Die Kölner Botschaft


Es folgt die Kölner Botschaft von einem kleinen Schwarm aufrechter Kölner, aus Kultur und Showbusiness, angeführt vom Erzbischof der Stadt. Hilfreich zur Seite stehen ihnen der WDR und die vereinigte Journaille der Stadt, und auch ein Quartett aus Bonn und Düsseldorf sind mit von der Partie. Sie wollen ein Zeichen setzen, gegen sexualisierte Gewalt und Xenophobie.

So weit so gut, würde sich da nicht der Oberhirte – supremum Dominum der mächtigsten Diözese der katholischen Welt zu Wort melden. Die Kölner Erzbischofs und seine Entourage hatte etwas auf dem Herzen, was unbedingt verkündet werden musste, nach der bösen, unwirklichen Nacht am Dom.

Was uns da aus der Rheinmetropole verkündet wurde, soll uns wieder auf die Füße stellen, wir – die mit unserer Wut auf dem Kopf stehen; sie will uns voran bringen und uns daran erinnern, was ist und sein soll, aber nicht ist und nicht sein darf. An sich eine gute Idee, wenn die Botschaft klar und eindeutig um das Los der Frauen gegangen wäre.

Doch zwei Apostel aus Köln fehlten im Reigen, um ein Dutzend voll zu machen – Ursula Enders und Alice Schwarzer. Sie sind nicht unter den Verkündern der frohen Botschaft. Gerade sie, die für Frauenrechte und gegen die sexualisierte Gewalt zu Felde ziehen. Was ist da los in Köln? Sind die progressiven Kräfte der Stadt gespalten und zerstritten? Ja, das sind sie!

Köln gibt sich gerne von Natur aus einig, weltoffen und lebensfroh – doch diese Zeiten gehören der Vergangenheit an, denn inzwischen droht die Metropole in einem biederen Sumpf von Vetternwirtschaft (Klüngel) zu versinken, Es begann mit dem Einsturz des Stadtarchivs und reicht bis zu den letzten Oberbürgermeisterwahlen im Herbst 2015. Die Kölner Bürgerschaft ist ihr  politisches Establishment leid, was unter anderem auch in der geringen Wahlbeteiligungen bei den letzten OB-Wahlen zum Ausdruck kommt.

Die Tafelrunde des Erzbischofs kennt große Namen, es ist ein Aufbäumen der alten Garde, die noch einmal Flagge zeigen will. Die verkündete Botschaft ist nicht mehr als eine Appellation, sie zeigt keinen Weg aus der Migrations- und Flüchtlingskrise und sie ist schon gar keine Selbstverpflichtung der Tafelrunde. Sie gehen nicht mit guten Beispiel voran, sie verlängern allein den erhobenen Zeigefinger des Oberhirten.

Sie führen das Schwert der Toleranz und tragen das Schild gegen den Hass, wie in alten Tagen. Dabei kann man Toleranz nicht mit einem Streich verordnen und  Gefühle der Wut und des Hass mit einem Schild abwehren. Der Botschaft fehlt die Selbstverpflichtung, wo und wie geht der Erzbischof mit gutem Vorbild voran?

Der Bischof und seine Apostel lesen allein dem gemeinen Volk die Leviten. Sie selbst sind ohne Fehl und Tadel – nur einwenig wütend auf die anderen Zeitgenossen, die sich empören, über das Lügenspiel der Regierenden und Vasallen in den Medien.

Der Botschaft fehlt es an der klaren Botschaft, denn das was verkündet wird, ist was wir seit Jahr und Tag zu hören bekommen und es entsteht der Eindruck, je toleranter wir werden, desto größer das Geschrei um die Toleranz. Gibt es keine Grenzen der Toleranz?

Viel wird von den Aposteln verschwiegen. Wie, dass diese Deutsche Gesellschaft so tolerant ist, wie keine zuvor in den letzten 30 Jahren, 5 Millionen Muslime wurden erfolgreich integriert. Und es fehlt die Forderung nach einem Zuwanderungsrecht, das legalen Landungsbrücken nach Europa kennt, mit einem Asylverfahren, das in den Auslandsvertretungen seinen Anfang findet, lange bevor sich die Trecks aus dem Orient, über die halsbrecherische Route, über die Meerengen der Ägäis, nach Europa aufmachen.

Die Botschaft der Apostel setzt fort, was die Regierung Merkel an Ignoranz und Selbstgerechtigkeit im letzten Jahr offenbarte. Die Scheinheiligkeit der  Administration Merkel bleibt unerwähnt, wie deren Verweigerung Zuwanderung so zu gestalten, das niemand mehr auf kriminelle Schleuser angewiesen ist bzw. niemand mehr den gefährlichen Weg über das Meer wagen muss, um nach Europa zu kommen.

Die ganze Operation „Willkommenskultur“ kann eher als ein gewaltiger Stresstest für eine Gesellschaft verstanden werden – Nach der Devise: schauen wir doch mal, was wir ihnen zumuten können, wie lange es dauert bis sie sich verweigern und lass uns ausprobieren, wie wir gegensteuern, wenn es eskaliert. Wie jetzt an Sylvester. Kein Wort zur Vergewaltigung von zwei minderjährigen Mädchen in Weil am Rhein, aber die Tafelrunde hat Stellung bezogen, das Maul aufgemacht – Zähne gezeigt!

Doch die Kölner Botschaft bleibt unklar, wo sie klar hätte sein können, denn wer ist eigentlich der Adressat? Oder ist das ganze dann doch wieder nur eine Demonstration der eigenen Herrlichkeit. Die Regierung ist auf jeden Fall nicht gemeint, auch nicht die EU-Kommission oder der Chef des Bundesamtes für Migration. Wieso eigentlich nicht, sind die für die Tafelrunde des Erzbischofs unantastbar?

Der Erzbischof ist bis in die Spitzen des Staates hinein, bis zur Bundeskanzlerin gut vernetzt, er würde niemals etwas unterstützen, was ihm schaden würde. Insofern ist diese Botschaft, verbreitet über den WDR ein Beitrag zur politischen Landschaftspflege für den eingeschlagenen Kurs der Kanzlerin.

Kritiker die Klartext reden, die das Übel an seiner Wurzel packen würden sind an der Tafelrunde des Erzbischofs unerwünscht. Die Frage, macht die Regierung in der Krise einen guten Job wird erst gar nicht gestellt, wie auch der Tatsache, der strukturellen Frauenfeindlichkeit in breiten Kreisen der islamischen Welt, keine Aufmerksamkeit geschenkt wird.

Die Verkünder der Kölner Botschaft sagen nicht, zu was sie sich verpflichten, sondern allein was sie von anderen erwarten, Die Apostel des Erzbischofs sind selbst ohne Fehl und Tadel; sie sind fei von Ressentiments, Fremdenfeindlichkeit und Hass. Nein, wütend können diese gleichmütigen Apologeten der wohlgesonnen Gesinnung nicht sein – Sie sind erhaben und stehen über allen politischen Wirren, sie meinen es nur gut und selbstverständlich empören sie sich über die Frauenfeindlichkeit, doch mit dem kruden Frauenbild der arabischen Welt kann das nichts zu tun haben und auch nichts mit der absurden Migrationspolitik dieser Regierung, weil die wollen ja nur helfen,

Die Spatzen vom Wallraf-Platz pfiffen es von den Dächern und der Erzbischof von Köln wandelt auf seligem Grund, denn von seiner Domplatte darf nie wieder so eine schreckliche Botschaft ausgesendet werden.

Der vollständige Text der Kölner Botschaft, ist wortreich und ich will mit den Worten von Jean Paul erwidern:

Gehe nicht, wohin der Weg führt, sondern dorthin, wo kein Weg ist, und hinterlasse eine Spur.

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