericht in Oslo den FN an die Europäische Union vergeben. Meine erste Reaktion, war ein ungläubiges Schmunzeln. Natürlich ist die Begründung schlüssig und kann ich ihr in vielem, ohne wenn und aber zu stimmen. Doch die Preisvergabe stößt bei mir unangenehm auf, weil ich denke, dass es auf dieser Welt engagierte Menschen gibt, die mit diesem Preis, die nötige Unterstützung bekommen hätten können, die sie dringend bräuchten, dringender als die EU.

M.A.n. braucht die EU diese Unterstützung nicht -, oder doch? Ist es, aus der Sicht des Oslofjords, so schlecht bestellt um die EU, dass sich das Nobelpreiskomitee meint der EU annehmen zu müssen? Für mich ist die Preisvergabe an die EU eine Posse. Die Kommentare der Leser in der FAZ offenbaren, wie die Mehrheitsmeinung über die EU aktuell denkt. Ein anderes ist die einhellige Reaktionen unseres politischen Establishment, bis hin zum Streit über die Frage: Wer denn nun stellvertretend den Preis entgegen nehmen soll? Der Markt der Eitelkeiten begrüßt die Europapolitiker. Die Preisvergabe hat den falschen Adressaten erreicht. Ich kann nicht erkennen, wo hier dem Geist des Stifter entsprochen wird.

Die Wirtschaftsunion (EWG) ist eine Konsequenz aus den Kriegen der Aristrokrotenfamilien Europas im 19.- und den Kriegen der Nationalstaaten im 20.Jahrhundert. Die Gründungsväter dachten sich ein Bündnis von Anhängigkeiten aus, dass dann kriegerische Auseinandersetzungen verhindern sollte, weil es eben wirtschaftlich nicht sinnvoll sein würde. Doch was heute die EU darstellt. ist nichts anderes als ein Selbstbedienungsmarkt von Lobbyisten  die alles dafür tun, die Meinungsbildung am europäischen Bürger vorbei laufen zu lassen und Entscheidungen zu erzwingen, die nicht aus einem demokratischen Meinungsbildungsprozess erwachsen sind. Der Kerngedanke Europas, der Gedanke einer europäischen Kooperation – aller miteinander, wurde von den Politikern der Staatstragenden Parteien im Laufe des letzten Jahrhunderts ad absurdum geführt. Statt mehr Demokratie, deinstalliert die Bürokratie Europas die Demokratie. Der Bürger hat nicht mehr Rechte und fühlt sich den üppig versorgten Technokraten Europas ohnmächtig ausgesetzt. Wo stärkt die EU das Alltagsleben seiner Bürger? Wo erspüren wir im Positiv den Sinn und Nutzen der europäischen Kooperation? Mir fällt da konkret nichts ein.

Wir, das Volk sind nicht gefragt. Uns wird vorgeschrieben, was wir gut zu finden haben, wie die Einführung einer gemeinsamen Währung und die große Errungenschaft der Reisefreiheit, ohne Passkontrollen. Passkontrollen sind ja auch gar nicht mehr nötig, weil der Staat neu Kontrollinstanzen eingeführt hat und die Grenzen auf ganz anderen Ebenen verlaufen. Wir sind nicht freier als vor 40 Jahren, so anstrengend war das Wechseln von Währungen in den anderen Ländern nicht, eher ein Gewinn für den Kommunikation in einer fremden Sprache. Jedes Land hatte seine Währung und die Währung war Ausdruck des Besonderen und stand für etwas Unverwechselbares. Und was haben wir heute? Nach wie vor gibt es Grenzen, die Anerkennung von Berufsabschlüssen und Studien wird einer Zwangsvereinheitlichung  unterworfen, der Ressourcen erschöpft statt Möglichkeiten zu erweitern. Überall herrscht der Geist der Prohibition, jeder hat Angst vom anderen dominiert zu werden – das hat nichts mit Kooperation zu tun.

Ich zitiere im Folgenden einen Auszug aus dem Testament von Alfred Nobel, ich kann nicht erkennen, dass die EU diesem Geist entspricht. Wo sind die Friedenskonferenzen, wo die Abrüstungsinitiativen?  Aus Europa werden für die restliche Welt Waffen exportiert, die die Welt nicht sicherer und friedlicher macht, vielleicht den Herrschenden das Gefühl verleiht, ihre Herrschaft mit Waffen aus der EU zu sichern.

Bild

„Nach Maßgabe des Stifters soll er (Anm.Friedensnobelpreis) an denjenigen vergeben werden, „der am meisten oder am besten auf die Verbrüderung der Völker und die Abschaffung oder Verminderung stehender Heere sowie das Abhalten oder die Förderung von Friedenskongressen hingewirkt“ und damit „im vergangenen Jahr der Menschheit den größten Nutzen erbracht“ hat.

”Öfver hela min återstående realiserbara förmögenhet förfares på följande sätt: Kapitalet av utredningsmännen realiseradt till säkra värdepapper skall utgöra en fond, hvars ränta årligen utdelas som prisbelöning åt dem som under det förlupna året hafva gjort menskligheten den största nytta. Räntan delas i fem lika delar som tillfalla: […] och en del åt den som har verkat mest eller best för folkens förbrödrande och avskaffande eller minskning av stående arméer samt bildande och spridande av fredskongresser. Prisen […] för fredsförfäktare [utdelas] af ett utskott af fem personer som väljas af Norska Stortinget. Det är min uttryckliga vilja att vid prisutdelningarna intet afseende fästes vid någon slags nationstillhörighet sålunda att den värdigaste erhåller priset antingen han är skandinav eller ej.”

Alfred Nobel: Testament vom 27. November 1895

Why Giving the European Union the Nobel Peace Prize Was Wrong
via theAtlantic, 14.10.2012, read the full text written by Tanya Domi (here)

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