Simone Weil: Nie wieder Partei?


Meine Leseempfehlung zu Simone Weil:
Anmerkungen zur generellen Abschaffung der politischen Parteien,
edition diaphanes zürich 2009, für 10€. 

nit möööglich!


partei

Nehmen wir an, ein Mitglied einer Partei – Abgeordneter, Abgeordnetenkandidat oder einfach Aktivist – geht öffentlich folgende Verpflichtung ein: „Wann immer ich mich mit einem politischen und sozialen Problem befasse, verpflichte ich mich, die Tatsache, dass ich Mitglied jener Gruppe bin, völlig zu vergessen und mich ausschließlich um das Gemeinwohl und die Gerechtigkeit zu sorgen.“

Eine solche Rede würde sehr schlechten Anklang finden. Die Seinen, aber auch viele andere würden ihn des Verrats beschuldigen. Die am wenigsten feindlich Gesonnenen würden sagen: „Warum ist er dann Anhänger einer Partei?“ und auf diese Weise naiv eingestehen, dass man mit dem Eintritt in eine Partei darauf verzichtet, einzig nach dem Gemeinwohl und der Gerechtigkeit zu streben. Seine Partei würde diesen Mann ausschließen oder zumindest nicht mehr aufstellen; er würde gewiss nicht gewählt werden.

Doch viel mehr noch, eine solche Rede scheint nicht einmal möglich. Es hat sie wohl tatsächlich nie gegeben.

aus: Simone…

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