Claudia & Petra – ein Sommermärchen


„Es werden auch Menschen kommen,
die nicht unmittelbar verwertbar sind.“
(Claudia Roth bei Maischberger, am 9.September 2015)

Spot on, es werde Licht, Claudia Roth has spoken. Knall, Puff, Peng – Claudia hat den Vogel abgeschossen und mitten ins schwarze getroffen. Es ist wenig von dem Vogel übrig geblieben.

In der Claudia so eigenen und unverwechselbaren Art, hat sie vorgestern Abend, bei Sandra Maischberger, ihren moralischen Grundton dem breiten Publikum vorgestellt. Die Rigorosität und Verve, mit der sie uns ihr moralinsaures Bekenntnis zumutet, lässt nichts offen. Hier ist sie an Theatralik auch nicht durch den Juristen Michel Friedmann zu übertreffen und dessen moralischer Zeigefinger ist wirklich erhaben, kurzum der Ausdruck seiner ganzen Manneskraft.

Claudia ist ihre Zeichens Vizepräsidentin des Deutschen Bundestages und in dieser Funktion oberste Repräsentantin unseres Staats. Wenn dann diese Repräsentantin sagt – es werde Licht, dann wird es Licht und wenn sie sagt: „Es werden auch Menschen kommen, die nicht unmittelbar verwertbar sind“, dann hat das Gewicht und Bedeutung, dann sagt das alles aus, was unsere oberste Repräsentantin wirklich meint und dann darf  man das getrost zur Kenntnis nehmen, zitieren und weiter sagen, dann gibt es keinen Grund dies zu verschweigen, zu verheimlichen oder unter den Tisch zu kehren, dann sollten wir das ernst nehmen.

Aber es geschehen noch Wunder – der Claudia lässt die Medienmeute das durchgehen, aber wenn das der Wolferl, der Bosbach gesagt hätte, dann wäre aber Land unter gewesen und das Geschrei groß. An Claudias wasserstoffperoxidierten Haaren perlt das ab – Dabei ist dieser Satz so menschenverachtend, wie das Beinchen stellen der ungarischen Kamerafrau Petra Lazlo, auf dem Schlachtfeld von Rözske.

Also, wo bleibt der mediale Aufschrei, wo der sich selbsttragende, selbstentzündende Shitstorm – wo? Die Flaute ist verdächtig. Verhält es sich, mit der so hoch gepriesenen Eigendynamik des Netzes, am Ende so, wie mit dem freien Willen des Menschen, er ist gar nicht so frei und selbstbestimmt, wie er gerne daher kommt, steckt hinter jedem veritablen Shitstorm am Ende doch eine Meute von Brandstiftern, Einheitzern, damit der Kessel ordentlich brodelt, dampft und pfeift? It goes viral, braucht eben einen Anstoß, damit der Stein ins Rollen gerät, bleibt er aus, ruht das Geröll still und schweigend, wie bei unserer seeligen Claudia.

Es sind schon andere, wegen weniger politisch korrekten Tweets Job und Reputation, in no time los geworden, auf dem Weg von New York nach Kapstadt.

Aber Claudia heißt nicht Petra und das verbale Beinchenstellen wird der Vizepräsidentin eben als Lapsus von der Pressemeute verziehen, ganz anders die Situation auf Ungarns neuem Lechfeld. Die von der ungarischen Polizei eingekesselten, wie Schafe gehüteten Flüchtlinge brechen aus, auch durch den Ring der sie umringenden Journalisten. Dabei wird jeder, der sich den Fliehenden in den Weg stellt weg geschubst und die eingebettet Journalistin Lazlo wehrt sich mit Händen und Füßen, gegen die einwandernden, keine Grenzen anerkennenden, sie überrennenden Horden. Der RTL Reporter Stephan Richter hält das fest und das Video geht um die Welt und Petra ist ihren Job los und das Netz trachtet nach ihrem Leben, will sie gar den Schlächtern des islamischen Staates ausliefern, der Hass im Netz trifft sie mit voller Wucht und kennt auch keine Grenzen.

Für Petra ändert sich schlagartig alles. Petra wird sich wohl oder übel die Haare färben müssen, vielleicht so glänzend, wie die der Claudia, auf jeden Fall braucht sie ein neues Image. Claudia hingegen kann einen auf „business as usuell“ machen, sie repräsentiert weiter, dabei ist das verbale Beinchenstellen keinen Jota weniger menschenverachtend – es gilt der Satz – wer Bücher verbrennt, verbrennt auch Menschen.

Mit Claudia Roth verhält es sich, wie mit Alice Schwarzer, deren moralische Rigorosität ist unüberhörbar und kennt kein Pardon. Claudia sollte sich an Michel Friedmann ein Beispiel nehmen und von ihrem Amt als Vizepräsidentin des Bundestages zurücktreten. D. h. nicht weniger, als die moralische Verantwortung, für ihre verbale Entgleisung zu übernehmen und das ist das mindeste, was wir von ihr erwarten dürfen, wenn sie dem Ansehen des Amtes nicht schaden will und sich nicht selbst auf eine Stufe mit FJS stellen will.

Die Zeiten haben sich glücklicherweise geändert und die Zeiten sind vorbei, wo einer ungestraft Menschen als Schmeißfliegen bezeichnen durfte.  Nichts anderes ist es, was Claudia offenbarte, aller Bekundungen zum Trotz.

One thought on “Claudia & Petra – ein Sommermärchen

  1. thomrosenhagen 2015/09/10 / 5:32 AM

    na, ja du hast im Grunde genommen Recht… Aber auf das mit der „Verwertung“ hat der Philip ( ja der Rösler von der damals-FDP) einen Anteil am „Urheberrecht. Er hatte im Zusammenhang mit der Schlecker-Insolvenz von einer „Anschlussverweertung“ der „Schleckefrauen“ gesprochen. Ja, die Sprache verrät alles – auch bei den Grünen und gerade auch bei der Claudia Roth….

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