4.mei speech Peter van Uhm – herdenking op de Dam in A’dam


Solidarität

Im Zweiten Weltkrieg kämpfte mein Vater an den Ufern der Waal.

Im Krieg, wo Menschen, Menschen töten, sah mein Vater die Dunkelheit.

Menschen wurden verhaftet, verfolgt, weil sie nicht „wir“, aber „die-da“ waren. Menschen wurden getötet, ausgerottet, nur weil sie anders waren.

Bürger traten in den Widerstand, bekämpften die Unmenschlichkeit. Sie bezahlten ihren Mut mit dem Tod. Wir gedenken ihrer, mit größter Verbundenheit und tiefstem Respekt.

Ihre Geschichte lernte ich schon in jungen Jahren, durch die Erzählungen meines Vaters und durch die Erzählungen der Verbündeten kennen, die für uns, einem anderen Volk, in einem anderen Land kämpften.

Es beeindruckte mich und mit 16 Jahren blickte ich um mich herum.

Der Zweite Weltkrieg war vorbei. Doch für viele Überlebenden ging der Krieg weiter, denn die Dunkelheit fühlten sie weiterhin jeden Tag.

Ich erkannte, der Kampf für Gerechtigkeit ist nie vorbei. Der Kampf für die Freiheit beginnt jeden Tag von neuem. In dir selbst und im alltäglichen Zusammenleben.

Ich fragte mich selbst:“ Peter, Millionen von Menschen sind der Wahl beraubt worden. Du hast sehr wohl die Wahl. Was wirst du tun mit deinem Leben? Was wirst du tun um die Welt zu verbessern? Ich beschloss, zu dienen, weil ich glaube, im Dienen liegt der Schlüssel.

Wer dient denkt nicht allein an das „Ich“; wer dient denkt nicht allein an das „Sie“; wer dient, denkt auch an das „Wir“.

Hier beginnt der Sieg über das Unrecht, denn Freiheit, Gleichheit und Gerechtigkeit, für eine bessere Welt, gelingen, wenn wir gemeinsam dafür arbeiten.

Auch mein Sohn (Dennis, 18.04.2008) beschloss zu dienen. Ich war so stolz.

Er fiel-, für ein anderes Volk, in einem anderen Land. Das war von fünf Jahren und 16 Tagen.

Das waren dunkle Tage. Was hast du von den Idealen, was hast du von einer besseren Welt im Morgen, wenn du heute deinen Sohn verlierst? Das sind die Fragen, die auch ich mir stellte.

Zwei Wochen nach seinem Tod stand ich hier auf dem Dam. Es war der 4. Mai 2008. Ein schwieriger und konfrontierender Moment, aber auch eine bewusste Entscheidung.

Dieses Denkmal, gewidmet dem Andenken aller Niederländischer Kriegsopfer und dem Miteinander hier auf dem Platz und im ganzen Land, – das half mir.

Der 4. Mai half mir den Kurs zu halten, in den dunklen Tagen, als das Dienen so schmerzhaft war. Ich hoffe, der 4. Mai hilft uns allen Kurs zu halten. Nicht nur heute, sondern auch an den anderen 364 Tagen des Jahres.

Ich hoffe das Andenken und das Miteinander am 4. Mai, hilft uns allen, in Zeiten des „Ichs“ das „Wir“ zu finden, denn nicht aus dem „Ich“ und „sie“, sondern aus dem „wir“ entstehen die guten Dinge in dieser Welt.

Dass lehrt uns die Geschichte, dessen sollten wir weiterhin gedenken, dies sollten wir weiterhin mit uns selbst und miteinander verabreden .

Rede von Peter van Uhm (original text)

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