It doesn’t matter what’s happend in #Tianjin


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zu erst veröffentlicht auf @opposition24de,
am 17. August 2015 von Gastbeitrag in News, Polikritik

In der Nacht vom 12. auf den 13 August ist im Reich der Mitte ein Sack Reis umgefallen – mit einer Sprengkraft von 21 Tonnen TNT wurde der Nachthimmel über der 15 Millionen Einwohner zählenden Hafenstadt Tianjin illuminiert.

Vergleiche helfen, um sich das Ausmaß der Katastrophe vorzustellen. Im Mai 2000 explodierte in Enschede in den Niederlanden eine Feuerwerksfabrik mit einer Sprengkraft von 5 Tonnen TNT und pulverisierte einen ganzen Stadtteil, die Detonation war noch im 60 km entfernten Münster zu hören gewesen.

In Tianjin sollen 17 TSD Haushalte betroffen sein, auf Luftbildern des Hafengeländes ist ein Krater zu erkennen, sein Durchmesser wird kaum kleiner als 300 Meter sein, wie tief er ist, wurde noch nicht vermeldet – wie überhaupt alle Informationen aus dem Reich der Mitte lückenhaft sind.

Was bis heute (16.08) bestätigt ist sind 114 Tote, über 80 Vermisste und ca. 1000 Verletzte, der Brand eines Lagers von 700 Tonnen hochgiftiger und entzündlicher Chemikalien, die im Zusammenhang mit der Explosion eine Kettenreaktion verursachten.

Genannt werden u.a. Natriumzyanid (Zyankali/Blausäure) und eine Reihe von Salzen, die als Grundstoffe der Chemieindustrie und der Düngemittelherstellung dienen, wie Calciumkarbonit, Kalium (Salpeter)-, Natrium- und Aluminiumnitrat (Blaukorn).

Andreas Anders Brevik benutzte für seine Bombe, ein ähnlich explosives Gemisch im Regierungsviertel von Oslo.

Ich kann sagen, ich war dabei, als das Desaster in der Nacht seinen Lauf nahm, war online dabei, während ich mit meinem Sohn telefonierte, als die ersten Meldungen, die ersten Videomitschnitte in meiner TL bei Twitter erschienen.

Inzwischen sind so viele Mitschnitte im Netz zu finden, sie alle dokumentieren, wie eine Kaskade von Explosionen die Stadt erschüttert, zertrümmert und die Druckwelle über die Hafenstadt rollt.

Am eindrucksvollsten fand ich den Rauchpilz, der nach der letzten großen Explosion in den Himmel aufstieg, er erinnert mich an das Bild, das wir von der Explosion einer Atombombe kennen.

In den Agenturmeldungen und von offizieller Seite wird von einem tragischen Unfall gesprochen. Einem Unfall, der dadurch verursacht wurde, dass Chemikalien in großen Mengen unsachgemäß gelagert wurden.

Das war sehr schnell klar, darauf hatte man sich ohne Fragezeichen schnell verständigt, wie man sich überhaupt immer schnell verständigt, wo doch eigentlich noch gar nichts ermittelt werden konnte.

Wie bei anderen Katastrophen auch wird bei der Betrachtung dieses Dramas mit einer Sinnsuche begonnen, nur all zu verständlich, denn wer wollte nicht wissen, was Ursache ist und wie es dazu kommen konnte? Die Informationspolitik von offizieller Seite lässt viel Raum für Spekulationen.

Die Sinnsuche birgt die Gefahr der Manipulation von Informationen mit sich.

Wie nähert man sich dieser Katastrophe, wie werden die einzelnen Daten gesammelt und miteinander verbunden? Was wird ausgeschlossen, was ignoriert, was mit Nachdruck verfolgt und welche Interessen spielen dabei eine Rolle?

Es ist sehr unwahrscheinlich, dass Interessen mit im Spiel – Mächtige – betroffen sind.

Ein Unfall ist unwahrscheinlich. Was ist passiert? Ist es doch eine unglückliche Verkettung von Zufällen? Ist ein politischer Hintergrund unwahrscheinlich?

Findet in Peking und Tianjin ein Machtkampf rivalisierender Parteikader statt und ist die Explosion ein Symptom dafür?

Noch haben wir nicht lesen können, dass ein terroristischer Anschlag ausgeschlossen wird, aber entgegen sonstiger Praxis wird ein politischer Hintergrund auch gar nicht diskutiert – es bleibt bei der Annahme, dass es sich um einen Unfall handelt. Ist das unwahrscheinlich? Was wissen die Nachrichtendienste, die wissen doch alles!

Was hat das explosive Gemisch entzündet, was ist der Auslöser dieser bombastischen Explosion? Zynisch ist, den Feuerwehrleuten jetzt zu zuschreiben, sie hätten leichtfertig und billig gehandelt. Die Entflammbarkeit von Calciumcarbid ist auch im Reich der Mitte lange bekannt – immerhin ist es die chinesische Kultur, die uns Europäern die Kunst der Feuerwerke vermittelte.

Was wurde da eigentlich zerstört, was ging zu Bruch und verbrannte? Große Unternehmen sind betroffen. VW hat ca. 3000 Autos verloren, nicht anders erging es Renault und Toyota. Der Sachschaden der Zerstörungen wird sich im dreistelligen Millionenbetrag bewegen, wenn nicht sogar die Milliardengrenze überschreiten.

Ist es wirklich unwahrscheinlich, dass die Yuan-Krise und der Börsencrash zuvor damit im Zusammenhang stehen?

Natürlich war es ein Unfall, war es menschliches Versagen, war die Nichteinhaltung von Sicherheitsbestimmungen, die fehlende Kontrolle ursächlich für dieses Desaster. Das ist sicher. Sicher?

Das Ereignis von Mittwochnacht wird, von niemanden als Terrorangriff verstanden, es gibt ja auch kein Bekennerschreiben, weil es ja auch immer Bekennerschreiben geben muss, damit etwas als terroristischer Anschlag gewertet werden kann und darf.

Ein Angriff auf weiche Ziele einer Zivilgesellschaft ist für uns ausgeschlossen, weil die Raffinerien von Rotterdam, die Chemiewerke um Köln, Frankfurt und Ludwigshafen tabu sind.

Dieser Unfall geschah unter den Augen der Weltöffentlichkeit zur Mitternachtszeit, Satelliten haben sie aufgezeichnet, die Mehrheit der Bürger der 15 Millionen Metropole Tianjin lagen inzwischen im Bett, um sich von der Mühsal des Tagewerks zu erholen.

Alles nur ein Zufall, eine tragische Verkettung von unabhängigen Kausalketten.

Ich will hier ein großes Fragezeichen setzen, fragen ob ein terroristischer Angriff so perfide sein kann, dass er Millionen ins Visier nimmt, um eine politische Elite unter Druck zu setzen? Das Maß menschlicher Barbarei kennt keine Skrupel.

In China ist ein Sack Reis umgefallen – wir ignorieren den ganz großen Knall, während ihn selbst amerikanische Erdbebenwarten registrierten und vereinzelte Meldungen berichten, dass Mitglieder rivalisierender Parteikader festgenommen und oder unter Hausarrest gestellt wurden, während die Zensur 100 von kritische Internetseiten sperrt.

Die Sinnsuche geht weiter und es bleibt die Frage, wer legte die Lunte, wer entzündete das hochbrisante Gemisch und nimmt in Kauf Millionen von Bürgern mit dem tödlichen Zyankali zu attackieren. Ergo: Qui bono?

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