Kein Aufschrei für die Leipziger Graffiti-Sprayer


„Runter mit der Hose, versohlt ihnen den Hintern, damit es ihnen eine Lehre ist“ Sie bekommen, was sie verdienen; Gäbe es bei uns entsprechende Strafen, müssten wir uns wahrscheinlich weniger über verschmierte Bahnanlagen, Eisenbahnwagons, U- und S-Bahnen, Häuserwände etc. ärgern; Eine asoziale Tat erfordert eben auch eine passende Bestrafung; Die Strafe passt so, bitte bei uns auch einführen inkl. Prügelstrafe. Möglicherweise hilft das so manchem „klarer“ zu sehen; Wenn sie für ihre Schmierereien, gemäß den Gesetzen des Landes, den Hintern versohlt bekommen, ist das doch völlig OK. Eine solche Bestrafung wirkt garantiert nachhaltiger als etwa ein paar Sozialstunden hierzulande; Wunderbar, ich gönne es jedem der Gebäude verschmiert. Dafür sollte man konsequent auch die Prügelstrafe bei uns einführen. Anschließend die Reinigungs Pflicht für die Schweinerei einführen; Ich schlage vor den Strafvollzug bezüglich Vandalismus und Graffiti Schmierern nach Singapur auszusourcen. Wer dann dort einmal bestraft ist, macht das so leicht nicht wieder. Es ist ein Jammer wie europäische Hauptstädte aussehen, und es ist erholend zu sehen, wie schön eine Stadt ohne diese Schmiererei sein kann.

Deutschland im März 2015: Kein Aufschrei bei Twitter, kein Aufschrei bei Facebook, kein Aufschrei in der Graffiti-Szene. Für die deutschen Graffiti Jungens aus Leipzig, die im „Sturm und Drang“ ihrer Jugendjahre, eine riesige Dummheit in Singapurs Bahndepot begingen, gibt es kein Mitleid und kein Pardon.

In Paris hieß es noch „tout est pardonne“ von den Überlebenden der Redaktion von Charlioe Hebdo – wie können Maßstäbe  doch so unterschiedlich sein.

Das Urteil: 9 Monate Haft und drei Stockhiebe. Zu hören ist dagegen viel Zustimmung und man ist geneigt zu meinen, die Deutschen wären auch nicht abgeneigt, wenn die Prügelstrafe, auch hier zu Lande, wieder in Mode kommt.

Als in New York 1948 der kanadische Jurist John Humphrey, der libanesische Politiker und Philosoph Charles Malik, der französische Jurist René Cassin, der chinesische Philosoph Peng-chun Chang, Eleanor Roosevelt,die Gattin des Kriegspräsidenten Franklin D. Roosevelt, sowie Jacques Maritain zusammen kamen, um die Formulierung der Allgemeine Erklärung der Menschenrechte abzuschließen, haben sie gehofft, das 70 Jahre später, die Folter und Prügelstrafe für Gefangene der Vergangenheit angehören würde. Sie werden enttäuscht sein, wie weit wir noch weg sind, bis alle Menschen von dieser UN-Charta Schutz erfahren.

Die Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte vom 10.12.48

§ 5 : Niemand darf der Folter oder grausamer, unmenschlicher oder erniedrigender Behandlung oder Strafe unterworfen werden. „Auch wenn Staaten einen einzelnen Menschenrechtsvertrag nicht ratifiziert haben, sind sie an bestimmte Menschenrechte gebunden. So sind das Verbot von Völkermord, Folter, Sklaverei und Zwangsarbeit sowie rassistischer Diskriminierung für alle Staaten und unter allen Umständen bindend (sog. Ius cogens.)“ Quelle BMZ.

Wer Menschenrechtsverbrechen, wie die Züchtigung und körperliche Bestrafung von Gefangenen (§5 UN Menschenrechtskonvention) verharmlost, schreckt sicher nicht davor zurück, Taten in Vernichtungslagern Nordkoreas oder des Sudans zu unterstützen? Ob Richter Liew Thiam Len von einem deutschen Staatsanwalt zur Rechenschaft gezogen wird?

Der Sachschaden im Bahndepot beträgt 13.650 SGD = 9.020 €

Der Sachschaden, den die Jugendlichen angerichtet haben, beträgt round about 9000 €. Hinzu kommen die Gerichtskosten, Anwaltskosten, die Flugkosten und die zu erwartenden Kosten, für die medizinische Behandlung, Eine teuer bezahlte Leidenschaft!

Das Kreuz mit dem Vandalismus der Sprayer

Im Kreuzviertel in Münster findet man in der Maximilianstraße, an einem der stattlichen Stadthäuser, aus der Gründerzeit, ein Schild, das Passanten u. Anwohner auffordert wachsam zu sein und  Vandalismus der Hausbesitzerin zu melden, verbunden mit einer Belohnung in dreistelliger Höhe. Dieser Appell ist nur all zu gut nachzuvollziehen und eine blitz gescheite Antwort der Hausbesitzerin auf den Vandalismus. Die Fassade des schmucken Stadthauses im Kreuzviertel von Münster ist Nachts intelligent beleuchtet und graffitifrei.

Was wollt ihr dann, Möchte man dem DEUTSCHEN STAMMTISCH ZU RUFEN

Die Wiedereinführung der Prügelstrafe? Ja oder Nein? Ist das die Moral dieser Geschichte? Die Befürworter der Prügelstrafe sollten doch erklären, wie hier das rechtsstaatliche Gebot der Verhältnismäßigkeit gewahrt wird? Das Bedürfnis nach Law und Order ist dann gerne gesehen, wenn einem die Einhaltung von Law und Order wichtig ist. Was dabei auf der Strecke bleibt ist, dass es sich bei den beiden Delinquneten um Menschen handelt. Menschen die eine unveräußerliche Würde haben, die es zu achten gilt, insbesondere von staatlicher Seite. Bei aller Abscheu gegen Vandalismus, muss die Verhältnismäßigkeit gewahrt bleiben, denn die Unantastbarkeit der Würde des Menschen darf nicht dem Stammtisch preis gegeben werden.  Niemand steht über dem Gesetz, auch nicht dem internationalen Recht.

WAS GENAU SIND „STOCKHIEBE“?

Hier ein paar unschöne Details, damit auch denen klar ist, die jetzt so leichtfertig Bravo rufen, zu was sie da beklatschen

…mit bis zu 24 Hieben in einem Durchgang auf das entblößte Gesäß gezüchtigt werden. Bei diesem sogenannten Caning wird der Delinquent über einen Prügelbock gespannt und erhält von einem speziell ausgebildeten Justizbeamten in einem festgelegten Verfahren mit einem langen Rohrstock schwere Schläge, die zu bleibenden Narben führen. Der Zweck ist das Erreichen von maximalen Qualen bei kleinstem dauerhaften Schaden.[19] Der dabei verwendete Rohrstock ist etwa 1,20 Meter lang und 13 Millimeter dick, jedoch extrem elastisch; die Ausbilder sind gehalten, mit dem Stock Geschwindigkeiten von mindestens 160 km/h zu erreichen und beim Auftreffen auf das Gewebe den Stock zu ziehen, um bei jedem Schlag die Haut aufzureißen.

MEIN Resüme
Die Jungens aus dem Westen, mit einer Affinität zur Farbe und mit dem Gefühl fürs Zeichnen, sind mit ihren Wertvorstellung hart in der asiatischen Realität angekommen. Ob sie weiter Malen werden und ihrer kreativen Kraft folgen werden, bleibt offen, Was den Schaden betrifft, der ist zu beziffern und reparabel, die Narben und das Schmerztrauma, als Folge der Prügel, sind für die Jungens gleichbedeutend mit einer lebenslänglichen Bestrafung. Ein Vergessen wird es mit der Schmerzerfahrung nicht mehr geben, trotz Reue und Schuldbekenntnis. Die Prügelstrafe ist ein Anachronismus. Wer nach strengeren Gesetzen ruft, kann nicht wegschauen, wenn es darum geht Grenzen zu definieren, für das härtere Strafmaß. „Man kann auch mit Kopfabschlagen Recht und Ordnung durchsetzen und Recht und Ordnung sind nicht alles!“

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