Die letzte Hoffnung – Lasst Mathematiker an die Macht


Kufstein, seit gestern gibt es wieder Grenzkontrollen. Die Grenze von Österreich nach Deutschland ist nicht dicht, aber wie bisher, gibt es keine frei Fahrt mehr und das soll so, mindestens die kommenden 2 Monate sein.

Wieso und warum ist auf allen Kanälen ausführlich erörtert. Der Bundesgrenzschutz, die Bundespolizei sind vor Ort und sieht hin, wer einreist und will damit jegliche illegale Einreise begrenzen. Die Grenzen sind semipermeabel, denn wer wandern kann, der findet seinen Weg nach Deutschland,  über die Berge, so denn das Navi des Smartphones hierfür ausgerüstet ist.

Was vor einer Woche als Junckerplan auf EU-Ebene besprochen wurde, ist heute von den Ereignissen eingeholt worden. Heute reden wir davon, dass bis zum Ende des Jahres 1 Million Kriegsflüchtlinge aus Syrien, Eriträer und Afghanistan nach Mitteleuropa eingewandert sein werden und es wird nicht die letzte Million sein.

Der von Willy Brandt beschrieben Nord-Süd-Konflikt hat Form angenommen und wir werden uns an neue Zeiten gewöhnen müssen, mit einem permanenten Strom von Flüchtlingen nach Europa.

Kann man das noch steuern und wenn ja, wie?. Die Politik reagiert reflexartig und zu spät, sie reagiert statt zu agieren. Es sind die Migranten die den Ton angeben und das Tempo bestimmen. Die Regierenden haben die Kontrolle verloren, sie wissen nicht wer alles inzwischen eingereist ist und die Zahl der Illegalen ist unbekannt.

Die Äußerung der Kanzlerin, es gebe keine Obergrenze beim Grundrecht auf Asyl, hat wie ein Brandbeschleuniger gewirkt. Auch wenn man ehrlichhalber dazu sagen muss, die Entwicklung der letzten 14 Tage kam nicht überraschend, schon im April d.J., wurde auf höchster Ebene die Migrationsfrage diskutiert und die Einwanderungszahlen aus dem Mai, Juni und Juli haben den Anstieg registriert und dies mit steigender Tendenz.

Die Situation schreit nach einer Lösung, nach Experten und nach keinen Experimenten. Der niederländische Kolumnist Asher Ben-Avrahamn schlägt vor Mathematiker zum Konklave zu rufen und will sie erst aus dem Brüssler Sitzungssaal entlassen, wenn weißer Rauch auftseigt und sie eine Lösung der Steuerung, der sich selbstaufrufenden Migrantenströme, gefunden haben. Er ruft nach den Chaos-Theoretikern der Mathematik, sie sollen die Wege zeigen,  aus der Krise.

Auch wenn die Bilder, von der Grenze Ungarns, anderes meinen, es ist ist nicht mehr die Zeit der Aktivisten, die mit weit aufgerissenen Augen, als Einheitzer Empörung provozieren, weil sie uns die unmenschlichen Zustände in Roszeck vorrechnen und den Regierenden grundsätzlich a priori, jedes Maßhalten der Trecks, als inhumane Menschenquälerei ankreiden.

Schließlich sind die Flüchtlinge keine gejagten, niemand anderes als die Zeit sitzt ihnen im Nacken und sie müssen auch keine Todesmärsche bewältigen, noch werden sie, wie die Flüchtenden 1945, in einer Nacht und Nebel Aktion vertrieben und von Vergewaltigung und Tod bedroht. Sie haben Zeit, können sich registrieren lassen und sich auf die Gesetzeslage von Schengen und Dublin berufen, anders als die Flüchtlinge zwischen 1945 und 1950. Die waren völlig rechtlos. Vergleiche sind anmaßend und zeugen von einer Grobschlächtigkeit, die seines Gleichen kennt. Die Asyllobby sollte den Ball flach halten und anerkennen, was Europa geleistet hat.

Es ist exzeptionell und kennt tatsächlich kein vergleichbares Vorbild in der Weltgeschichte. Die Migranten dieser Tage sind nicht um ihr Leben gerannt, sie sind gerannt um zu leben. Und das ist in Ordnung. Man kann es Mut oder Frechheit nennen, die Flüchtlinge dieser Tage wollen selbst bestimmen, wo sie Asyl anfragen, sie nehmen für sich eine Reise- und Wahlfreiheit in Anspruch, die nirgends auf der Welt verbrieft ist und sie wissen es. Wer auch immer sie instruiert, welches Mangement hinter den Apps steckt, dass sie nach Zentraleuropa führt, es hat ihnen eingeredet, dass auch das in Ordnung ist. Das schon ist ein bemerkenswerter Sachverhalt und ein Novum, wie auch die Reaktion der Regierenden im Spreebogen, die diesen Rechtsbruch tolerieren.

Was ist zu tun, um das Tempo aus den Flüchtlingsströmen zu nehmen, damit die Kommunen die Zeit haben, die sie brauchen, um Unterkünfte bereit zustellen? – Was ist noch zu erwarten? Was brandet an die griechischen Küsten, in abenteuerlichen und halsbrecherischen Touren? –

Ein ertrunkenes Kind scheint nicht, ein Kind zu viel zu sein! Es kommen Kinder, Frauen und Männer zu Tausenden. Seit dem tragischen Tod an Bodrums Küste, sind inzwischen dutzende weitere Kinder ertrunken. Als ob die Welt kein Morgen kennt und ein Kinderleben keinen Wert hat. Ungeheuerlich!

Der Kolumnist des niederländischen Blogs opinieZ.com sagt dann auch, „Europa muss ein Chaos bewältigen,  für das die Standardmittel und Rezepte nicht mehr tauglich sind. Das Chaos mus bewältigt werden, von Leuten, die sich damit auskennen“. Er ruft nach Mathematiker, die den Weg weisen. Das wird ein frommer Wunsch bleiben, weil die Regierenden ihrerseits auf ihre Ministerialbürokratie bauen, auf ihre Scherpas und nicht auf mathematisches Expertentum. Keine Macht den Mathematikern – schade!

Eigentlich sollten die Politiker die Finger davon lassen, weil es nicht besser wird, was sie anfassen. Wie anders muss man der Kanzlerin Intervention bewerten – als einen Akt der blinden Barmherzigkeit? Was kommt als Nächstes – Bibedibabedibu und viele kleine Sternchen?

Was ich in den letzten 8 Tagen beobachten konnte, lässt mich am Verstand der Kanzlerin zweifeln und ich denke, die Vertrauensfrage zu stelle, ist so verkert nicht. Mit „wir schaffen das“ löst man keine Probleme.

Ich stoße, auf der Suche nach Antworten, auf die Frage: Ist das ein riesiger Stresstest, für unsere Zivilgesellschaft, wie schnell sie, für bis zu 1 Million Menschen Platz schaffen kann? Gedankenspielereien! Eine Antwort werde ich nicht bekommen.

Die EU muss heute in Brüssel kurzfristige und langfristige Antworten finden, denn auf den ägäischen Inseln, wie Lesbos warten die nächsten hominiden Wellen, die die Sehnsucht nach Europa treibt. Das Boot ist voll, sagen sie in Jordanien – sie warten auf Hilfe aus Europa.

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