„Der einfache T…

Apropos Offshore-Leak: Eine bigotte Diskussion, die von Steuermoralisten betrieben wird, deren Parteigängern gestern diese Steuerparadiese als Erfolgsmodelle priesen und jetzt die Chancen nutzen, um den Bürger im allgemeinen und speziellen mit weiteren Regeln zu gängeln. Seit über 30 Jahren sind diese Praktiken bekannt und an diesem Thema ist nichts wirklich neu. Sie werden nicht die multinationalen Unternehmen zu packen bekommen, sie werden deren Tun mit wohlwollendem Achselzucken hinnehmen und am Samstagvormittag wieder mit der Familie bei Ikea der Tochter’s Studierzimmer einrichten und danach bei Starbucks den Cappuccino einnehmen.

„Der einfache Trick, dass man an die hundertprozentig eigene Tochter in Ländern mit hohen Steuern zu einem absurd hohen Preis verkauft und in Ländern mit niedrigen Steuern zu einem Spottpreis verkauft, bringt wahre Wunder an Gewinnmaximierung zustande – und Gewinnmaximierung ist schließlich Hauptziel und entscheidender Erfolgsmaßstab der Unternehmensplanung.“ [und weiter heißt es..]
„Die Manager der Erde glauben, sie machten den Planeten, indem sie ihn als integriertes System lenkten, ,kleiner und homogener’. Sie verwandelten die Welt in ein globales Einkaufszentrum – mit Folgen für das Selbstverständnis: Die Führungskräfte und Angestellten der globalen Konzerne „haben zu ihren Unternehmen und Berufszweigen ein Loyalität entwickelt, die ihnen weit wichtiger ist als die Loyalität zum eigenen Land.“

„Der revolutionäre Aspekt des multinationalen Unternehmens sei tatsächlich nicht seine Größe, sondern seine globale Vision von der Überwindung des Nationalstaates.“

~ „Die Krisenmacher. Die Multinationalen und die Verwandlung des Kapitalismus“. Richard J. Barnet und Ronald E. Müller, USA 1974.

„Ich habe lange davon geträumt, eine Insel zu kaufen, die keinem Staat gehört und auf dem wirklich neutralen Boden einer solchen Insel, wo ich keinem Staat und keiner Gesellschaft verpflichtet bin, die Weltzentrale von Dow zu gründen.“ ~ Chef von Dow Chemical 1974

Frank Schirrmacher bei 3 nach 9 zur aktuellen Finanzkrise

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Mr. DAX / Dirk Müller: Drohlt uns ein Bank-Run?

„Wir sind auf einem guten Weg. Wenn wir den Weg fortsetzen, besteht viel Grund zu der Annahme, dass wir das Schlimmste hinter uns haben.“
Finanzminister Wolfgang Schäuble, am 16.01.2013 im Handelsblatt

Was soll man auch von einem Mann halten, der sich nicht an einen Koffer mit 100.000 DM erinnern kann? So einem Juristen sollte man schon gar nicht seinen Spargroschen anvertrauen!

Wir werden eines Montagsmorgens nach dem Aufstehen, oder an einem Freitagmittag nach Schluss der Börse, aus den Nachrichten erfahren, dass die G 20 Regierungschefs oder die Finanzminister der EU, in einer Sitzung die Abwertung der Währungen um 50% beschlossen haben, oder eine Sondersteuer auf Bankguthaben und Stunden später werden die Herren weiter verkünden, dass alle Immobilienbesitzer einen Lastenausgleich zu zahlen haben und der Goldbesitz, sowie Rohstoffe mit einer weiteren Steuer belastet wird.

An diesem Märzwochenende des Winters 2012/2013 haben es die Finanzminister der EU-Staaten nur auf die Guthaben der Zyprianer (2/3) abgesehen von den Aktiendepots, die haben sie vorerst verschont – doch die Aufregung ist groß und das Vertrauen perdu. Morgen werden es dann die G20 Regierungschefs sein, unter Führung der USA. Der Währungsschnitt wird kommen, es ist nur eine Frage der Zeit.

Um in Zypern die Lasten für reiche Bankkunden gering zu halten, sollen auch Kleinsparer 6,75 Prozent ihrer Guthaben abgeben. So viel zum Versprechen: Die Einlagen in den Banken sind sicher. Die Garantie der EU für Bankeinlagen bis 100000 Euro ist das Papier nicht wert, auf dem sie steht.
Sind die von der EZB zurückgehaltenen Daten zur Vermögensverteilung in der Eurozone so brisant, dass vor der Veröffentlichung ein Exempel an zyprischen Kleinsparern statuiert werden musste? In der Eurokrise erlebt der Euro-Steuerzahler, wie eine Regel nach der anderen gebrochen wird. Nun sieht in Zypern jeder Euro-Bankkunde, wie ihn die Eurogruppe enteignen kann, wann immer es ihr beliebt. Für den Euro-Anleger gibt es keine Sicherheit mehr für sein Sparguthaben. Seit in der Währungsunion der Bailout ein Gewohnheitsrecht ist, gelten keine Regeln und gibt es kein Vertrauen mehr.
(F.A.Z.; von Holger Stelzner, vom 18.März 2013: Jetzt auch Zypern.)