9/11 – Kontrollverlust


Kann dieser Tag ganz dem Gedenken des Ereignisses von vor 14 Jahren gelten? Leider Nein, heute spannt sich ein Bogen von New York bis Berlin.

Ist das anmaßend, weil etwas miteinander verbunden wird, was miteinander unvergleichlich ist? Die Ereignisse vom 11. September sind ein singuläres Ereignis, wie wohl auch die Migrationswellen der heutigen Tage und doch stehen sie in einem Kontext, eines weltpolitischen Gefüges. Das Gefüge ist Damals aus dem Gleichgewicht gekommen, wie es Heute auch aus dem Gleichgewicht fällt. Konflikte verlagern sich, was regional begrenzt schien, penetriert in Räume, die davon bisher unberührt schienen. Es geht um Interessen, ungelöste soziale Fragen, um Armut, Kontrolle und Souveränität.

Ist die Migration von hunderttausend Kriegsflüchtlingen nach Mittel- und Nordeuropa eine Invasion, wie Geert Wilders meint oder der Schrei hilfloser Menschen, die unsere ganze Barmherzigkeit verdienen, wie es Papst Franziskus sieht?

Wie wird die Frage beantwortet, als gemeinsamer Kraftakt oder als Kraftakt einzelner? Diese Frage stellte letztlich gestern auch die Bezirksbürgermeisterin von Berlin-Neukölln Giffey, im Talk bei Illner im ZDF. Sie richtete einen Hilferuf an den Bund und warnt davor die Kommunen bei der Flüchtlingsfrage allein zulassen.

„… wir haben doch die Kontrolle verloren, die Menschen verteilen sich unkontrolliert, die Hälfte wollte sich nicht registrieren lassen, sie gehen zu Verwandten …. wir müssen die Ängste und offenen Fragen, wie wir damit umgehen, ernst nehmen, andernfalls treiben wir die Menschen im eigenen Land, in die Arme nationalistischer, rechter Kräfte!“ Franziska Giffey 

So deutlich ausgesprochen trifft sich diese Zustandsbeschreibung mit den kritischen Leserkommentare der Tageszeitungen. Es sind nicht nur Unkenrufe von Pessimisten.

Die Herausforderung der Flüchtlingsfrage darf nicht der Ausverkauf des Bestehenden bedeutet, auf die Balance ist zu achten, so könnte man es zusammen fassen, was die Bürgermeisterin vom Vizekanzler fordert.

Haben wir die Kontrolle? Ist die Ampelanlage ausgefallen, statt auf Rot zu stehen? Will die Kanzlerin die Ängste wirklich weg beten? Die europäischen Nachbarn schütteln den Kopf, müssen sich unsere Nachbarn wieder zusammen Tun, um sich vor deutschen Alleingängen zu schützen? Findet hier ein Kulturkampf statt oder lösen wir gerade eine humanitäre Krise?

Wie vor 14 Jahren ist es Heute schwer vorstellbar, dass Menschen als Waffen eingesetzt werden, um politische und religiöse Interessen durch zu setzen. Wer hat hier welche Aktien im Spiel, wer welche Interessen – und haben wir unsere eigenen Interessen noch im Kopf?

Wir haben verloren, weil uns die Kontrolle entgleitet – wir werden kolonisiert, von jungen Männern, zwischen 15 und 20 Jahren – Menschen die keine andere Zeit bewusst in Erinnerung haben, als die von Hass auf die westliche Welt, in ihren eigenen Reihen – Damals waren es zivile Passagierflugzeuge, Heute sind es Menschen die Asyl anfragen und sie kommen und scheren sich nicht um europäisches Regelwerk – sie sind der Lackmustest für die europäische Übereinkünfte, sie zeigen, sie sind nicht durchsetzbar – Schengen und Dublin sind Synonyme für das Scheitern des europäischen Miteinanders.

Griechenland hat eine starke Armee, hoch aufgerüstet und will oder kann nicht die europäische Außengrenze sichern. Soweit ist es mit der europäischen Solidarität gekommen – wir zahlen einen hohen Preis, für die Durchsetzung neoliberaler Finanzpolitik.  Jetzt haben die Griechen ihre Drohung wahr gemacht, lassen die Türen nach Europa weit offen und sagen, geht in die lutherischen Lande, da müsst ihr sein, meidet die katholischen und sie tun es – die Schweden und Deutschen haben die Suppe auszulöffeln, die wir uns wohl doch auch selber eingebrockt haben. Werden wir gerade am Schlafittchen gepackt, am eigen Kragen und durch den Kakao gezogen – 14 Jahre nach dem Einsturz der Zwillingstürme ?

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