Finanzenlegende: Mythos hohe Zinsen


Jakob Röpke 87 privat
Jakob Röpke 87 privat

Mythos hohe Zinsen

„Immer wieder dieselben Lieder“. Land auf und Land ab wird zur Zeit in den Medien berichtet, dass das von den zypriotischen Banken ihren Kunden angebotene Geschäftsmodell untragbar sei. Vorneweg sagt dies der deutsche Finanzminister Wolfgang Schäuble, der Haushaltsvorstand des Kabinetts Merkel II. Er wiederholt dies und sagt es in jedes Mikrophon das ihm vor den Mund gehalten wird. Der Politversehrte wird nicht müde dies mit ernster Mine zu verkünden, als ob dies eine unumstößliche Wahrheit sei. Und Mutti? Sie gibt die Versöhnerin und redet von Solidarität und das die Zyprioten nicht allein gelassen werden.

Schäuble und Merkel sind das Ebenbild eines Familienidylls, wie wir es in seiner Qualität aus den fünfziger Jahren des letzten Jahrhunderts kennen. Mutti bestimmt das Menü und Vati sagt wie viel es kosten darf und wo eingekauft wird.

Was ist an einem Geschäftsmodell untragbar, das für Spareinlagen 4,5% Zinsen gewehrt? Untragbar ist, wenn uns Banken auf ganzseitigen Hochglanz Anzeigen Einlagen mit 2% (bei 2% Inflation) als ein super Geschäft verkaufen, obwohl es ja nichts anderes heißt als, dass wir unser Geld den Banken schenken. Es ist, wie mit der Schokoladenreklame, sie tarnt, täuscht, und verschleiert uns ihre tatsächlichen Wirkungen.

Wir haben keine Staatsschuldenkrise, wir haben eine Währungskrise, weil wir mit einer Währung operieren, die unterschiedliche Wirtschaftsräume in Europa unter einen Hut stecken will. Im Norden ist der Euro zu leicht und im Süden zu schwer bewertet, betrachtet  man die Wirtschaftsleistung der Regionen. Wir dominieren mit unseren Produkten die Welt und eben auch den Konsum im Süden und kaufen nicht in gleicher Weise Produkte aus dem Süden ein. Das ist eine Dominanz, die das System der europäischen Währungsunion sprengt.

Ein untragbares Geschäftsmodelle sind die Kreditzinsen, die auf der Basis von Risikoabschätzungen bestimmt werden, das führt nicht dazu, dass die Wirtschaft gefördert, sondern geknebelt wird und der bevorzugt wird, der Geld mitbringt und gar keines braucht. Aber die westlich dominierte Wirtschaft setzt nicht auf Kooperation und Miteinander, sondern auf Verdrängung und Dominanz.

Was da heute zwischen Nord- und Süd-Europa passiert ist ein Kulturkampf der Geschäftsstrategien und hier will der Norden dem Süden sein System aufdiktieren. Komisch nur, dass so viele solvente Kunden Banken anlaufen die ihnen „hohe“ Zinsen (4,5%) versprechen! Vielleicht sollten wir von angemessenen statt hohen Zinsen sprechen! Glücklicherweise gibt es ja noch genügend Inseln, Steueroasen, wo große Vermögenswerte gut geparkt werden können und vom Zugriff heimischer Steuerbehörden sicher sind. Und wenn sie die letzte Steueroase geflutet haben, sie werden virtuelle Inseln schaffen, damit sie ihre Gewinne optimieren können, was nichts anderes heißt als Steuern zu sparen.

Wer hohe Zinse bekommt, soll auch ein hohes Risiko tragen, sagt Schäuble mit suffisantem Lächeln. Der Zyniker weiß von was erredet. Eine Legende, denn der niedrige Zinssatz von 4,5% rechtfertigt keine Risiko von 30%, hier bedient sich der Gläubiger unverfroren und der russischen Premierminister Medwedew hat recht, wenn er von Plünderung spricht!

Der Haushaltsvorstand im Kabinett Merkel II ist ein eiskalter Zyniker und so wie er bei der Wiedervereinigung mit dem Einigungsvertrag den Bürger über den Tisch gezogen hat und sich bei der Parteispendenaffaire der CDU nicht an eine Spende von 100.000 DM erinnern kann, so wenig kann er sich daran erinnern, dass er vor einer Woche noch die Spareinlagen unter 100.000 € mit 6% belasten wollte und das er einen Eid auf Recht und Gesetz geschworen hat. Die Bundesrepublik verkommt zu einer Schäuble GmbH, die absolutistisch geführt wird und der nach dem Grundsatz regiert „was schert mich mein Geschwätz von gestern“, solange ich den anderen dominiere und meine Spielregeln aufoktroyiere.

Das Letzte was der Politversehrte Wolfgang Schäuble tun würde ist, die Bürger zu befragen, wie sie es denn mit dem Euro halten. Er wollte ja auch nicht eine Wiedervereinigung Deutschlands über ein Verfassungskonvent und ein Votum der Deutschen dazu. Der Mann ist ein Autokrat, der sich von Partizipation belästigt fühlt. Für den Minister ist das, was er tut, alternativlos und er will das wir seiner Meinung sind, – auf Teufel komm raus!

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