Jetzt lernen Sie meine Oma kennen – und meine Meinung.


„Meine Oma war ein Flüchtling.
Keine Reisende, keine Auswanderin, keine Schmarotzerin.“

Eine lesenswerte Geschichte, die ich hier jetzt gerne zum Lesen weiterempfehle.
Wenn ein Mensch seine Heimat verlassen muss, egal aus welchem Grund – bleibt er bzw. sie immer ein M e n s c h  und etwas anderes in ihm oder ihr zu sehen, ist der Anfang vom Ende aller Humanität.

kurzhaarschnitt

Meine Oma ist mir als hutzelige, kleine, etwas verplante Person in Erinnerung. Mit grauem Haar, in dem immer ein Rest Dauerwelle versuchte, Locken vorzutäuschen. Im höheren Alter hat Oma die Dauerwelle nur noch selten beim Friseur machen lassen. „Ach Jung, dat ischa immer auch so düer.“

Sie sprach einen ganz eigenen Dialekt, der sich aus dem für Schleswig-Holsteiner typischen nordischen Slang, plattdeutsch und gesprochenen Rechtschreibfehlern zusammensetzte.
„Düer“, also teuer, ist ein Wort, was man oft vor ihr hörte. Dies ist düer, das ist düer, fast alles war düer. Aber manches war ihr nie zu teuer. Dazu gehörte auch ihr einziger Enkel, also ich.

Was mich anging, war sie immer sehr großzügig. Besonders zu Weihnachten und Geburtstagen.
Ich hatte, wie so viele, irgendwann im jugendlichen Alter begonnen, mir von ihr Geld statt gekaufter Geschenke zu wünschen. Dies wurde dringend notwendig, als ich feststellte, dass sie beim besten Willen nicht lernen wollte…

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