Abstand halten! – Ist die Kanzlerin im Oberstübchen nicht ganz dicht?


„Folgen Sie denen* nicht, die dazu aufrufen! Denn zu oft sind Vorurteile, ist Kälte, ja, sogar Hass in deren Herzen!“
(Ansprach der Kanzlerin, 01.01 2015,*Pegida)

„Folgen Sie denen nicht, die zu solchen Demonstrationen aufrufen. Zu oft sind Vorurteile, zu oft ist Kälte, ja sogar Hass in deren Herzen. Halten Sie Abstand.“  (Sommer-PK 31.08.2015)

Zweimal Angela Merkel und man könnte den Eindruck gewinnen, hier wurde ein alter Film zum zweit Mal aufgelegt, wie 1986 bei Kohl, doch die Wiederholung kam nicht aus der Konserve, sie war real und  Absicht. Sie sprach es klar und deutlich aus, vor der versammelten Meute der Hauptstadt-Journalisten.

Der Saal der Bundespressekonferenz war voll und die Kanzlerin genoss die ganz Aufmerksamkeit auf ihrer Sommer-Pressekonferen. Ich zitiere ihn , weil er nötigt, weil er emotionalisiert, weil er Kopfschütteln verursacht. Klar sie hat die Richtlinienkompetenz, sie bestimmt den politischen Tenor und wenn das dabei heraus kommt, dann schäme ich mich, für diese inhaltsleeren Floskeln. Ich will es nicht unkommentiert stehen lassen.

Ich denke bevor solche Sätze aus dem Mund der Kanzlerin den Äther füllen, werden sie abgewogen, besprochen und gewertet, auf eine zuerwartende Reaktion des Publikums, des politischen Kontrahenten und bei der Kanzlerin, der Weltöffentlichkeit. Hier stellt sich Deutschland vor, wenn die Kanzlerin spricht, dann hört die Welt ihr zu.

Abstand halten! So stand es auf Schildern, in den 1980 Jahren an den Autobahnen. Eine Kampagne für mehr Verkehrssicherheit. Sie sollte die wilden Autofahrer mahnen, doch bitte den vorgeschriebenen Abstand – halbe Tacholänge, einzuhalten. Das war gut und sinnvoll. Abstand halten heißt es auch an den Schaltern von Bahn, Post und Bank.

Jetzt, erklärt die Kanzlerin es zum politischen Maxim, erteilt ihren Untertanen eine Handlungsanweisung, bitte doch auch, im Verkehr mit Zeitgenossen, Abstand zu halten, wie weit bleibt unklar. Sie hätte auch sagen können, „spielt nicht mit den Schmuddelkindern“, hat sie aber nicht. Sie sprich von „denen“, ohne Roß und Reiter zu markieren.

Sie denkt dabei an die Untertanen in Sachsen, in Freital und in Heidenau, an Demonstranten deren Parolen ihr nicht gefallen, die das Bild von Deutschland besudeln, die ihre CDU Kollegen, vom Bürgermeister, bis hin zum Ministerpräsidenten mächtig nerven und die Aktivisten von Linke und Antifa aus der Reserve locken, für den Kampf gegen den alltäglichen Rassismus.

Ich will nicht unfair sein, sie will helfen, helfen eine unerwünschte Karambolagen der Zeitgenossen, mit den Ordnungsmächtigen zu verhindern – Die Absicht ist fürsorglich. Immerhin, sie hat ja geschworen, „Schaden vom deutschen Volke abzuwenden“, so sieht das dann ganz praktisch aus, mit solchen Appellen zeigt sie uns, wie sie Kanzler-Sein versteht.

So nicht, mich nerven solche bemutternden Ansagen, besonders dann, wenn Politiker von Anstand reden, den moralischen Zeigefinger erheben, dann reagiere ich allergisch.

Sie nervt, die Kanzlerin. Da lobe ich mir – und ich hätte es mir nicht gedacht, dass ich das einmal sagen würde; da lobe ich mir, den Kanzler Kohl.

Der trat seinerzeit, als er vom Fall der Mauer, so unvorbereitet, überrascht wurde – er weilte ja im sozialistischen Polen – flux und ohne Fisimatenten vor den Bundestag , um uns seinen 10. Punkteplan zur Deutschen Einheit zu erklären. Ganz gegen seine Gewohnheit, war er schnell und genau das fehlt mir bei Angela Merkel.

Sie hat scheinbar überhaupt so gar keinen Drang ans Pult des Bundestages. Ich erwarte von ihr, dass sie uns ihren Plan, zur Lösung der Flüchtlingsfrage vorstellt und erklärt, was wir davon haben.

Kohl hatte einen Plan und die Mehrheit im Bundestag, auch die Opposition fanden ihn beeindruckend. Und Heute, hat die Kanzlerin, im Oberstübchen einen Plan? Es sieht nicht so aus, wenn sie uns lieber pastoral ermahnt Abstand zu halten statt ihren 10 Punkteplan vorzulegen, wie sie meint, dass wir den Weg aus der Krisen gehen können.

Und wir brauchen einen Plan, wie es weitergehen soll, mit Europa, der EU, der Zuwanderung, den Immigranten und wie wir zukünftig Gedenken Kriegsflüchtlingen Asyl zu gewähren. Oder will die Kanzlerin immer wieder dieselbe Platte auflegen und dieselben Sätze abspulen. Es werden nicht die letzten Kriegsflüchtlinge sein, die unter dem Dach Europas Schutz suchen. Sollen auch sie den unsicheren Weg über Lesbos, die Balkanroute, Budapest und Wien  nach Mitteleuropa nehmen, ins gelobte Land, wo Milch und Honig fließen? Wir  brauchen einen Plan, liebe Kanzlerin und nicht noch mehr Appelle, in 3-Wort-Sätzen, wie – wir schaffen das!

Advertisements

2 Gedanken zu “Abstand halten! – Ist die Kanzlerin im Oberstübchen nicht ganz dicht?

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s