Wenn Satire die Opposition ersetzt


Was darf Satire? Was ist ihre Rolle? Solche Fragen werden seit den Anschlägen auf die Redaktion von Charlie Hebdo immer neu, in aller epischen Breite diskutiert und sind nicht abschließend beantwortet. Die NZZ unterscheidet, sie macht den Begriff der investigativen Satire für die Öffentlichkeit populär.

Es ist das Eine, wenn Satire den Journalismus ersetzt, es ist ein anderes, wenn sie die letzte Instanz wird, die tabuisierte Themen aufgreift, die die parlamentarischen Opposition ersetzt.

Gregor Gysi als Oppositionsführer und das Team der Grünen, Anton Hofreiter, KGE treiben nicht die Regierung, mit kritischen Fragen, vor sich her. Kritische Satiriker, wie u.a. Wagner, Uthoff, Krause und Prayon, übernehmen inzwischen diese Rolle, stellen die investigativen Fragen, weisen auf Problemlagen in unserer Gesellschaft hin, präsentieren Zusammenhänge, wie man sie von der parlamentarischen Opposition erwartet.

Satiresendungen –„Die Anstalt“ – übernimmt die Rolle der Aufklärung einer Nachrichtenredaktion. Bis zum 26. Mai waren mir, die mit den Begriffe Besatzungsstatut und Alliiertenvorbehalt verbundenen Details völlig unbekannt, wie auch die Tragweite des zweiten Absatz der Artikels 10 unserer Verfassung. Ich war so verstört, in meinem politischen Bewusstsein, dass ich mir unmittelbar nach der Sendung die PDF-Datei, den Faktencheck zur Sendung heruntergeladen habe, weil ich es tatsächlich auch erst einmal nicht glauben wollte. Doch die Fakten lügen nicht.

25 Jahre nach der Wiedervereinigung Deutschlands offenbart sich uns ein starker Staat, mit so umfänglichen und hohen Steuereinnahmen, wie wir dies nie zuvor erleben durften. Eigentlich sollte man meinen, etwas besseres kann uns doch gar nicht geschehen, um all die Problemlagen in den Griff zu bekommen, die sich diesem Staat stellen. Mit Nichten ist das so, der Staat zieht sich immer mehr aus seiner sozialen Verantwortung für seine Bürger zurück und verkommt zu einem perfekt ausgerichteten Instrument der Parteiendemokratie, mit einem Nachrichtendienst (BND), mit 10 TSD Mitarbeiter.

Dabei spielen die Journalisten eine besondere Rolle, weil ihnen von den Parteien die Aufgabe zu gesprochen wird Meinung zu propagieren und mit dem Versprechen in der Tasche, Teil der Macht zu sein, machen sich immer mehr Journalisten, mit der Parteipolitik gemein.

An die Stelle des Qualitätsjournalismus tritt der Gesinnungsjournalismus, der nicht mehr aufklären will, sondern Gesinnung und Haltung propagiert und sich dabei wechselweise der Problemlagen spezifische Randgruppen bedient und mit deren Themen gemein macht.

So funktioniert Meinungsmache, bedient sich eines einzelnen Beitrages einer Kolumnistin, in einem regionalen Anzeigenblatt. stilisierten ihn zum landesweiten Politikum, schürt die Proteststimmung, die mit der Kündigung der betreffenden Kolumnisten endet, weil ein einzelner Parteipolitiker das so will. (Volker Beck vs. Barabara Eggert)

Nach der Satiresendung „Die Anstalt“, vom 26. Mai im ZDF hat die Redaktion von 3 SAT Kulturzeit die spannende Frage über die Rolle der Satire, im öffentlichen Raum aufgegriffen und eine erstaunlich bemerkenswerten Beitrag dazu gemacht.

Wer überwacht die Wächter? Wer benennt Problemlagen? Die NZZ spricht im Zusammenhang mit der Sendung „Die Anstalt“ von investigativer Satire, aber hört selbst und beantwortet selbst die Fragen.


eine lesenswerte  Zusammenfassung dazu unter:

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