Nero’s Satirische Replik: Rheingoldige Walhalla


Wagner – Wahnsinn – Walhalla

DER GANG NACH CANOSSAREUTH

von Klaus-Peter Schneegass, Bremen Juli 2013
Nun schieben sie sich wieder den GRÜNEN HÜGEL hinauf, die “elitären Massen“ aus Politik, Wirtschaft und wohl gerüstet rüstiger Rüstungsindustrie: Das alljährliche “Hochgesellschafts“-Spektakel (…“High Society“ Event…) der Bayreuther Bühnenweihfest-spiele steht einmal wieder auf dem Speiseplan der profilneurotisch Nimmersatt-“Staatstragenden“.

Ach – wie sind WIR doch KULTIVIERT! Ja – sind “wir“ das denn wirklich?

Wie kommt es nur, dass quasi “urplötzlich“ die vehementesten Verfechter und Eigennutznießer einer dumpfdreist verdummenden Unterhaltungsindustrie aus Rundfunk und Ferngesicht in der komplexen Harmonik eines “Pioniers der Neuen Musik“ – Stichwort: “Tristan-Akkord“: hört, hört, pfui, AVANTGARDE! – “schwelgen“ können?

Schnaps ist Schnaps und – Pflicht ist Pflicht und – Weizenbier bleibt Weizenbier, wie es gluckst und absäuft in den langen Opernpausen bei Bocksprungwurst und schattenmorelligem Wasserlassen und Kneippschem Abtreten. Denn eines muss man unserem 200 Jahre jungen Alt-Rocker Richard lassen: Er weiß es allzu gut, sein ihm selbst ästhetisch ungebetenes Publikum per Liebes- und Applausverbot auf die Folter zu spannen! Dafür bekommt das Rollkommando der anrollenden Prominenz der Staatsfreunde mit Staatsfreundin Nr. 1 an dero Spitze von den ausgesperrten Jubel-Voyeuren am Wegesrand reichhaltig “Backe-Backe-Kuchen“ spendiert. So hat sich die telegen gähnende Auffahrt doch noch gelohnt, gell? Zumal schon jetzt die vereinigten Wahlkämpfer und verkrampft Plakate klebenden parteisoldatisch Urnengangkämpfenden damit angehoben haben, für den bevorstehenden Kampf um die Stimme jedes Walesjeder Wal ist ein “Schicksalswal“! – unüberhörbar mit den Hufen zu scharren.

Da macht der “Marsch auf das Gesamtkunstwerk“ und seine intellektuell viel zu hoch (!) stehende zeitlos-elitäre “Leitkultur der Leitmotive“ zum Leidwesen der “textilstaatspolitisch Leidtragenden“ allemal – allemann – allevorfrau hochsommerlich erhitzten Hitzkopfsinn: “Schaut auf unsere Vorzeige-Masochisten, die abendgarderobig befrackt beim Restspielschmaus im Festspielhaus sitzen!“ 

Und das gemeine Fußvolk steht lächelnd am Wegesrand und lässt sich von den wahren Souveränen seine “de-facto-Souveränität“ wie ranzige Butter vom Brot nehmen. Ganz wie die exekutierenden Orchestergraben-Musiker in Badehose, T-Shirt und Märtyrerschweiß des eigenen Angesichts im weihevollen Rheingold-Es-Dur baden, so tummelt sich der “Souverän der Demokratur“ im Plastik-Püree seines Sommerhit-Planschbeckens am Rande des Baggersee-Mustopfes: “Schneewalzer ante portas“! 

Wann aber wird endlich aus dem auf “Staatsraison“ gebügelten “Bismarck der Musik“ wieder jener 1848 entfesselte antagonistische Revolutionär des Musiktheaters und der Künste (dessen sozialphilosophische Konzeption eine “Kunst als Religion“ war, in deren Mittelpunkt der durch “das Leben als Gesamtkunstwerk“ SPÄTROMANTISCH “geläutert-erlöste“  NEUE MENSCH der ultimativen “Erlösung dem Erlöser“ zustreben sollte) Wilhelm Richard Wagner, der immerhin einen Michail Alexandrowitsch Bakunin zu seinen Barrikadenkünstlerfreunden zählen konnte?

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