ARD und ZDF: Griechen zu dumm für Demokratie

LOB:

Projektion und Gegenprojektion – wer ist denn nun der Dumme? Ein Buch, das in den letzten 10 Jahren oft und gerne zitiert wurde, trägt die Überschrift “Simplify your life!” … Wenn etwas so kompliziert ist, dann sollte man schon aus Prinzip Nein sagen, denn was so kompliziert erklärt wird, ist aller Wahrscheinlichkeit auch in seiner Umsetzung ebenso kompliziert.

Ich reblogge hier einen Text, weil hier thematisiert wird, was ich inzwischen immer unerträglicher finde – wie die Korrespondenten von ARD & ZDF, wie Krause und Gottlieb aus Griechenland und Brüssel berichten. An die Stelle von Berichten treten Verlautbarungen und Journalisten übernehmen die Rolle von Pressesprechern. Eigentlich sollte man das Vergleichen lassen, aber Art & Weise der Berichterstattung, von ARD & ZDF lassen den Eindruck zu, die Redaktionen haben mehr mit Goebbels Rhetorik gemein, als mit den Qualitätsstandards eines Hanns-Joachim Friedrich – doch lest selbst und macht euch selbst ein Bild.

Ursprünglich veröffentlicht auf Die Propagandaschau:

ardzdfAngesichts des von der griechischen Regierung geplanten, urdemokratischen Referendums über die Fortsetzung des Spar- und Austeritätsprogramms der Euro-Gruppe, laufen die Staats- und Hetzsender ARD und ZDF zu historisch leidlich bekannter Größe auf.

Es wird gelogen (“das ist eine Abstimmung über den Euro”) und es wird gehetzt (“das versteht der griechische Bauer nicht”), dass es eine wahre Pracht ist. Der journalistische Abschaum in den Regierungssendern lässt nach und nach seine pseudo-demokratische Maske fallen. Das ist so herrlich entlarvend, dass wir hier mit dem Dokumentieren dieser Verkommenheit und Doppelmoral kaum noch nach kommen.

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Warum ich dabei an Griechenland denken muss?

LOB:

Eine wirklich treffende Erzählung – “weil es nicht wirklich um Geld geht, sondern um Macht und Ansehen”

Ursprünglich veröffentlicht auf thomrosenhagen:

Im Umgang mit Königen ist es am besten, ernsthaft zu versuchen, das Spiel mitzuspielen, aber der Versuch ist immer zum Scheitern verurteilt, Ibn Battuta, ein arabischer Reisender aus dem 14. Jahrhundert, erzählt von den Gebräuchen des Königs von Sind, eines Furcht einflößenden Monarchen, dem es besonderes Vergnügen bereitete, nach Gutdünken seine Macht zu demonstrieren. Es war Sitte, dass fremde Helden, die den König besuchten, großartige Geschenke mitbrachten. Ganz gleichwelches Geschenk es war, er revanchierte sich unweigerlich, indem er dem Schenker etwas überreichte, das um ein Vielfaches wertvoller war. in der Folge entwickelte sich ein regelgerechtes Gewerbe daraus: Örtliche Bankiers liehen Besuchern Geld, damit siebesonders spektakuläre Geschenke kaufen konnten, denn sie wussten, dass sie durch die Erlöse aus dem königlichen Gegengeschenk gut entlohnt würden. Der König musste davon erfahren haben. Er wandte nichts dagegen ein – denn der springende Punkt war zu zeigen, dass nichts seinem Reichtum gleichkam -, und wenn…

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Hellas & die EU: “der Tanz um das goldene Kalb”

Was erhellendes zur Krise Hellas von Paule de Grauwe — sicher nicht dasselbe, was wir schon x-Mal in den letzten Wochen von ARD (Krause) & BILD (Reichelt) und dem politischen Talk bei Illner, Plasberg und Will zu hören bekommen haben – mit der viel versprechenden Überschrift:

„Greece is solvent but illiquid: What should the ECB do?

… und ich empfehle eine Medienkritik von Stefan Niggemann zur medialen Stimmungsmache gegen den aktuellen griechischen Finanzminister:

” Folge 3911 der Serien ‘Der Irre Varoufakis ist eine Wiederholung’ “

… und ich empfehle zum Thema Europa die politischen Gedanken und Visionen von Ulrike Guérot:

Europe is a woman

Die radikale Versachlichung einer anonymen Ordnung

LOB:

“weil sich jetzt für alle zeigt, dass keiner nicht täuschen kann”, so wenig, wie nicht, nicht kommuniziert werden kann – ohne Kommunikation funktioniert es nicht – kommuniziere!

Ursprünglich veröffentlicht auf Differentia:

Das Internet ermöglicht interaktive Kommunikation zwischen Abwesenden, die für einander auch unbekannt bleiben können. Die Interaktion ist damit nicht mehr auf die Wahrnehmung eines wahrnehmenden Gegenübers angewiesen, denn im Prinzip kann es sich dabei auch um einen antwortfähigen Computer handeln; und es kommt hinzu, dass durch die Anonymität eine Morallosigkeit garantiert wird.

Vergleichbar wäre diese Art der Kommunikation mit dem Geldverkehr. Denn Geld, soll es für alle  geeignet sein, muss ohne moralische Bindungen funktionieren, was dann auch zur Folge hat, dass Geld für alles geeignet ist. Niemand weiß, wer einen Geldschein zuvor in Händen gehalten hatte und welche Art von Geschäft damit getätigt wurde. Ob Drogengeschäfte, Kinderpornographie, Telefonseelsorge oder Schulunterricht – alles wird mit dem selben Geld bezahlt. Ob ökologisch produzierte Waren oder nicht, die Anonymität, das Nichtwissen um Herkunft und Weiterverwendung des Geldes, garantiert Morallosigkeit des Geschehens, das sich völlig unbeeindruckbar gegenüber Belehrungen und Appellen zeigt, etwa solche, die…

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ZDF heute-journal – Marietta Slomka über G7-Demo: “Kritiker bleiben unter sich”

LOB:

Marietta Slomka ist ein Beispiel dafür, wie sich eine Journalistin im Gegensatz zu dem verhält, was Hanns-Joachim Friedrichs einst postulierte – sich als Journalist “nicht mit der Sache gemein zu machen, weder mit einer guten, noch mit einer schlechten”, über die es zu berichtet gibt. Marietta Slomka ist eine Fehlbesetzung und eine Beleidigung des mündigen Zuschauers.

Ursprünglich veröffentlicht auf Die Propagandaschau:

zdf_80Immer wieder fragt man sich, in welch kruder Welt Journalisten von ARD und ZDF eigentlich leben oder welch krude Welt sie in den Medien zeichnen wollen. Handelt es sich regelmäßig um ein vorsätzliches “Für-dumm-verkaufen” der Öffentlichkeit oder sind manche dieser fünfstellig bezahlten Nachrichtensprecher und Korres- pondenten tatsächlich selbst so unfassbar dumm, dass sie das, was sie da von sich geben, auch selbst glauben?

Dass Marietta Slomka nicht zu den intellektuell Gesegneten unter der Sonne zählt, ist wahrlich nichts Neues. Dass sie zur besten Sendezeit im zweiten deutschen Fernsehen die Welt klittern darf, hat ganz offensichtlich nichts mit Qualifikationen zu tun, die über eine verständliche verbale Artikulation beim Ablesen von vorbereiteten Texten hinausgehen. Slomkas Qualifikationen liegt offensichtlich eher darin, die Welt so zu präsentieren, wie es  politisch kontrollierte Aufsichtsgremien, Chefredakteure und Intendanz für richtig halten.

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Schloß Elmau – ein Schloß ist ein Schloss

Schloss Elmau ist heute und morgen das Zentrum der Welt.

Inbrünstig und bräsig erklärt sich der Innenminister Bayerns zum Weltenschützer. Sein Ministerium verwandelt das weißblaue Allgäu in eine Festung, etabliert den Ausnahmezustand. Sicherheit, Sicherheit über alles, über alles in der Welt, so könnten sie Hoffmannsthal’s Ode an die Deutschen re-definieren.

Kann es da überhaupt noch Grenzen geben, wieso nicht noch ein Mal 100 Millionen Steuergelder in den Topf schmeißen und jeden und alles, was nicht Teil der 7 Weltwunder ist, zeitweise ausbürgern, hinter Maschendrähten verbannen, wo bleiben Mienengürtel  – hoppla, jetzt gehen aber die Gäule mit mir durch.

Zäune und Mauern Made in Germany. Sicherheit ist alles, wenn die Kanzlerin und ein Hotelier Hof halten, wenn ein CSU Innenminister den Generalquatiermeister gibt. Wir sind ja unserer Tradition verbunden.

Die wirklich gefährdeten Menschen, die von Hunger und Krankheit bedrohten Kinder, Frauen und Greisen zwischen den Wendekreisen hätten diese 130 Millionen gut gebrauchen können.

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Wenn Satire die Opposition ersetzt

Was darf Satire? Was ist ihre Rolle? Solche Fragen werden seit den Anschlägen auf die Redaktion von Charlie Hebdo immer neu, in aller epischen Breite diskutiert und sind nicht abschließend beantwortet. Die NZZ unterscheidet, sie macht den Begriff der investigativen Satire für die Öffentlichkeit populär.

Es ist das Eine, wenn Satire den Journalismus ersetzt, es ist ein anderes, wenn sie die letzte Instanz wird, die tabuisierte Themen aufgreift, die die parlamentarischen Opposition ersetzt.

Gregor Gysi als Oppositionsführer und das Team der Grünen, Anton Hofreiter, KGE treiben nicht die Regierung, mit kritischen Fragen, vor sich her. Kritische Satiriker, wie u.a. Wagner, Uthoff, Krause und Prayon, übernehmen inzwischen diese Rolle, stellen die investigativen Fragen, weisen auf Problemlagen in unserer Gesellschaft hin, präsentieren Zusammenhänge, wie man sie von der parlamentarischen Opposition erwartet.

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