Das digitale Klassenzimmer Chancen & Risiken

Passende zur didacta die Ende Februar in Hannover stattfindet beginnt der öffentliche Diskurs zum Einsatz digitaler Medien im Unterricht. In der FAZ erschien gestern ein Artikel zum Thema „Das digitale Klassenzimmer„.

Die Autorin zeigt am Beispiel des Franz-Stock Gymnasiums (@FranzStockGym) in Arnsberg, wie der Einsatz digitaler Medien gelingen kann. Deutschland hat 40 TSD. Schulen, wie weit das Digitale- das Kreidezeitalter überwunden hat, erklären eine Studie im Auftrag der Konrad-Adenauer-Stiftung (@KASonline) und die KIM-Studie, deren Ergebnisse im Rahmen der didacta vorgestellt wird. Exemplarisch, für die problematische Situation an deutschen Schulen, ist der Leserkommentar einer Lehrerin zum erwähnten Artikel in der FAZ, den ich hier ungekürzt wiedergebe.

Meine Erfahrungen mit Whiteboards sind schlecht. Es schreibt sich nur holperig darauf, das Ergebnis ist kaum lesbar. Selten, dass eine Schulstunde ohne technische Probleme verläuft. Dazu Inkompetenz von Lehrerseite, und dieses ständige kalibrieren, was eh nichts nützt, weil der Punkt anschließend trotzdem fünf Zentimeter vom Stift entfernt erscheint. Die Tafel ist zuverlässiger. IPads haben meiner Meinung nach zu wenig Funktionen, wenn schon sollte man richtige Laptops verwenden. Beunruhigend ist auch, dass Viele inzwischen nicht mehr in einem Buch, oder in einem längeren Text nach den Informationen suchen können, welche sie benötigen, sondern lieber über ein Suchmaschine schnell nach einer Antwort suchen lassen. Kaum ein Referat kann heute noch Bücher als Quelle angeben. Medienkompetenz schön und gut, aber wir sollten nicht verlernen ohne diese Geräte zu kommunizieren, und Informationen auszutauschen. Nicht zu vergessen, die Gefahren im Netz.(Quelle)

Die Stimmung in der Lehrerschaft kennzeichnet die Stellungname des umtriebigen Präsidenten des DLV Josef Krause. Mit bajowarischer Eloquenz tritt er als Warner auf, er sieht die Risiken und hält die Chancen für den Einsatz digitaler Medien im Unterrichtsalltag für überbewertet. Und er geht weiter und sagt: „Die totalen Computerisierung des Klassenzimmers schadet der Konzentration und dem Durchhaltevermögen der Schüler“. Hat er Recht?

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classroom of the future

What will the Classroom look like in the Future?

I post this question first on Quora and I asked examples for new face-to-face and virtual classrooms! What would be the new role of the teachers inside this new world? There are many interesting answers and examples. In the following my points to this issue:

  1. The Cretaceous period is over, interactive boards are moved into place.
  2. In height adjustable tables and chairs are part of standard equipment.
  3. The school furniture is flexible and mobile.
  4. Before each lesson, students can decide for yourself organized on the way in which they follow the lessons.
  5. Each student has an interactive, non-territorial student’s workplace.
  6. Students decide whether they stand or sit.
  7. The classroom of the future is multifunctional.

more answers on Quora here

Praxis Schule: Design by Learning

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Die Schule der Zukunft: Design by Learning

„Armselig der Schüler, der seinen Meister nicht übertrifft.“ Leonardo da Vinci

eine Diskussion führte der Philosoph David Precht mit den Neurobiologen Gerald Hüther im ZDF Macht lernen dumm?, am 2.Sep.2012

Göttingen, Gerald Hüther, renommierte Neurobiologe, Hirnforscher und Bildungskritiker, fordert die deutschen Bildungspolitiker auf, unser Schulsystem auf den Prüfstand zu stellen. Denn die Schule, wie wir sie kennen, ist am Ende. Die falschen Leute bringen unseren Kindern die falschen Dinge nach den falschen Methoden bei. Dabei wisse die Hirnforschung heute viel besser, was Lernen ausmacht und was Bildung gelingen lässt. Denn Bildung, so Hüther, ist etwas anderes als das Auswendiglernen von Mathe, Englisch und Deutsch.

„Ohne Gefühl geht gar nichts“  Gerald Hüther

Doch was steht einer dringend notwendigen, umfassenden Bildungsrevolution im Weg? Warum ist unser Bildungssystem so wenig lernfähig? Warum bringen wir unsere Schulen und Hochschulen nicht auf die Höhe unseres Wissens über das Lernen?

Vielleicht liegt es daran, dass ein völlig verändertes Bildungssystem, das nicht nur jedem eine gerechte Chance gibt, sondern kreative, eigenständige und unbequeme Persönlichkeiten hervorbringt, zugleich eine ganz andere Gesellschaft voraussetzt oder entstehen lässt? Das jedenfalls meint Richard David Precht.

Es gibt mindestens zwei Ebenen des deutschen Schulsystems das grundsätzlich reformiert werden müsste. Einmal die Ebene des methodischen Vorgehens und die Ebene der strukturellen Lern-Architektur, eingerahmt von einem systemsichen Ansatz der Bildungspolitik. Es ist das System das in erster Linie eine weiter Entwicklung erfahren sollte und dann die handelnden Personen. Die Partnerschaft zwischen Schülern und Lehrern braucht eine neue Basis und neue Verabredungen. Der systemische Ansatz ersetzt den stupide frontalen Unterrichten des Lehrers durch die Kunst des co-operativen Lernens, die schon an vielen Schulen praktiziert wird und sich in der Praxis bewährt hat. Die Lern-Architektur, der Raum wird zur Werkstatt des Lernens, das mono-funktionale, rechteckige Klassenzimmer wird durch einen multifunktionale Raum ersetzt, der unterschiedlichen Lerninhalten entsprechen geformt und ausgestaltet ist. Nicht dahin platzierte Möbel, die wie Barrikaden den Raum teilen bestimmen die Lust am Lernen der Schüler, der Schüler selbst bestimmt, wie er und mit was er lernt, sitzend oder stehend. Der Arbeitsplatz des Lehrers ist definiert in einer Lernlandschaft, deren Architektur, die Schwerpunkte des Lehrers, seine Talente widerspiegeln und der sich der Schüler, neugierig mit seinen Bedürfnissen stellt und den Input des Lehrers nutzt, um sich weiter zu entwickeln.

Das Klassenzimmer besteht aus Lern-Inseln. Weil jeder Schüler anders lernt und die Gleichschaltung von Lernphasen, durch die gemeinsame Synchronisation im Forum ersetzt wird, sind die einzelnen Lern-Inseln deutlich gekennzeichnet. Hier der Platz für den Input durch den Lehrer, dort der Platz für die Arbeitsgruppe, hier der individuelle Arbeitsplatz für den Schüler, dort der Computertisch für die Arbeit im Web, an anderer Stelle die Hardwarebasis für den Drucker, dort das interaktive Board, neben der Kreidetafel, für ein gemeinsames Brainstorming. Der Leher hat einen festen Arbeitsplatz, sein Rüstzeug muss er nicht von Klassenzimmer zu Klassenzimmer tragen, er ist vor dem Schüler an seinem Arbeitsplatz, er ist ansprechbar für Fragen der Schüler und verfolgt die Lernprozesse, kontrolliert die Lernziele, die er mit den Schülern zuvor verabredet hat, überprüft die gestellen Anforderungen an die Schüler, auf ihre Wertigkeit für unser Gemeinwesen, dokumentiert die Ergebnisse und schafft die Rahmenbedingungen für die Präsentation der Lernergebnisse der Schüler.

„Vision is more than knowledge“ Albert Einstein

Das ist keine Utopie, sondern eine an vielen Orten praktizierte Wirklichkeit, wenn der Klassenraum nicht mehr nur Obdach dem Schüler bietet sondern Spiegel eines dynamischen Lernprozesses wird. Wo Lehrer und Schüler eine Partnerschaft leben, die Stärken und Schwächen in den Mittelpunkt rücken und die Vielfalt der Schüler nutzt um Talente und Defizite miteinander zu verbinden.

Beobachte das Schwimmen der Fische im Wasser und du wirst den Flug der Vögel in der Luft begreifen. Leonardo da Vinci

Die deutsche Bildungspolitik ist von einer Sturheit infiziert, die sich jeder strukturellen Neuerung aus ideologischen Vorbehalten widersetzt. Seit 2005 versuche ich das Thema, „Das Klassenzimmer der Zukunft“, an die Schulen zu tragen und stoße außer wohlfeiles Schulterklopfen in den Lehrerzimmern  nur auf Lethargie und ein unerträgliches Phlegma. Als ob Moses auf dem Sinai, ein göttliches Gebot erhalten und speziell den Deutschen, ganz persönlich ausgehändigt hat: Lieber blöd, als begeistert. Die deutschen Schüler sind mit dieser Bildungspolitik, die sich noch nicht von ihren faschistischen Wurzel getrennt hat, bestraft und gleichzeitig unterfordert. Jede schlechte Note letztendlich ein Aufschrei eines Schülers der sich unterfordert fühlt, jeder Abbrecher ein “Widerstandskämpfer” der gegen ein System opponiert, das ihn nicht als co-kreativer Partner akzeptiert. Kein Schüler lernt nicht, lernen ist uns angeboren, wir können gar nicht, nicht lernen. Mit dem Lernen ist es wie mit dem Essen, man kann einem den Appetit verderben, so sagte das schon vor 500 Jahren Leonardo da Vinci.

„I Pencil“, einem sehr lesenswerten Essay von Leonard E. Read entsammt folgendes Zitat.

The lesson I have to teach is this: Leave all creative energies uninhibited. Merely organize society to act in harmony with this lesson. Let society’s legal apparatus remove all obstacles the best it can. Permit these creative know-hows freely to flow. Have faith that free men and women will respond to the Invisible Hand. This faith will be confirmed. I, Pencil, seemingly simple though I am, offer the miracle of my creation as testimony that this is a practical faith, as practical as the sun, the rain, a cedar tree, the good earth.

Leonard E. Read (1898-1983) founded FEE in 1946 and served as its president until his death. „I, Pencil,“ his most famous essay, was first published in the December 1958 issue of The Freeman. Although a few of the manufacturing details and place names have changed over the past forty years, the principles are unchanged.

When ideas have sex view the video

Teaching

Classroom of the future

Guest Post:
Kids‘ Cognition Is Changing—Education Will Have to Change With It
written by Megan Garber

This morning, Elon University and the Pew Internet and American Life Project released a report about the cognitive future of the millennial generation. Based on surveys with more than 1,000 thought leaders — among them danah boyd, Clay Shirky, David Weinberger, and Alexandra Samuel — the survey asked thinkers to consider how the Internet and its environment are changing, for better or worse, kids‘ cognitive capabilities.

The survey found, overall, what many others already have: that neuroplasticity is, indeed, a thing; that multitasking is, indeed, the new norm; that hyperconnectivity may be leading to a lack of patience and concentration; and that an „always on“ ethos may be encouraging a culture of expectation and instant gratification.

The study’s authors, Elon’s Janna Anderson and Pew’s Lee Rainie, also found, however, another matter of general consensus among the experts they surveyed: that our education systems will need to be updated, drastically, to suit the new realities of the intellectual environment. „There is a palpable concern among these experts,“ Rainie puts it, „that new social and economic divisions will emerge as those who are motivated and well-schooled reap rewards that are not matched by those who fail to master new media and tech literacies.“ As a result: „Many of the experts called for reinvention of public education to teach those skills and help learners avoid some of the obvious pitfalls of a hyper-connected lifestyle.“

This is not a new argument — it seems both entirely appropriate and entirely obvious that the Internet will engender a necessary revolution in education as a system and as an assumption — but it’s striking to see the idea expressed by so many experts, across so many different fields. The survey containing their thoughts is well worth a read; it offers a great overview of the general thinking about the Internet-cognition connection, not to mention some thought-provoking — if broad — suggestions about where we go from here.

It also offers its experts‘ predictions about what the most-desired life skills (for young people, but ostensibly for everyone else, too) will be in the year 2020. Among the skills they highlighted: public problem-solving through cooperative work — crowdsourcing and the like; the ability to search effectively for information online; the ability to distinguish the quality and veracity of online discoveries; the ability to synthesize, or combine facts and details from different sources into coherent narratives; the ability to concentrate; and the ability to distinguish between the signal and the noise as the information we’re exposed to gets bigger, and broader, and more plentiful.

All these skills can be taught. The question is whether kids will learn them in school, or outside of it.

Image: Lia Koltyrina/Shutterstock.

This article available online at:

http://www.theatlantic.com/technology/archive/2012/02/kids-cognition-is-changing-education-will-have-to-change-with-it/253782/

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