Ein Mann der Würmer in den Fluss wirft

Ein Mann der Würmer in den Fluss wirft, ist nicht unbedingt ein Freund der Fische

Schon am Anfang der Rede von Benjamin Netanyahu ist der Köder ausgelegt, der, wird er geschluckt, später seine Wirkung entfalten wird. Er vermengt sich mit den vielen kleinen Dosen gleicher Machart, die Stück für Stück schon geschluckt wurden. Wer nicht schon beim Zuhören dieser Rede vor den beiden Kamern des Kongress erst mal auf die Bremse tritt und sein Gehirn arbeiten lässt, der hat den Köder schon verschluckt und egal wie viel leckere Nahrung auch dabei ist, der Haken ist mit drin. Wie heisst es doch so schön: Ein  Mann, der Würmer in den Fluss wirft, ist nicht unbedingt ein Freund der Fische.

ZUR VORBEREITUNG DES 70. #EDCHATDE: Neue Entwicklungen im Bildungsmedienbereich – ein #Didacta15 Review

LOB:

Nachlese zur #didacta 2015 in Hannover, bin gespannt auf die Diskussion und Ergebnisse.

Ursprünglich veröffentlicht auf #EdchatDE:

Scroll down for English version, please.

Vom 24. – 28.2. hat die diesjährige Didacta Bildungsmesse #didacta15 in Hannover stattgefunden. Eine Besonderheit: Es gab einen #EDchatDE-TweetUp :)

Eine weitere Besonderheit: Im Vergleich zu den Vorjahren war auch in 2015 eine deutliche Zunahme an sogenannten „digitalen Bildungsmaterialien” und generellen Lösungen im Bereich der Bildungstechnologie zu bewundern. Hier scheint wirklich etwas in Bewegung zu geraten. Aber gerät auch in Schule und Hochschule etwas in Bewegung oder passt die Realität mit der Messe nicht wirklich zusammen? Ob und warum das so ist, was wir uns von zukünftigen Bildungsmaterialien und Messen erwarten und wie unsere Erfahrungen auf der #didacta15 waren, dies alles werden wir am kommenden Dienstag, dem 3.3.2015 von 20 – 21 Uhr im #EDchatDE diskutieren.

Wie üblich veröffentlichen wir an dieser Stelle nun die Fragen des 70. EDchatDE und freuen uns auf rege Beteiligung und lebhafte Diskussionen.

Eure Moderatoren,

Torsten (@Herrlarbig) und André (@Tastenspieler)

Original ansehen noch 753 Wörter

“Jede Jeck is anders” #Himmelsleiter #ARD

Wenn isch su an ming Heimat denke. “En Kölle am Rhing ben ich gebore / ich han un dat litt mer em Senn / ming Muttersproch noch nit verlore / dat eß jet, wo ich stolz drop ben.”
Tcha, wieder einmal alles in den Sand gesetzt, liebe ARD. In der Kölner Theater-, Amateur- und Kleinkunst-Szene hätte es noch genug Menschen gegeben, die ihren Charakterkopf für ein richtigeres Nachkriegs-Köln in einigen Haupt- und allen (!) Nebenrollen hergeben hätten können. So ist wieder einmal “Neusprech” anstatt “Muttersproch”(…) (Karl-Heinz Umlaut,FAZ,28.02.2015)

So schreibt der fleißige Forist. Es geht um den Zweiteiler die “Himmelsleiter”, der am 27. und 28.02. im Abendprogramm der ARD lief. Die Entrüstung über die Verballhornung des “Kölschen” wird, unter dem Hashtag #himmelsleiter und #datisnitkoelsch, in den sozialen Medien beherzt diskutiert. “Als Kölsch noch Umgangssprache war” oder “Quatsch – Es gibt einfach Wörter, die Kölner niemals so sprechen würden”, z.B.  “allet”, “anderet”, “wat” für “etwas” (richtig: “jet”) – es wird moniert,  dass es eben nicht reicht, den Konsonanten “s” in “t” zu ändern…” “die hätten sich für die GEZ Gebühren einen Sprachcoach leisten können”, heißt es selbstbewusst.

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Raddatz liest sich schnell, so schnell wie geschrieben

Raddatz’ Schutz war die absolute Offenheit. Geheimnisse hatte es genug gegeben in seinem Leben, vor allem in seiner Kindheit, und die hatten immer nur anderen genützt
(“Der bessere andere” Faz,27.02.2015)

Was für ein Satz, die Geheimnisse haben immer nur den anderen genutz und seine Antwort ist die rücksichtslose Offenheit. Offenheit ist unangenehm oft unerträglich, da will man dann lieber flüchten und alle Türen hinter sich verschließen. Meine Begegnungen mit F.J.R. fanden über die Zeit statt, die damals für mich noch lesbar war, bis er seinen Kotau mit Goethe hatte, danach habe ich mich kaum noch angesprochen gefühlt, auch weil die Zeit unhandlich ist, sie beschwerte beim Reisen mit dem Zug, zwischen Leiden und Frankfurt.  Ich fand es auch immer störend, wie andere Zeitleser platzräuberisch lesen, irgendwann wollte ich nicht mehr dazu gehören und da waren mir die kleinen Formate, schon auch aus haptischen Gründen lieber, die NZZ. Bloggen ist auch so eine Art des rezensierens. Es braucht Kritiker, das verstehe ich heute besser als damals. Seine Kritiken fand ich oft genug bissig und zuweilen ist das einschüchternd, weil es sich auch schnell liest, was schnell geschrieben wurde und das beeindruckt, zu mal, wenn man nicht so nassforsch veranlagt ist.

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Nachlese zur #didacta oder 35 € fürs Phrasenschwein

“Parkour der Möglichkeiten im Klassenzimmer”; “ko-kreativer Unterricht”; “Partner im Bildungsprozess”; “Digitale Medien flankieren den Lernprozess”; “interaktive Prozesse”; “individuelles, selbstorganisiertes Lernen” //
Herr Oppermann, bitte 35 Euro ins Phrasenschwein.
(Martin Schmidt in der FAZ)

Heute endet in Hannover die #didacta, Wassilios Fthenakis hat in seiner Eröffnungsrede für den Einsatz digitaler Medien eine Lanze gebrochen und im Netz werden die Mythen zum Thema Bildung diskutiert. In einschlägigen Lehrerblogs demontieren sich die Gegner und Befürworter.

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Es geht um Prinzipien & Werte

Egal, welche Rolle wir einnehmen, in welchem Kontext wir stehen, beruflich oder privat, als Mitarbeiter, als Führungskraft, als Bürger und Freund, als Vater und Mutter. Die Inhalte die wir teilen sind austauschbar, die Werte und Prinzipien offenbaren unsere Handlungsstrategien. Wenn wir etwas ändern oder fördern wollen, dann geht dies nicht ohne geschärften Sinn für diese Prinzipien und Werte. Störungen und Konflikte enstehen im Spannungsfeld auseinanderlaufender, sich gegenseitig ausschließender Werte und Prinzipien.

Niemand verkörpert die einzig wahre Wahrheit, weder Charlie Hebdo noch Zeichner, Journalisten oder Redaktionen. Auch über eine Glosse, eine Satire, eine Karikaturen oder ein ironisch formuliertes Pamphlet läßt sich trefflich streiten. Letztendlich geht es nur um den Streit. Dinge auf die Spitze treiben, um unverblümte Reaktionen zu provozieren, um Standpunkte zu präzisieren, um Klartext zu erzeugen. Und das geht nur, wenn die Freiheit der Meinung – expression liberté – gesichert ist, wenn sie nicht mit Gewalt unterdrückt oder aus Angst vor Gewalt zurückgehalten wird. Es bleibt allen Kritisierten unbenommen, mit gleicher Münze zurückzuzahlen, mehr noch, genau das ist doch sogar erwünscht. Es sind nicht die Aussagen von Charlie Hebdo, die zu schützen sind, das, was Charlie Hebdo verkörpert, das ist zu schützen: die Meinungs-, die Kunst- und die Pressefreiheit.(DerQuerulant)

Das digitale Klassenzimmer Chancen & Risiken

Passende zur didacta die Ende Februar in Hannover stattfindet beginnt der öffentliche Diskurs zum Einsatz digitaler Medien im Unterricht. In der FAZ erschien gestern ein Artikel zum Thema “Das digitale Klassenzimmer“.

Die Autorin zeigt am Beispiel des Franz-Stock Gymnasiums (@FranzStockGym) in Arnsberg, wie der Einsatz digitaler Medien gelingen kann. Deutschland hat 40 TSD. Schulen, wie weit das Digitale- das Kreidezeitalter überwunden hat, erklären eine Studie im Auftrag der Konrad-Adenauer-Stiftung (@KASonline) und die KIM-Studie, deren Ergebnisse im Rahmen der didacta vorgestellt wird. Exemplarisch, für die problematische Situation an deutschen Schulen, ist der Leserkommentar einer Lehrerin zum erwähnten Artikel in der FAZ, den ich hier ungekürzt wiedergebe.

Meine Erfahrungen mit Whiteboards sind schlecht. Es schreibt sich nur holperig darauf, das Ergebnis ist kaum lesbar. Selten, dass eine Schulstunde ohne technische Probleme verläuft. Dazu Inkompetenz von Lehrerseite, und dieses ständige kalibrieren, was eh nichts nützt, weil der Punkt anschließend trotzdem fünf Zentimeter vom Stift entfernt erscheint. Die Tafel ist zuverlässiger. IPads haben meiner Meinung nach zu wenig Funktionen, wenn schon sollte man richtige Laptops verwenden. Beunruhigend ist auch, dass Viele inzwischen nicht mehr in einem Buch, oder in einem längeren Text nach den Informationen suchen können, welche sie benötigen, sondern lieber über ein Suchmaschine schnell nach einer Antwort suchen lassen. Kaum ein Referat kann heute noch Bücher als Quelle angeben. Medienkompetenz schön und gut, aber wir sollten nicht verlernen ohne diese Geräte zu kommunizieren, und Informationen auszutauschen. Nicht zu vergessen, die Gefahren im Netz.(Quelle)

Die Stimmung in der Lehrerschaft kennzeichnet die Stellungname des umtriebigen Präsidenten des DLV Josef Krause. Mit bajowarischer Eloquenz tritt er als Warner auf, er sieht die Risiken und hält die Chancen für den Einsatz digitaler Medien im Unterrichtsalltag für überbewertet. Und er geht weiter und sagt: “Die totalen Computerisierung des Klassenzimmers schadet der Konzentration und dem Durchhaltevermögen der Schüler”. Hat er Recht?

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