Launiger Karneval Anno 1973


Karneval ist, wenn in den französischen Provinzen um Mainz und Köln das Bürgertum auf die Straße geht und die Besetzer, kostümiert und anonymisiert, verhohnepipelt. Heute ist es nicht mehr das französische Militär, sondern die demokratisch gewählte Obrigkeit und sich selbst, die verspottet bzw. auf den Arm genommen wird. Den Zeitgenossen den Spiegel vor halten. Da wird das Kabaretteske zum alltäglichen Lebensgefühl ausgerufen, während die tollen Tage wohlwollend ins katholische Wertesystem eingebettet sind. An Aschermittwoch ist alles vorbei! Der Protestant enthält sich dem Treiben der Zeitgenossen. Die Frohsinnsgrenze verläuft entlang einer protestantisch-reformatorisch-calvinistischen Gesinnungsgrenze. Es teilt Europa in einen nördliche und südliche Hemisphäre. Vereinbares mit unvereinbarem verbinden. Spaßbremse oder Jeck? Wer in dieser Grenzregion aufgewachsen ist, muss sich zwangsläufig zu einer den beiden Welten bekennen, zu denen, die aus der Provinz kommend die Stätten und Gassen kostümiert, leutselig und ethanoltrunken überschwemmen oder zu denen, die die Flucht ergreifen und auf Schnee in den fernen Bergen hoffen.  Die Übergänge sind von Dorf zu Dorf spürbar, wo in Bürgerhäusern und angemieteten Sporthallen ausgelassen gealbert wird und wo nicht.

Der Artikel aus der TAZ, vom vom 8. Februar (Heil Carneval,) ist ein Sinnbild für diese Unterschiedlichkeit. Der Artikel demonstriert, wie aus der fernen Großstadt, aus der Sandbüchse von 850 km², auf das Treiben am Rhein und dessen Blüten geschaut wird.

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