Alice Miller vs J.Harvey Kellogg


Du sollst nicht fühlen…

„Ein Mittel gegen Masturbation, welches bei kleinen Jungen fast immer erfolgreich ist, ist die Beschneidung. Die Operation sollte von einem Arzt ohne Betäubung durchgeführt werden, weil der kurze Schmerz einen heilsamen Effekt hat, besonders, wenn er mit Gedanken an Strafe in Verbindung gebracht wird. Bei Mädchen, so hat der Autor herausgefunden, ist die Behandlung der Klitoris mit unverdünnter Karbolsäure (Phenol) hervorragend geeignet, die unnatürliche Erregung zu mindern.“

John Harvey Kellogg, M.D., Treatment for Self-Abuse and its Effects, Plain Facts for Old and Young, Iowa: F. Segner & Co. (1888), Seite 295

Die einen reden von den 10 Geboten, die anderen sagen: Moses habe auf dem Berg Sinai, von G’tt, 613 Gebote (Mitzwe) erhalten, doch ein Gebot war nicht unter diesen, jenes Gebot fand erst tausende Jahre später die Jüdin Alice Miller aus Lemberg an den Ufern des Limmat. Alices Gebot lauetete, „du sollst nicht merken“.  Früh verinnerlicht und im Unbewussten wirksam, niemals beim Namen genannt – „du tust in Wahrheit das selbst, was dir in der Kindheit angetan wurde.“ Das obige Zitat, vor dem Hintergrund des alicischen Gebots refelektiert, wirft ein düsteres Bild auf die Jugendtage des kleinen John Harvey.

„[…] wohin ich schaue, sehe ich das Gebot, die Eltern zu respektieren, nirgends aber ein Gebot, das Respekt für das Kind verlangt.“ / Am Anfang war Erziehung

Denn jedes Kind lernt durch Nachahmung. Sein Körper lernt nicht das, was wir ihm mit Worten beibringen wollten, sondern das, was dieser Körper erfahren hat. Daher lernt ein geschlagenes, verletztes Kind zu schlagen und zu verletzen, während das beschützte und respektierte Kind lernt, Schwächere zu respektieren und zu beschützen. Weil es nur diese Erfahrung kennt.“ (…) „Wie wir wissen, eignet sich fast jedes Gedankengut dazu, den in der Kindheit mißhandelten Menschen als Marionette für die jeweiligen persönlichen Interessen der Machthaber zu gebrauchen. Auch wenn der wahre ausbeuterische Charakter der verehrten und geliebten Führer nach deren Entmachtung oder Tod zu Tage tritt, ändert das kaum etwas an der Bewunderung und bedingungslosen Treue ihrer Anhänger. Weil er den ersehnten guten Vater verkörpert, den man nie hatte.“  / Dein gerettetes Leben  von Alice Miller

15.10.2012 via FAZ
Faktencheck:
Leser recherchieren mit
Beschneidungsethik – erlaubte Körperverletzung?

Wo nun die Beschneidung bei Jungen auch ohne medizinische Indikation bald erlaubt oder zumindest straffrei sein wird: Können Ärzte diese überhaupt durchführen? (full text)

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