V wie Völkermord – es muss nicht immer Holocaust sein #Aghet #shoa


Autor Wolfgang van der Rydt / Ingelheim am Rhein, den 24.April 2015

In Österreich weint man dem inzwischen abgezogenen türkischen Botschafter sicher keine Träne nach. Nach dem man die Türken vor Wien noch mit militärischen Mitteln besiegen musste, genügt in der Gegenwart das Zauberwort vom Völkermord, um die Türken in die Flucht zu schlagen.

Ausgerechnet Pfarrer Gauck, Prediger einer Kirche mit antisemitisch-bauernfeindlichen Wurzeln, deren Stifter einst dem Führer mit dem österreichischen Migrationshintergrund eine Grundlage für die Vernichtung der Juden lieferte, darf es heute den Österreichern gleich tun und das V-Wort benutzen, jedoch nicht ohne dabei eine deutsche Verantwortung am Völkermord der Türken an den Armeniern zu betonen.

Eine Botschaft, die der gar nicht vom Volk gewählte Bundespräsident an das Volk richtet, ganz besonders an jenen Teil davon, der ohne vermeintlichen Migrationshintergrund einen noch immer ganz beträchtlichen Anteil der Gesamtbevölkerung ausmacht und aufgrund nicht näher definierter Naturgesetze in jedem Falle schuldig zu sein hat.

Die Türken werden bei seinen Worten ganz sicher nicht beschämt die Köpfe senken, der Bundespräsident hat seine Rede ja auch auf Deutsch gehalten.

Nun ist das Wort gefallen, doch die Zauberformel zugleich wieder entkräftet mit dem Gegengift “Deutsche Verantwortung.”

Selbst an Pogromen in den USA waren Deutsche beteiligt, wie kann es auch anders sein. Allerdings war die Beteiligung nicht so ganz freiwillig, was naturgemäß so ist, wenn man die Rolle des Opfers zugewiesen bekommt.

Benjamin Franklin, anfangs noch germanophil, entwickelte seinerzeit eine ausgeprägte Germanophobie gegen die deutschen Einwanderer. Er warf ihnen Rückständigkeit und mangelnden Integrationswillen vor.

Das ging so weit, dass man in Pennsylvania ein Verbot deutschsprachiger Zeitungen forderte und mit Zwangsehen die Integration vorantreiben wollte. Pogrome an deutschstämmigen Amerikanern sind historisch belegt.

Natürlich darf auch das Verbrechen der deutschen Kolonialmacht an den Hereros nicht unerwähnt bleiben. Generalleutnant von Trotha war verantwortlich für den ersten Völkermord des letzten Jahrhunderts, gut zehn Jahre bevor die Türken sich anschickten, die Armenier zu vertreiben.

Das Gemetzel der kaiserlichen Truppen kam in der deutschen Bevölkerung gar nicht gut an, man wollte nicht denselben Ruf bekommen, wie ihn sich die Briten oder Franzosen durch ihre nicht minder schrecklichen Feldzüge in den Kolonien erworben hatten.

Man war froh, endlich auch ein Stück Afrika sein Eigen nennen und den Schwarzen die Zivilisation nahe bringen zu können. Als die junge Kolonialmacht dabei war, ihre “Unschuld” zu verlieren, kippte die Stimmung und der Generalleutnant von Trotha wurde höchstkaiserlich abberufen. Unstrittig ist, dass er die vollständige Vernichtung der Hererostämme plante.

1904, als der Vernichtungsfeldzug gegen die Hereros begann, war der Genozid an den Ureinwohnern Amerikas bereits offiziell für beendet erklärt, seit 1890 genauer gesagt. Um 1900 wurde die Zahl der Indianer auf dem Gebiet der USA mit 240000 angegeben.

Auch daran waren wieder Deutsche beteiligt, denn ca. 50 Millionen US-Amerikaner haben laut der Volkszählung von 2010 deutsche Wurzeln.

Es muss nicht immer Holocaust sein – wo immer auch ein Völkermord geschieht – da kann der Deutsche nicht weit sein. Das haben wir so gelernt, heute ein weiteres Mal.

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