Nachtrag: Kein Happy Ende für Aylan Kurdi


Wie verzweifelt müssen Eltern sein, wenn sie in ein Boot steigen, ohne Schwimmwesten zu tragen? Die türkischen Seelenverkäufer scheint es nicht zu stören, hier regt sich kein Gewissen.

Immerhin ist die Fahrt so teuer, wie ein erste Klasse Ticket der DB. Sicherheitsstandards gelten für die Schlepper und Fluchthelfer nicht, sie bieten gar nichts an Sicherheit – das ist wie russisches Roulett, ein verhängnisvolles Unterfangen.

So stechen Eltern, wieder besseren Wissens, mit dem Glauben, auf ein gutes Ende, in See. Aylan, seinem Bruder und seiner Mutter wurde dieser Leichtsinn, diese Verzweiflung zum tödlichen Verhängnis.  Es war unverantwortlich unter diesen Umständen in See zu stechen, zumal sie einen sicheren Ort, gegen ein unsicheres Boot eingetauscht haben.

Wer sie und was sie angetrieben hat, so leichtsinnig zu sein, wird wohl eine unbeantwortet Frage bleiben. Der Vater zahlt für diesen Leichtsinn mit dem Leben seiner Familie und bleibt zudem auf Schulden sitzen, die er gemacht hat, um mit seiner Familie die Flucht nach Europa anzutreten. Der Friseur aus Kobane wird zur tragischen Figur, eines Konfliktes, den er persönlich nicht zu verantworten hat, dessen Folgen er trägt, weil er zur falschen Zeit, am falschen Ort gewesen ist.

Der Verlust seiner Kinder und seiner Frau, wird ihn jenes Traumes, auf eine bessere Zukunft, im fernen Kanada für immer beraubt haben – und seine Geschichte, ist nur ein Flüchtlings-Schicksal unter vielen. Der Krieg in Syrien wird zum Trauma einer Region, er dauert bald solange, wie der zweite Weltkrieg und ein Ende ist nicht in Sicht.

Noch leben 16 Millionen Syrer in dem zerfallenen Staat. Wie viele noch das Land verlassen wollen ist ungewiss. Das menschliche Drama des Einzelnen ist unfassbar, die humanitäre Krise eine Herausforderung für die aufgeklärte Welt. Die EU sollte deutlicher ihre Interessen wahrnehmen, wozu neben geostrategischen, eben auch humane Interessen zählen.

Die Politik ist gefragt aktiver zu werden, So kann die EU in der Türkei präsent sein und Flüchtlinge aufklären, diese Reise so nicht anzutreten, aber dafür bräuchte es ein Konzept, wie man geregelt Kriegsflüchtlinge, über die Türkei nach Europa bringt, ohne dass sie sich gefährden. Es muss klar sein, keine Familie mit Kindern steigt in ein Boot ohne hochsee-taugliche Schwimmwesten.

Poseidon, die türkische und griechische Küstenwache sollte hier engmaschiger kontrollieren und per Smatphone Apps alle Flüchtlinge, vor den Gefahren der illegalen Überfahrt warnen, zumal wenn sie diese ohne Schwimmweste antreten. Für die EU wäre es ein leichtes einen kurzen Videoclip ins Netz zu stellen, um generell vor den Risiken der Flucht zu Wasser und zu Lande. zu warnen. Eine Kampagne á la „Nicht ungeschützt in See stechen!“ wäre  kein Fehler.

Die Leichen aus Lastwagen und auf hoher See zu bergen, kann nicht im Interesse der EU sein, es stellt auch keine Leistung da, die sich in der Wertschöpfungskette darstellen lässt, aber sehr wohl eine geordnete Zuwanderungspolitik.

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