Was Kant über’s Gewissen..


1791 schrieb Immanuel Kant zur Frage des Gewissens:
“Über das Mißlingen aller philosophischen Versuche in der Theodicee”:

“Daß das, was Jemand sich selbst oder einem Andern sagt, wahr sei: dafür kann er nicht jederzeit stehen (denn er kann irren); dafür aber kann und muß er stehen, daß sein Bekenntniß oder Geständni[s] wahrhaft sei: denn dessen ist er sich unmittelbar bewußt. Er vergleicht nämlich im erstern Falle seine Aussage mit dem Object im logischen Urtheile (durch den Verstand); im zweiten Fall aber, da er sein Fürwahrhalten bekennt, mit dem Subject (vor dem Gewissen).” (AA VIII, 267)

Die Gewissenlosigkeit unter den Menschen unterteilt Kant in jene, die ein Misanthrop hassen sollte, und jene, die ein Misanthrop verachten sollte. Zum Hassen würdig seien jene, welche anderen schaden wollen, wegen ihrer Feindseligkeit und verachtungswürdig seien diejenigen die, welche mit ihrer Lügenhaftigkeit niemandem schaden wollen. (ad Causa Helmut Kohl, K.T.zu Guttenberg, Annette Schavan).

“Das Böse von der letztern Art ist Nichtswürdigkeit, wodurch dem Menschen aller Charakter abgesprochen wird. – Ich halte mich hier hauptsächlich an der tief im Verborgnen liegenden Unlauterkeit, da der Mensch sogar die innern Aussagen vor seinem eignen Gewissen zu verfälschen weiß.” (AA VIII, 270)

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