Arthur Schopenhauer – ein Islamfeind oder Kritiker?


“Man betrachte z.B. den Koran: dieses schlechte Buch war hinreichend, eine Weltreligion zu begründen, das metaphysische Bedürfnis zahlloser Millionen Menschen seit 1200 Jahren zu befriedigen, die Grundlage ihrer Moral und einer bedeutenden Verachtung des Todes zu werden, wie auch, sie zu blutigen Kriegen und den ausgedehntesten Eroberungen zu begeistern. Wir finden in ihm die traurigste und ärmlichste Gestalt des Theismus. Viel mag durch die Übersetzungen verloren gehen; aber ich habe keinen einzigen wertvollen Gedanken darin entdecken können.” Arthur Schopenhauer (Quelle, @Gunthard Heller)

Was meinen Sie?

Müsste man Schopenhauer wegen dieser Aussage aus dem Kanon der deutschen Literatur streichen? Ist Schopenhauer islamfeindlich oder formuliert er eine berechtigte Religionskritik? Welche Stellen im Koran sind ein Gegenbeweis zu seiner Unterstellung, dass er keinen einzigen wertvolle Gedanken im Koran kenne? Wie gut können unsere eigenen Kenntnisse vom Koran sein, wenn wir nicht selbst dem Arabischen mächtig sind? Sind wir in der Lage ein qualitative Kritik auszusprechen? Viele loben die Poetik des Korans – was aber ist so poetisch, seine blumige Sprache? Können wir über den Koran reden, ohne der Blasphemie verdächtig zu sein? Sind sogenannte heilige Bücher für Kritik empfänglich?

Der Islamkritiker Hamed Abdel-Samad fordert von seinen Glaubensbrüdern eine selbstkritische Auseiandersetzung mit dem Koran. Wegen seiner kritischen Anmerkungen zum Islam braucht der Autor 24 Stunden Polizeischutz. Kann Kritik nur noch in geschützten Räumen artikuliert werden? Können wir dann überhaupt noch von der Freiheit der Rede reden, wenn wir sie doch nicht mehr frei äußern können? Kann es einen nicht politischen Islam in einer säkularen Gesellschaft geben?

„Wenn der Islam nicht politisch ist, ist er nichts“

Das Christentum konnte nur mit Gewalt dazu gezwungen worden seine weltlichen Herrschaftsansprüche aufzugeben. Für wie wahrscheinlich ist es, dass der Islam seine weltlichen Herrschaftsansprüchen friedlich aufgibt? Kann er das überhaupt, wenn er nichts ist, wenn er nicht politisch ist, wie Ajatollah Chomeini es formuliert hat.

Navid Kermani hingegen unterscheidet zwischen dem politischen und dem mystischen Islam; Konstantin Sakkas, der Philosoph und Historiker meint der Orient ist nicht der Islam.

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