TV-Kritik #hartaberfair


Gestern wurde in Berlin, bei Hart aber Fair kalter Kaffee neu aufgebrüht. (Die Geschichte hinter der Geschichte) Es trafen noch sich zum zweiten mal zwei Mannsbilder und vier Weiber, eine war blond und ein Mann, trug die Haare lang. Der Parteivize der FDP war der Quotenmacho. Eine Kurznachricht auf Twitter, bringt es auf den Punkt und jeder weitere Satz zur Sendung gerät zum nutzlosen Zeitvertreib.

Unerquicklich aber, aber, aber – mir will nichts einfallen, wie der Satz weitergeht – immer wieder schiebt sich das Und dazwischen, und es war unerträglich, und es war zum nicht Anhören und Hinsehen – Wo ist sie hin, unsere um Erkenntnisse ringende Gesprächskultur – Haben wir es aufgegeben sinnstiftende Diskurse zu führen? – Palaver auf Stammtisch Niveau, es fehlten nur die üblichen Getränke und zum Abschluß die Schlägerei, zur Mitternachts Stunde.

Eine Blechbüchsenarmee für die Freiheit der Frau oder ein Plädoyer, wie „frau“ den Kühlschrank mit Agitation speisen kann. Der selbsternannte Frauenrat befreit Opfer, die selbst noch nicht wussten, Opfer zu sein. Ganz nach der Devise, jedes Grundrecht verdient seinen eigenen Wachhund. Mit aufgestelltem Schwanz hinterlässt er an jeder Kante, die wie eine Ecke daher kommt, seine Duftmarke oder die Länge des erhobenen Zeigefingers ist umgekehrt Proportional zur Relevanz des zu moralisierenden Dingsda.

Kultur ist nicht entschieden, aber die Kultur entscheidet. Längst ist unstrittig, dass wir nicht allein das Produkt unseres Genoms sind, so wenig wie das Produkt unserer kulturellen Sozialisation. Mann und Frau, weiblich und männlich sind nicht identisch – sind bestenfalls Gegenstück und Ergänzung. Aus der Zwillingsforschung wissen wir ….Nein, jetzt reichts, wer mehr wissen will, geht googln.

Wer faul im Reflektieren ist, bedient sich der Schublade, vorzugsweise dreier, wobei zwei zugehen, wenn eine aufgezogen wird. Es gibt das Eine oder das andere, wenn du nicht für mich bist, dann bist du gegen mich, und genauso argumentierten gestern die beiden Genderagitatorinnen – Selbstkritik: Vielleicht vom Gedanken aus dem Eifer gelockt, längstens über das Ziel hinaus geschossen zu sein? – Nein, wo kämen wir dahin?

Der Feldzug  ist noch lange nicht vollendet, die klassischen Frauenberufe müssen entgultig eingenommen und die Gesellschaft in Totalität gendermäßig beseelt werden. Was ist mit den Cutterinne und wieso ist die Bäckerzunft für Frauen so uninteressant? Wieso werden weibliche Kriminelle sanfter bestraft, als ihre männlichen Delinquenten? Die simple Erkenntnis, dass Frauen und Männer nicht gleich sind und wenn, dann nur vor dem Gesetz, reicht eben nicht – es muss bis in die Tiefe hinein alles, von der Kloschüssel bis zum Ampelfrauchen durch dekliniert werden.

Wieso ist der Auslöser an Kameras nur auf Rechtshänder eingestellt? Wieso werden an Fahrrädern die Ständer immer nur links montiert? Noch viel Land und Feld für Wachhunde.   Wieso haben wir in der deutschen Sprache nicht längst die beiden Artikel neutralisert?

In den Niederlanden, haben vor mehr als Hundertjahren, ganz ohne Gender, die Artikel abgekürzt. Sagen wir doch zukünftig nur noch „de“ statt Der und Die. Denn macht es noch Sinn, lässt es sich noch erklären, wieso wir d a s  Fenster sagen, aber d i e  Tür. Beides ist doch sächlich, was ist an einer Tür bitte weiblich? Wieso d e r  Wasserhahn, d e r Tunnel , d i e Karte, aber d a s  Kind – Kinder sind so unisex, war doch die Botschaft von Gender.

Übrigens, eine Reform der Artikel käme auch unseren Neubürgern entgegen, würde ihnen das Lernen und die Anwendung unserer Sprache erleichtern – Wie verwirrend, wir sagen das Schulhaus, aber die Schule – erkläre das einem Fremden – die Plausibilität fehlt.

Aber alles das, was das Leben leichter, luftiger und lustiger machen könnte, wurde gestern nicht besprochen – wie der Moderator schon betonte, der Talk unter seiner Rigide ist keine Unterhaltung. Nein, das ist er wirklich nicht, viel schlimmer – er ist eine Zumutung, den man gestern nur noch mit Kopfschütteln quittieren konnte, da halfen auch nicht die unaufgeregt vorgetragenen Bemühungen des Herrn Hofreiters, weil er sich nicht traute zu erzählen, wie es ihm geht, mit seinen langen Haaren, in einer Welt des Kurzhaarschnitts. Es fehlte seine Opferperspektive, es fehlte sein Aufschrei!

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