„Um zur Abstraktion zu kommen, muss man immer von einer greifbaren Realität ausgehen“


lesenswerter Beitrag
Picassos Stier-Skizzen
Orginale sind im Picasso-Museum in Münster zu sehen.

Picasso_Stier_9

Eckers Bestiarium

Der Stier und die Kunst der Abstraktion

Von Manuel Maldonado-Alemán

Als der Primitivismus zu Beginn des 20. Jahrhunderts in der europäischen Avantgarde als Ästhetik des Widerstandes gegen Normvorstellungen der spätbürgerlichen Kultur entstand, suchte man überall nach vorzivilisatorischen Ausdrucksformen, nach dem Ursprünglichen und Unverfälschten, nach einer neuen Denk- bzw. Wahrnehmungsform, die im wissenschaftlichen Diskurs mit verschiedenen, häufig synonym gebrauchten Begriffen bezeichnet wird: „mythisches“, „magisches“, „primitives“, „wildes“ oder „prälogisches“ Denken. In der Begegnung mit Kultformen und Weltanschauungen ‚primitiver‘ Völker in Afrika oder auf den Südseeinseln erhofften sich viele Künstler und Autoren, den Ursprüngen schöpferischen Daseins nahe zu kommen, eine naturhafte, genuin ästhetische Reinheit wiederzufinden, die jenseits des von den Gesetzen der Logik und Kausalität geprägten rationalen Denkens des modernen zivilisierten Menschen auf einer mythischen Denkform basiert. Aufgrund der Verweigerung logisch-rationaler Kausalitäten wurde die neue Denkform als ein „Anderes der Vernunft“ konzipiert (Bürger 1983, 41). Insbesondere die sogenannte art nègre (Negerkunst), ein Ausdruck…

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