FAZ – Parteiorgan der AfD?


Mutiert die FAZ zum Parteiorgan der AfD? Es scheint so. Vergegenwärtigt man sich die Reihe der letzten Artikel zur AfD, dann ist die Frage nicht ganz unberechtigt, ob die FAZ unabhängig und überparteilich sein will? Wer sie kennt, die klugen Köpfe, die da hinein ihre Nase stecken, der weiß, was ihn beim Lesen der FAZ erwartet, keinesfalls, dass sie ein Megafone für linke oder rechte Utopien ist, oder doch? Ändert sich gerade das Selbstbild der FAZ, um wirtschaftlich zu überleben?

Die weltweit meist gelesene, deutschsprachige „Zeitung aus Deutschland“ fällt mit Themen auf die kaum von Interesse, für die Weltöffentlichkeit jenseits des Kontinents sind. Was Bernd von Frauke hält und umgekehrt, sie von ihm.

Seit dem viel zu frühen Tod von Frank Schirrmacher hat sich das Blatt geändert, es ist mehr Platz für national-konservatives, weniger für neue Ideen – gerade im Feuilleton. Wirtschaftsliberal war sie sowieso, – das ist nichts neues. Kritische Stimmen zur Währungspolitik gehörten dazu. Jens Weidmanns Ansichten sind immer willkommen.

Die politische und kulturelle Kontroverse fehlt. Außergewöhnliche Ansicht zum Thema Europa, neue Ideen, wie die „europäische Republik“ von Guérot und Manesse, finden aktuell keinen Widerhall im Feuilleton. Diese Diskussion, auch transnational, will die FAZ wohl nicht. Schade.

Die kritische Distanz zur Afd geht verloren und der Eindruck entsteht, die FAZ biedert sich deren Mitgliedern an, gibt Diskussionen Raum, die bei anderen Parteien innerparteilich stattfinden. Ich kann mich nicht entsinnen, dass die FAZ den Briefwechsel der Protagonisten, der Realos und Fundis in den 1980 und 1990 Jahren abgedruckt hätten, nicht einmal die „taz“ tat dies. Die Auseinandersetzungen wurden kommentiert, wurden zum endgültigen Beweis für die Regierungsfähigkeit der Partei Joschka Fischers.

Im aktuellen Streit zwischen Lucke und Petry mutiert die FAZ zur Mitgliedspostille der AfD, sie räumt den Kontrahenten einen öffentlichen Raum ein – ein Schelm, wer böses dabei denkt, denn sie würden es nicht tun, wenn die Verkaufszahlen dieses nicht belohnt.

Was ist die FAZ für die AfD? Das Parteiorgan, Mitgliederzeitung bzw. Mitgliederforum? Ich denke mich dreißig Jahr zurück, stelle mir eine Redaktionskonferenz vor, wie sie über den jüngsten Aufruf von Bernd Lucke – „Weckruf2015“ bzw. seinen Brandbrief an alle Mitglieder, diskutiert. Gehört so ein Aufruf in die FAZ? Ich meine nicht! Ein Journalist und auch eine Zeitung, sollte sich nicht gemein machen mit dem Sujet über das sie berichten. Unabhängig & überparteilich – gilt das nicht mehr?

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