30.Januar 1933: Hindenburg’s fatales Testament


Reichskanzler Adolf Hitler: „Die Machtergreifung“

Wer war Adolf Hitler? 

„Achtzig Jahre nach seiner Machtergreifung ist Hitler im Leben Deutschlands gleichermaßen omnipräsent und ominös. Hitler wird, vielleicht ungewollt, nicht mehr ernst genommen.“ 

Artikel in der FAZ vom 30.Januar 2013.

„Anders noch als zu Zeiten der großen Hitler-Biographen Joachim Fest oder Sebastian Haffner verstehen wir daher kaum noch, wie Hitler Macht ausgeübt hat und was seine persönlichen Ziele waren. Wir verstehen nicht mehr, dass die Tatsache, dass er von einer Vielzahl von Deutschen aus ganz unterschiedlichen Gründen als Projektionsfläche benutzt wurde, es Hitler ermöglichte, Ziele durchzusetzen, die nur eine Minderheit gewollt oder zumindest angegangen wäre. Zwar wird die Formel „Ohne Hitler kein Holocaust“ des britischen Hitler-Biographen Ian Kershaw immer mal wieder zitiert, aber wenn Hitler im deutschen Diskurs auf eine Projektionsfläche von sich selbst mobilisierenden Deutschen reduziert wird, bleibt die Formel unverständlich und letztlich unlogisch.

Diese Probleme hat auch treffend Timur Vermes, der Autor des überraschend erfolgreichen Romans „Er ist wieder da“ über einen im heutigen Berlin wiedererwachten Hitler, erkannt. Treffend sagt Vermes, „dass wir nicht zu viel Hitler haben, sondern zu viel vom gleichen Hitler. Immer dieselben Erklärungen, immer dieselben Zugänge, immer dieselben Perspektiven.“ Hitler erscheine entweder als Monster oder als Witz. Hiermit hat Vermes vollkommen recht, aber ob sein Buch uns wirklich den geschickten und charmanten Akteur vor Augen führt und auf diese Weise zeigt, wieso Hitler 1933 eine Chance hatte und auch heute eine hätte, darf bezweifelt werden. Dies soll keine Kritik an Vermes’ herrlichem Schmöker sein, der nach dem gleichen Muster gestrickt ist wie die frühen Ali-G.-und Borat-Figuren des britischen Komikers Sacha Baron Cohen. Vermes entlarvt und parodiert die deutsche Medienwelt trefflich, aber er erklärt Hitler nicht.

Die unmündige Öffentlichkeit

Dennoch besteht Hoffnung auf eine Renaissance der historischen Analyse Hitlers. Zum Glück gibt es außerhalb des akademischen Establishments, etwa in Person der Historikerin Brigitte Hamann, der Journalisten Ralf-Georg Reuth und Joachim Rieker, des Hobbyhistorikers Anton Joachimsthaler oder des Filmemachers Niki Stein und auch innerhalb der Establishments in Person beispielsweise von Wolfram Pyta und Gerd Krumeich viele kluge Köpfe, die Hitler als grausamen Akteur und charmanten Verführer ernst nehmen.“

Hitler’s Genius

Die Frage ist, was zeichnete Hitlers Genius aus, was waren seine persönlichen Qualitäten und wie hat er sie eingesetzt, um seine Ziele zu erreichen?

Was wollen wir am Menschen, am Führer und Reichskanzler Hitler verstehen? Was sind die Talente des Menschen Hitler jenseits seiner Kunstmalerei und seiner psychopathischen Persönlichkeitsstruktur? Hitler verstehen hieße auch das bestimmende Moment des politischen „Nährbodens“ in Europa und der Welt zu verstehen und in dessen Untiefen einsteigen. Was unterschiedet ihn von und worin gleicht er seinen Gegenspieler in London, Warschau, Washington und Paris?

Wer erklärt ihn uns? Kabarettisten, Filmemacher oder Historiker und Journalisten? Was für ein Bild ensteht, wenn wir Chaplins Großen Diktator, Otte Dix Bild der 7 Todsünden, mit den Recherchen der Historiker verbinden?

Der Mann der sich selbst zur marke macht, zum Führer beherrschte sein eigenes Marketing. Die Vermarktung war all umfassend und in seiner Reinform perfekt, er ließ nichts aus und überließ auch nichts dem Zufall. Mit einer Liebeserklärungen an das deutsche Volk hat er das Volk verführt und sich als unwiderstehliches „must-have“ inszeniert. Seine Auftritte und reden waren minitös vorbereitet, er nahm Schauspielunterricht, um die Wirkung seiner Reden zu steigern. Geschickt wechselt er Pausen mit emotionaler Polemik. Er hat am Ende ein Maß vorgegeben an dem sich spätere Politiker, ob sie es nun bewusst taten und wollten, orientierten. Denn die Auftritte erreichten in ihrer Wirkung seine Zielgruppe zu 100%. Das lässt einen vor der ganzen Banalität des Marketings erschaudern. 

Arno Gruen meint:“ Hitler kann als «Vorläufer» der heutigen Manager­kultur gesehen werden, die doch so sehr an Äußerlichkeiten hänge.“

Am Ende werden wir uns mit einem Genius, mit miesem Charakter auseinander zu setzen haben, der uns wahrscheinlich rätselhaft bleibt und mit viele schwierigen und unverdaulichen Antworten alleine lässt.

Reichspräsident Paul von Hindenburg: Die Vorgeschichte

Über ihn und seinen Charakter muss man im Zusammenhang mit der Machtergreifung Adolf Hitlers sprechen, denn, der erst 1 Jahr zuvor wiedergewählte Feldmarschall ebnet mit seiner Politik, in seiner zweiten Amtszeit, den Weg für die Diktatur Hitlers.

Die Machtphantasien, sowie das Weltbild diese Mannes, z.B. zum Ausgang des 1. Weltkrieges und die Überhöhungen seiner eigenen Leistungen sind ein Schlüssel zum Verständnis seiner Sympathien die er Hitler gegenüber hegt. Der Monarchist und Militarist Hindenburg lässt Hitler freie Hand. „Wenn einer Hitler hätte stoppen können, dann der Reichspräsident.“(W.Pyta)

Hindenburg’s Testament: “ Ich scheide von meinem Volk, in der festen Hoffnung, dass das was ich ersehnte, in langsamer Reife zum 30. Januar 1933 führte, zu voller Erfüllung und Vollendung unseres Volkes reifen!“

My answer on Quora:
What was the main reason German leaders gave for the defeat of Germany in WWI, and what impact did it have on the rise of Hitler and WWII?

Mr. James Baker, III, the former Secretary of State  (1992 im Der Spiegel)

„Wir machten aus Hitler ein Monstrum, einen Teufel. Deshalb konnten wir nach dem Krieg auch nicht mehr davon abrücken. Hatten wir doch die Massen gegen den Teufel persönlich mobilisiert. Also waren wir nach dem Krieg gezwungen, in diesem Teufelsszenario mitzuspielen. Wir hätten unmöglich unseren Menschen klar machen können, daß der Krieg eigentlich nur eine wirtschaftliche Präventivmaßnahme war!“

Lesenswerte Literatur:
Ludolf Herbst: Hitlers Charisma. Die Erfindung eines deutschen Messias, Frankfurt/M. 2010. und dazu der FAZ Artikel Jede menge braune Propaganda vom 31.05.2010 ·
Adam Tooze: „Ökonomie der Zerstörung: Die Geschichte der Wirtschaft im Nationalsozialismus“
Timur Vermes: Er ist wieder da, Eichbornverlag 2012
Anthony C. Sutton: Wall Street and the Rise of Hitler
Arno Gruen: Der Fremde in uns, Klett Cota 2000, Cicero
Christopher Clark: The Sleepwalkers. How Europe went to War in 1914. , London  2012; Kaiser Wilhelm II, A life in power, Penguin, London 2009
Anna von Goltz, Mythos Hindenburg, Georgtown University USA

Tags: WK1 1914-1918 / 9.Nov 1918 Abdication Willhelm II Ausrufung der Republik / Hidenburgs Doclhstoßlegend 1919 / Versailler Vertrag – Annahme durch die Regierung und Ratifizierung der 1.Republik / Bürgerkriegsähnliche Situation in Bayern wie Berlin / 1920 Gründung der NSDAP im Münchener Hofbräu-Haus / Nov.1923 der kopierte aber gescheiterte Marsch auf Berlin in München / nach beendeter Festungshaft Dez.1924 wurde der Österreicher AH nicht ausgewiesen / Reorganisation der NSDAP / Hindenburg 1925 neuer Reichspräsident / Absturz in den „Goldenen 20er Jahren“ / Wiederaufstieg während der Weltwirtschaftskrise 1929-32 / 30.01.33 Übertragung der Macht durch die Konservativen sowie der Rechtsliberralen, Nationalliberalen Parteien und in personae des Reichspräsidenten / Vereinigung des preuss.Militärstaates mit der NS-Bewegung durch Hindenburg, v.Blomberg & Hitler am Tag von Preussen in Potsdam im März 1933 / Etablierung des NS-Staates mit Ermächtigungsgesetzen-Reichskristallnacht / 1.Sep1939-30.Apr 1945: WK2.

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