10. Mai 1933/ 1940: Bücherverbrennung/ Westfeldzug – Überfall auf die Beneluxländer


Der 10. Mai ein Tag zum Erinnern

Einerseits zum Erinnern, an den 10 Mai des Jahres 1940, als deutsche Truppen den Westfeldzug mit dem Überfall und der Besetzung der Beneluxländer starten. Nach dreitägigem Kampf zwangen die deutschen Truppen am Abend des 14. Mai 1940 die Niederlande zur Aufgabe. Ausschlaggebend war hierfür das Bombardement auf Rotterdam, wobei die historische Altstadt vollständig zerstört wurde, dabei starben 800 und wurden 80 T. Bürger Obdachlos.

Am selben Tag wurde Winston Churchill zum Premierminister (1940-1945) einer Allparteienregierung und folgte Neville Chamberlaine in den Amtssitz in der Downing Street 10.

Andererseits zum Erinnern, an die beginnen Bücherhinrichtung vor 80 Jahren. In Deutschland wird heute ausführlich, an verschiedenen Plätzen des Landes, an die Bücherverbrennung vom 10.Mai 1933 gedacht. Mit Gedenkveranstaltungen, mit Lesungen z.B. am Bebelplatz in Berin, wo Schauspieler aus damals geächteter Literatur vorlesen. 

Bei der Bücherverbrennung von 1933 „.. handelte es sich um eine von der Deutschen Studentenschaft geplante und durchgeführte Aktion unter Führung eines Mitglieds des Nationalsozialistischen Deutschen Studentenbundes(NSDStB). Höhepunkt waren die am 10. Mai 1933 auf dem Berliner Opernplatz und in 21 anderen deutschen Universitätsstädten groß inszenierten öffentlichen Bücherverbrennungen, bei denen zehntausende Exemplare der Werke verfemter Autoren von Studenten, Professoren und NS-Organen ins Feuer geworfen wurden (Liste der verbrannten Bücher 1933).“

„Kulturell und wissenschaftlich hat sich Deutschland von diesem kulturellen Exodus nicht erholt“ Norbert Lammert Bundestagspräsident am 10. Mai. 2013 – wie wahr, denn es fehlt Deutschland’s Zivilgesellschaft der Post-War-Time eine wichtige Wurzel der deutschen Identität. Die Nazis haben sie nachhaltig ausgerottet und aus unserem Stadtbild vertrieben – wir sind gefühlt judenfrei.

Doch die Geschichte der Bücherverbrennung beginn nicht erst 1933, die demonstrative Verbrennung von Büchern hat eine lange Tradition und ist schon in der Antike belegt (link). Im deutschsprachigen Raum ist ein Satz von Heinrich Heine viel zitiert, der als Fingerzeig auf das Unheil gedeutet wird.

„Das war ein Vorspiel nur, dort wo man Bücher verbrennt,
verbrennt man auch am Ende Menschen.”

Dieses Zitat Heinrich Heines aus seiner Tragödie Almansor (1821, erschienen 1823) behandelt – entgegen einer weit verbreiteten Annahme – nicht die vier Jahre zuvor durchgeführte Bücherverbrennung während des Wartburgfestes 1817, sondern eine Verbrennung des Korans nach der Eroberung des spanischen Granada durch christliche Ritter unter dem inquisitorischen Kardinal Gonzalo Jiménez de Cisneros 1499/1500 . In Heines Toleranzstück spricht der Moslem Almansor ben Abdullah mit Hassan, der verzweifelt gegen die christliche Besatzung kämpft:

Almansor:
Wir hörten daß der furchtbare Ximenes,
Inmitten auf dem Markte, zu Granada –
Mir starrt die Zung im Munde – den Koran
In eines Scheiterhaufens Flamme warf!
Hassan:
Das war ein Vorspiel nur, dort wo man Bücher
Verbrennt, verbrennt man auch am Ende Menschen.

Zur Bücherverbrennung auf dem Wartburgfest äußerte sich Heine an anderer Stelle:

»Auf der Wartburg krächzte die Vergangenheit ihren obskuren Rabengesang, und bei Fackellicht wurden Dummheiten gesagt und getan, die des blödsinnigsten Mittelalters würdig waren! (…) Auf der Wartburg herrschte jener beschränkte Teutomanismus, der viel von Liebe und Glaube greinte, dessen Liebe aber nichts anderes war als Haß des Fremden und dessen Glaube nur in der Unvernunft bestand, und der in seiner Unwissenheit nichts Besseres zu erfinden wußte als Bücher zu verbrennen! Ich sage Unwissenheit, denn in dieser Beziehung war jene frühere Opposition, die wir unter dem Namen »die Altdeutschen« kennen, noch großartiger als die neuere Opposition, obgleich diese nicht gar besonders durch Gelehrsamkeit glänzt. Eben derjenige, welcher das Bücherverbrennen auf der Wartburg in Vorschlag brachte, war auch zugleich das unwissendste Geschöpf, das je auf Erden turnte und altdeutsche Lesarten herausgab: wahrhaftig, dieses Subjekt hätte auch Bröders lateinische Grammatik ins Feuer werfen sollen!« (Heinrich Heine: Ludwig Börne. Eine Denkschrift. Viertes Buch, 1840).

  • Beispielhaftes Erinnern in Form eines Berichts vom Gedenken in Regensburg: „Unsere Hochschule ist immer schon frei von jüdischem Geist gewesen“ (link).

 

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