Kann ein Familientherapeut der gekränkten Europa helfen?


Braucht Europa einen Familientherapeuten um den Schmerz, nach dem Raub und dem Verlust des heimatlichen Vertrauens zu überwinden? Die therapeutische Intervention als Weg aus der selbstverschuldeten Unmündigkeit! Geht das auch auf politischer Ebene?

In der FAZ von heute Morgen wird die Kränkung Europas nach den Enthüllungen Edward Snowdens diskutiert. Wer in Europa ist eigentlich gekränkt? Die Niederländer, die Britten, die Italiener, die Polen, wir sind es die Deutschen!  Es wird an der Diskussion deutlich, dass es das Europa gar nicht gibt. Es gibt überall in Europa Sonderzonen. Eine britische Zone mit ganz spezifischen Interessen, eine deutsche, eine französische, eine skandinavische, eine slawische usw. Europa ist ein Flickenteppich, ganz anders als die USA.

Braucht Europa doch noch mal einen Krieg, einen Emanzipationskrieg, wie ihn die USA 1861-1865 erlebten, brauchen wir noch einmal Schlachtfelder, wie Gettysburg, Richmond-Petersburg?  Wer ist unser Jefferson Davis, wer unser Abraham Lincoln? Damals ging es um die Sklaverei heute geht es um unsere Privatsphäre – was werden wir am Ende über den Schlachtfeldern proklamieren, wird es eine europäische Emanzipations Erklärung geben?

„(..)this momentous question, like a fire bell in the night, awakened and filled me with terror. I considered it at once as the knell of the Union.“
Der Satz könnte aus dem Mund von David Cameron sein, stammt aber aus dem Mund seines Namensvetters aus den USA.

Ein Familientherapeut macht nur Sinn, wenn alle hingehen und nicht der Therapeut zu ihnen hingeht, das wäre wie Eulen nach Athen tragen. Also keinen Therapeuten einladen, sondern bitte hingehen, zum Therapeuten. Der Abhörskandal der NSA beschäftig die deutsche Zivilgesellschaft nun schon über 9 Monate. Die einen versteigen sich dazu Edward Snowden gar als einen Freiheitskäpfer zu bezeichnen, als einen Helden. Als ob eine Krankenschwester die uns empfiehlt eine Brille zu tragen ein Held ist. Mit dem Hinweis allein können wir noch nicht besser sehen, es braucht eine Aktion, einen Optiker usw. Snowden hat unsern Blick auf einen Tatbestand gelenkt, der uns nicht fremd war, es wird spioniert, aber in welchem Ausmaß war uns nicht bewusst.

1945, als die NSA gegeründet wurde hatte sie gute Analysten aber keine Daten, heute hat sie unmengen an Daten aber kein vernünftiges Analysetool, so beschrieb es Fred Kempe, Präsident einer transatlantischen Denkfabrik in Washington. 

Schon Wolfgang v.d. Rydt, wie auch Ranga Yogeshwar haben in der Diskussion in dieser Woche darauf hingewiesen, dass wir Europäer die technische Entwicklung verschlafen habe. Wir meckern über Spielregel einer US amerikanischen Infrastuktur, was soll das? Wir sind es die nicht mündig sind, wir haben uns keine eigene Internet-Infrastruktur aufgebaut. Wir, die einst den Computer erfunden haben, sind abhängig von den Softwareschmieden aus dem sonnigen Kalifornien. Das ist unser Fehler, unser Versäumnis!

(Jede Zeile die ich hier schreibe, wird mit Produkten „Made in U“S unterstützt, das einzige was wohl noch europäisch-deutsch ist, ist das Glasfaserkabel und der Strom und mein Brain, alles andere basiert auf einer Infrastruktur aus den USA. Ich hab es so gewählt und eine vernünftige und praktikable Alternative hab ich nicht.) 

Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser, dieser Logik folgt die Sicherheitspolitik der US Administrationen, seit den 30iger Jahren, seitdem die USA als Weltmacht Nr. 1 agieren und kein Jahrzehnt vergeht, an dem nicht irgendwo auf der Welt US Truppen Krieg führen. Die Logik ist  nachvollziehbar, angemessen und ohne Alternative. Die Frage bleibt, wie verhält sich Europa und die Antwort darauf können wir nicht aus dem Mund der USA erwarten.

Zurück zum Therapeuten. Ich denke die Admistration der USA hat gar keinen Leidensdruck, der sie veranlassen würde zum Therapeuten zu gehen, auch wenn S.L.S. & Ranga Yogeshwar das gestern in der Sendung bei Maybritt Illner andeuteten. Die US amerikanische Wirtschaft spüre die Folgen des Spionageskandals, das Clouding z.B. würde nicht so angenommen, wie gewünscht!

Dank Egon Bahr und Ranga Yogeshwar hob sich der Talk, gestern Abend wohltuend, von z.B. der unsäglichen Diskussion bei Günter Jauch am vergangenen Sonntag ab. Die einzige Lösung die dort angedacht wurde kam vo Maria Weisband, die auf die Option des Verschlüsselns hinwies. Doch Schlösser und  Mauern können nicht die einzige Antwort auf die Verletzung der Bürgerrechte sein. Das ist mir zu wenig.

By the way – hören wir auf zu klagen, die USA schöpfen Daten ab und wir, unser Staat ist nicht in der Lage unsere Privatsphäre zu schützen, dies ist der eigentliche Skandal. Haben wir keine Antwort auf die US amerikanische Netzstruktur? Wieso nicht, was für Vorstellungen von Vertrauen haben wir, ein kindliches oder ein erwachsenes? Ja, wir Europäer, oder wir deutschen Europäer sind reif für den Therapeuten. Einst fielen wir über die Welt her, um sie mit unserem Wesen zu genesen und jetzt sind wir vom Schmerz über den Verlust und Raub unserer heimalichen Gefühle so eingenommen, dass wir mit großen Augen nach Utah starren und bettelnd rufen, tut das nicht, gebt uns (euren Freunden) das Versprechen ab, uns nicht abzuhören. Was für Vorstellungen haben wir?

Die Manpower und Fotschungsinstitute hätten wir doch, die uns ein eigenes europäisches Netz aufbauen könnten (Frauenhofer Institute). Wieso tuen wir das nicht, ist es in der Tat die Unmündigkeit, die hier zum Vorschein kommt? Brauchen wir erst einen Krieg in Europa, der uns zur Besinnung kommen läßt und mit einer Stimme sprechen läßt? Da hilft nur Tun und auch kein Therapeut. Das Rezept haben wir bekommen, die Brille müssen wir beim Optiker bestellen, abholen und tragen.

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