Maghrebinische Inspiration

 

Die Ereignisse sind inspirierend…

Tunesien, Ägypten und die Frauen Italiens,
die Bürger in Persien und auf der
arabischen Halbinsel..

Demokratie erwacht, „we see you“…shayfeen

Die ersten beiden Wintermonate dieses Jahres haben Geschichte geschrieben. Die Menschen im Maghreb haben in Chören ihren Despoten zu gerufen „the game is over“. Wir sind von diesen Aufständen auf den Straßen und Plätzen in Tunesien und Ägypten überrascht worden. Doch die klugen und wachen Menschen z.B. in Ägypten kämpfen seit Jahren (2005, Abstimmung über eine Verfassungsänderung, §76) gegen die Armut, gegen die Korruption und gegen die rechtliche Willkür in ihren Heimatländern. Seit über 65 Jahren ist Ägypten eine Militärdiktatur, es herrscht der andauernder Ausnahmezustand, weil eine korrupte Elite ein 80 Millionen Volk, das in bitterer Armut leben muß, ausbeutet.

Wieso hat Hosni Mubarak das Vertrauen seines Volkes verspielt? Und wieso glaubten die Demonstranten auf dem Tahrir Squarer seinen letzten beiden Reden nicht mehr? Er bat noch einmal um Aufschub und eine Übergangszeit von 9 Monaten, um sein Haus in Ordnung zu bringen, um einen geordnet Übergang zu garantieren. Doch das Volk hat den Worten seines Pharao nicht mehr geglaubt, zu oft hat er seine Versprechen gebrochen und das Gegenteil getan. Die Menschen aus allen Schichten der Gesellschaft waren es leid, sich nochmals auf seine Versprechen einzulassen.

Drei engagierte Frauen, eine kettenrauchende Marketingleiterin, eine Universitätsprofessorin und eine Nahrichtensprecherin haben sich 2005 auf den Weg gemacht und eine Initiative >shayfeen“ (=wir sehen Euch) ins Leben gerufen. Shayfeen.com hat sich zum Ziel gesetzt, die demokratische Kultur in allen Lebensbereichen Ägyptens zu födern und zu stärken.

Phönix hat eine Dokumentation zur Arbeit von Shayfeen, die ursprünglich auf Arte ausgestrahlt  wurde, aus aktuellem Anlass, am heutigen 15. Februar erneut ausgesendet.

Demnach war der revolutionäre Umbruch, der Ruf nach mehr Demokratie logisch und überfällig. Nur unsere Sprachlosigkeit muß uns überraschen, denn sie offenbart unser Desinteresse für die Lebenssituation anderer und das quasi in unserem Vorgarten. Wer glaubt, die soziale Ungerechtigkeit und Armut in Afrika sei weit weg, der irrt. Wir sind überrumpelt worden, weil wir die Augen vor der sozialen Realität verschlossen haben. Tui und Konsorten haben uns Ägypten als billiges Urlaubsland verkauft – wie das möglich war, wollten wir nicht wissen. Auch unser liberaler Aussenminister, war noch zum Jahreswechsel in Ägypten und hat nichts von alledem wahrgenommen.

Die Systeme der Gerantokraten in den Maghrebstaaten hat mit ihren süßen Bündnis-Reden, allen westlichen Regierungen Wüstensand in die Augen gestreut. Bitter, wenn wir uns dabei, unserer eigenen Rolle kritisch bewußt werden. Mit der Unterstellung, die unsere Regierung und auch unser Außenminister bedient, „niemand hätte das vorhersehen können“ belügen wir uns selbst, denn die soziale Armut war unübersehbar. Wir haben uns nicht interessiert.

Mit dem Wissen aus dieser Dokumentation und im Licht der aktuellen Ereignisse verstehen wir, wie zynisch und arogant der Pharao war, wie brutal das Regime gegen seine Bürger vorging und wie das System der Militärdiktatur mit den Mitteln der Unterdrückung das Ägyptische Volk beherrschte.

Mubarak hat bis zu letzt geglaubt, mit den alten Tricks das ägyptische Volk unter seine Knute bringen zu können, manche brutalen Bilder vom 28. Januar, mit den gedungenen und berittenen Schlägertrupps, haben uns dies suggerieren wollen – doch der Widerstand und Mut der Frauen und Männer Ägyptens, war am Ende zäher und stärker.

Letztlich zeigt Die Dokumentation, was unsere Außenpolitiker, in den letzten 5 Jahren, hätten tun sollen und was sie versäumten, bewußt oder unbewußt. Die Demokratiebewegung in Ägypten hat ihre Wurzeln u.a. bei diesen engagierten und zähen Frauen, die ihre Augen nicht vor der unerträglichen Armut und sozialen Lage der Massen in Ägyptern verschließen wollten. Doch seht selbst:

Meet the trio:

Engi Haddad, a chain-smoking, husky-voiced marketing manager; Bosayna Kamel, a well-known TV news reporter; and Ghada Shahbandar, a university professor. Against the backdrop and momentum of the Kifaya (Enough!) protest movement, these powerful women came together to found Shayfeen.com, a Web site and on-the-ground effort to witness and record the reality of the Egyptian first multi-party election. As journalist Boysana says, their goal was to bring the „real“ news to the people, not „their“ news. We are Watching You (more)

English version of the video ’shayfeen‘ (more)
Information about the extraordinary role
of three tough women inside the Egyptian opposition (more)

In 2005, President Hosni Mubarak announced that Egypt would hold its first multiparty presidential elections in twenty four years. Egyptian opposition parties were skeptical of the legitimacy of the reforms, and began to demonstrate- but protests were quickly crushed by the police. Outraged by police brutality, three women decided that they could not remain silent. Bosayna Kamel is a prominent Egyptian newscaster. Engi Haddad is a politically savvy media analyst with government connections. Ghada Shahbandar is a devoted university professor. Together, they formed an activist group called Shayfeen.com- in Arabic: We’re Watching You. Bosayna, Engi, and Ghada took video cameras to polling stations and protests all over Egypt. They worked to inform and energize the populace to stand up for their rights. They produced short films and organized rallies to promote their ideas of democracy. They met with unemployed demonstrators, prisoners, and with George Bush at the United Nations.

„Egypt: We’re Watching You“ chronicles Bosayna, Engi, and Ghada’s struggles and victories through two years of grassroots democracy building. It shows the personal and professional challenges of devoting yourself to a cause that lands many people in prison. It’s a snapshot of the complexity of the political system in the Middle East, and the complications that „democratic reforms“ can bring. The film investigates what is means to encourage fair elections in a turbulent country where fundamentalism has large popular support. „Egypt: We’re Watching You“ is a firsthand look into fighting for a democracy from the ground up.

Interviev with Dr. Nawal el-Saadawi about the role of women in the revolution (more)

 

Advertisements

11.2.11 Bye Bye Mubarak

Guest Post:
Bye Bye Mubarak

A wonderful video, so full of atmosphere and warm ….Bye Bye Mubarak was shot by the filmmaker and producer Ramy Rzkallah from Cairo.I found the video in my Timeline on Twitter. The video is exceptional, it shows the amazed people of Cairo with its number tiny, insignificant gestures, with their enthusiastic look, the gleam in their eyes – a huge contrast to the civil war scenes from Black Wednesday on 2nd February.
Look and enjoy!

[‚Bye Bye Mubarak‘ video shot by Egyptian filmmaker Ramy Rizkallah]

by Ramy Rizkallah postet Fri, Feb 11, 2011 4:25pm EST (Eastern Standard Time)
„For the first time in 7000 years or more, egyptians peacfully were able to overthrow their Dictator. No one in Egypt could’ve imagined this happening. I shot this 20 minutes after the VP announced the president’s departure, people are chanting that the army and the people are one hand and the army closed the road to help people celebrate. I just witnessed history. I shot this on a high ISO so please excuse the noise in the Video“.

Ramy Rizkallah
RamyG4C
Ramy Rizkallah:  

People of Egypt have changed Egypt.
Let us celebrate and go home work and change
this country to it’s rightful place.

Holy Friday on Cairo’s Tahrir Square

صلاة الجمعة

Freitagsgebet * Friday prayers * La prière du vendredi 

 

Sandmonkey

Sandmonkey Sandmonkey
The scene of Tahrir right now is incredible. Millions of people praying. Reverence. Very powerful. It looks like Mecca in haj.#jan25
Sultan Al Qassemi
SultanAlQassemi Sultan Al Qassemi
via wildebees
The Meydan Tahrir Friday sermon preacher holding a mic as he leads the largest prayers in Africa & the world todayhttp://yfrog.com/gy4cxmij
Jonathan Rugman
jrug Jonathan Rugman
Big crowd praying in front of banner reading „people demand removal of the regime“. Accuse me of going native, but it IS very moving
Al Arabiya English
AlArabiya_Eng Al Arabiya English
Tahrir square completely packed and thousands still joining:http://goo.gl/SLjyq #Egypt #Cairo #Mubarak #Jan25 #Jan28
Hassan MIKAIL
hmikail Hassan MIKAIL  von Sandmonkey
Tahrir Square is hosting the biggest freedom festival this planet has ever scene! #jan25 #egypt
Hossam عمو حسام
3arabawy Hossam عمو حسام
there must b at least half a million protesters in the square and we haven’t even started! #jan25
benwedeman

@bencnnbenwedeman
Very upbeat atmosphere in#tahrir. Peaceful, friendly, welcoming, dedicated, determined. This is the real#Egypt.

Tahrir Square 2nd February

Cairo’s Tahrir Square
Black Wednesday

… like a civil war …
2nd February 2011

inconceivable, horrible and unbelievble
3 dead and 639 injured in the Tahrir Square clashes

via NYT (Arab World Faces Its Uncertain Future, 2011/02/02)
via Nation (Winter of Disconten by Leila Lalami, 2011/02/02)

Die Bilder des heutigen Tages sind blutig. Die Schreie der flüchtenden Demonstranten, die Salven aus den Maschinengewehren, die Tränengasgeschosse, von denen nicht klar ist wer sie ab gib, mit Stöcken bewaffnete Symphatisanten Mubaraks,  schockierende Bilder kursieren bei YouTupe und um die ganze Welt.

Hinter dem Antiken Museum Cairo’s fliegen Steine und Molotow Cocktails, mit Pflastersteine in der Hand wehren sich die Einen gegen die Anderen und dazwischen Kinder und Frauen. Was heute Morgen so ruhig begann, ist im laufe des Tages in bitteres Chaos umgeschlagen. Das Militär fordert alle auf nach Hause zu gehen, reguläre Polizeit ist nicht anwesent. Das ist Bürgerkrieg. Journalisten außländischer Medienteams werden gezielt attackiert, jetzt liefern nicht mehr sie die Bilder, sondern die Bürger selbst. Die Aggression eskaliert, was gestern als friedliche Demonstration in die Geschichte eingegangen ist, wird heute zum brutalen und blutigen Infernal.

 

Tahrir Square Protesters foto by elHamalawy

Alarabia,  Ajazeera, Reuters, CNN, BBC berichten seit mehreren Tagen ohne Unterbrechung aus Cairo. ZDF und ARD tun dies erst seit gestern über den Nachrichtenkanal Phönix. Die BIlder von Heute sind ein brutaler Kontrast zu den gestrigen friedlichen Demonstrationen, den musikalischen Sit-ins. Das Regime schlägt brutal zurück, inszeniert Chaos und Anarchie. Diese Ereignisse sind gesteuert, mit angehäuerten Ganoven und Mitgliedern der Geheimpolizei. Mit Pferden und Kamelen, beritten stürmen die gedungenen Schlägertrupps auf den Platz der Freiheit Kairos.

Wie reagiert der Westen? Wie reagiert Europa? Was werden Merkel, Sarkozy und Cameron und was der ungarische Präsident wirklich konkret tun? Die Ereignisse überschlagen sich. Und kommt das alles so überraschend? Nein, unser Außenminister, der sich von niemanden den Schneit abkaufen läßt, hätte bei seiner Urlaubsreise ans Rote Meer, in seinen Weihnachtsferien, nur seine Ohren spitzen müssen, dann hätte er die Klagen der Mütter und Jugendlichen hören können, über die unerträglichen sozialen Zustände und er hätte seine Nase in den richtigen Wind halten sollen, um zu merken, dass hier eine Lunte brennt – höchst Explosiv. Dann wäre er nach Berlin zu rück gekehrt und hätte uns davon berichtet und gesagt, was er politisch nun deshalb unternehmen wird, aber gar nichts ist passiert, heißt das, er hat auch gar nichts gelernt – Reisen soll doch bilden! Seine wissenschaftlichen Mitarbeiter im Außenministerium und beim Bundesnachrichtendienst kennen sich doch ausgezeichnet gut in der arabischen Welt aus. Für mich hat die politische Elite Deutscchlands kein moralisches und ethisches Rückrad mehr, keine innere Selbtsverpflichtung gegenüber den Werten der Menschenrechte. Diese sind austauschbar geworden und kurzfristigen Zielen geopfert worden. „Für wie blöd halten uns die Politiker“, rufen die Demonstranten auf dem Tahrir Square – wir dürften den Slogan übernehmen.

Hypokrit nennen es die wachen und politsich engagierten Bürger der größten arabischen Nation, wie sich der Westen gegenüber dem Diktator Hosni Mubarak verhält. Einerseits die Menschenrechte immer wieder auf die Fahne zu schreiben, aber bei den eigenen Verbündeten, die krassen und unerträglichen Menschrechtsverletzungen schweigend hinzunehmen. Wie lange wollen wir uns das hier in Europa von unserer politischen Elite gefallen lassen, sind wir so satt und apathisch? Der Konflikt im Maghreb findet nicht jenseits unserer Wohnungen statt, sondern im Ursprungsland unserer kulturellen Identität. Es mag sein das von Marceille und Genua die Küste Nordafrikas hinter dem Horizont liegt, aber Hannibal kam aus Kathargo und in Alexandria lebten die großen Astronomen, die unserm Weltbild Wurzeln gegeben haben. Der Maghreb, seine Kultur und Geschichte ist untrennbar mit unserer mitteleuropäischen verbunden. Der Konflikt, die Yasminen Revolution findet in unserem Vorgarten statt und er muß uns etwas angehen – uns kann und darf es nicht gleichgültig sein, was an den südlichen Ufern des Mittelmeers passiert – vom Atlasgebirge bis hin nach Aleppo.

Diese Revolution hat keinen einzelnen Führer. Wem würde man den diesjährigen Friedens Nobelpreis zu sprechen? Mohammed Sidibouzid dem friedferigen, nicht korrupierbaren Gemüsehändler aus Tunesien oder dem zu tote geprügelten Jungen Kahled Said aus Alexandrien? Gestern lief die Frist für die Nomminierung des dies jährigen Friedenspreises ab, die Friedens- und Freiheitsbewegungen halten sich nicht an Fristen aus Oslo. Diese sozialen Unruhen setzen ganz neue Maßstäbe, die Arithmetik alter Machtkäpfe ist nicht mehr gültig, aber auch die Regime antworten mit immer perfideren Methoden. Sie lassen an einem Tag die Leute ungestört demonstrieren, um dann am anderen Tag, gut organisierte „Sympathisanten“, beinahe rücklings über die Demonstranten, wie reudige Hunde her fallen zu fallen. Der heutige 2. Februar wird als schwarzer Mittwoch – black wednesday-  in die Geschichte Ägyptens eingehen. Inzwischen sprechen die Medien von hunderten von verletzten, mit schweren Stich- und Schlagwunden und drei Toten.

 

Kamele im Straßenkampf Tahrir Square dpa

Es ist schwer zu glauben, dass dies der Volkszorn von „Mubarak-Symphatisanten“ ist, das sind keine Symphatiekundgebungen, das ist die brutale, rücksichtslose und gewaltsame Auseinandersetzung und die Fortsetzung alter Politik mit neuen Mitteln, auf einer neuen Bühne. Sie handeln ganz im Sinne des „agente provocateur“ ,  bestellte Schlägertruppen, in Zivilkleidung, aber sie haben vergessen ihre Polizeiausweise zu Hause zu lassen. Im Internet kursieren die ID dieser Mitarbeiter der Staatspolizei.

 

Kamele im Straßenkampf Getty Image

Die Finanz- und Wirtschaftskrise , die 2008 ihren Anfang nahm, waren die Geburtswehen einer sozialen und gesellschaftlichen Krise unserer Zeit. Die Stricke reißen, die die System bisher gehalten haben. Im Maghreb sieht und hört man, wie die Seile und Fesseln reißen. Am Ende dieses gesellschaftlichen Wandels wird nichts mehr so sein wie zu vor, in den nächsten Monaten und Jahren wird im Kontext der weiteren Demokratisierung der Welt, auch durch die Möglichkeiten der Internetkommunikation, der Einfluß der etablierten Machtstrukturen in Frage gestellt werden. Das billig Urlaubsland Ägypten und Tunsien, wird so billig nicht mehr den deutschen Urlaubern zur Verfügung stehen. Denn, wer zahlt dafür, dass diese Länder so billige Urlaubsländer für uns sind? Es sind die Familien, die mit € 1,50 in der Woche auskommen müssen.

Die Wirtschaftspolitik der westlichen Welt ähnelt der Kochkunst einer miserablen Köchin, sie reagieren auch erst, wenn das Essen im Topf angebrannt ist, trotz vieler Warnungen und klarer Prognosen. Riechen sie den verbrannten Braten immer noch nicht? Einst ist die Menschheit von Afrika ausgezogen, die anderen Kontinente zu erobern. Der gesellschaftliche Wandel der jetzt beginnt, den wir Krise nennen, nimmt seinen Anfang im Maghreb und wird von Afrika auf die anderen Kontinente, im Sinne der Globalisierung wie ein Funke im Stroh, die ganze Welt, erfassen. Die Entwicklung des Ölpreises zeigt, wie empfindlich die Märkte auf die Ereignisse in Cairo reagieren. Der Ölpreis liegt am Ende des Tages bei 100 $ pro Barrel – ein neuer Höchststand. Dies ist sicherlich auch die Folge der besonderen geostrategischen bedeutung Ägyptens, mit dem Suezkanal, der Aorta des Ölkreislaufes.

Die Strategie der Militärdiktatur verläuft nach dem Prinzip – „ihr dürft demonstrieren, aber zu entscheiden haben wir“. Mubarak hat in seiner Rede von Dienstag Abend, ja unmissverständlich gesagt, er werde nicht zuürck treten. Er selbst sei durch und durch ein Militär, wie auch sein neuer VP Omar Suleiman and PM Ahmed Shafik. Faktisch ist Ägypten eine „demokratische „Militärdiktatur. Deshalb, Mubarak setzt auf eine militärische Lösung dieses politischen Konfliktes, ganz in der Tradition arabischer Diktatoren. Die eigenen Truppen, camoufliert auf die Straße zu schicken und das Militär schaut tatenlos zu – quasi pseudo neutral. Ein Fußballspiel ist noch lange kein faires Spiel, wenn nur der Schiedsrichter auf dem Platz steht. Was, wann und wie auf die politische Agenda gestellt wird, will der Dikator selber bestimmen und jetzt führt er auch Obama und die ganzen europäischen Staatshäupter vor. Mubaraks Kriegskasse ist gut gefüllt, auf 40-70 Billionen$ wird sein vermögen auf Bankkonten in der Schweiz und den USA geschätzt. Partizipation und Machtteilung sind für Mubarak giftige Wörter. Mubarak will siegen oder Tod aus diesem Konflikt aussteigen, dass sind seine Vorstellungen. „You became what you think about“.


vom Dach des Antiken Museums in Cairo

Ein Auszug der Twitter Nachrichten des heutigen Tages, ich habe seit 13 Uhr bis heute um 20 Uhr  953 Tweets erhalten, mit steigender Tendenz zum Nachmittag und Abend hin und das obwohl ich weit entfernt vom Zentrum dieses Ereignisses bin, quasie am Rande stehe.

Monique Samuel
MCTSamuel Monique Samuel
Sfeer was vanochtend nog heel gemoedelijk, maar wel erg gespannen bij #tTahrir daar broeit het hele dag – nu is het oorlog!#Egypte
Menna Gamal
MennaGamal Menna Gamal

von wildebees
People in Tahrir, please leave the scene for now. We don’t want you killed! Come back and let’s think :S !! #Jan25 PLEASE COME BACK!
Bill Gross
Bill_Gross Bill Gross
RT @NickKristof#Mubarak seems to be trying to stage a crackdown not with police or army, but with thugs. They are armed and brutal. #Egypt
Wessel van Rensburg
wildebees Wessel van Rensburg
I find it impossible to tear myself away from this. These brave people.
Mosa'ab Elshamy
mosaaberizing Mosa’ab Elshamy

von wildebees
They’re attacking all foreigners or those who don’t „look“ Egyptian. A group confronted me but convinced them I’m „with them“. #Jan25
Sarah El Sirgany
Ssirgany Sarah El Sirgany

von Medicalfacts
RT @jonjensen: Doctor at Tahrir field hospital reports 70 injuries, mostly from rocks. #Egypt #Mubarak #jan25
Jan25
HamedEsmail Jan25

von 3arabawy
شباب المنصورة يُقتل من رجال الشرطة والبلطجية الأن أمام المحافظة وفي الميادين#Jan25
benwedeman
bencnn benwedeman
Overheard army officer off Tahrir square. They have no strategy to deal with situation. they are watching passively. #Egypt #Jan25
Andy Carvin
acarvin Andy Carvin
RT @AymanM: I am ok but keeping a low profile for safety reasons#Egypt #jan25 (via phone call)
Andy Carvin
acarvin Andy Carvin
RT @RiverDryFilm: The pro-Mubaraks come charging, throwing rocks and attacking with knives and they’ve just come in with a big truck. #jan25
Garance Franke-Ruta
thegarance Garance Franke-Ruta
In case you missed it, a picture of the camel charge in Tahrir Square: http://bit.ly/i8W5Ut
Andy Carvin
acarvin Andy Carvin
RT @SherineT: right in middle of clashes. I’ve been hit in the face. huge stampedes. Rocks flying. Crazy atmosphere. #egypt #jan25
Andy Carvin
acarvin Andy Carvin
RT @Dima_Khatib: Witness saw men arriving at Tahrir with tear gas canisters, other anti-riot equipment but dressed in civil or army uniforms
Jon Jensen
jonjensen Jon Jensen

von wildebees
Doctor at Tahrir field hospital reports 70 injuries, mostly from rocks.#Egypt #Mubarak #jan25
Sultan Al Qassemi
SultanAlQassemi Sultan Al Qassemi

von wildebees
Goodness. Gun fire shots now in Meydan Tahrir. No word on who is firing or where.
Wessel van Rensburg
wildebees Wessel van Rensburg
AJ correspondent ominously went quiet just after saying the clashes have move to right in front of her…
Sofie Cooper
SofieCooperEG Sofie Cooper

von wildebees
I have been called to the hospital to help . I’m dreading to see what awaits me #egypt #jan25
Sonia Verma
soniaverma Sonia Verma

von wildebees
Groups of men mobilizing, arming themselves with bricks and sticks.
Cuquita
quidam08 Cuquita

von Medicalfacts
RT @ajimran #Egypt: Several people were killed and hundreds injured in clashes in Tahrir Square in central Cairo, sources told Aljazeera.
Nicholas Kristof
NickKristof Nicholas Kristof

von bencnn
In my part of Tahrir, pro-#Mubarak mobs arrived in buses, armed with machetes, straight-razors and clubs, very menacing.
CNN Breaking News
cnnbrk CNN Breaking News
#Egypt’s health minister said 611 people injured in clashes in Cairo’s Tahrir square http://on.cnn.com/ftyMHf

Cairo’s Tahrir Square

The „Million-Man-March“ Cairo Egypt..
Scenes from Tahrir Square 1st Feb 2011

Daily reports from Cairo

via Richard Gutjahrs blog (German)
and via  Ben Wedman CNN (Tweets from the City)

Egypt Crisis by Hossam Hamalawy
Egptain Blogger read more on wp

"we are free" foto By Hossam el Hamalawy

 

foto Hossam el Hamalawy

 

Impressive images from the Liberation Place in Cairo

via Hossam el Hamalawy – Egyptian journalist  (more)
via Richard Gutjahr – German journalsit  (more)
Who are the protesters on the road in Cairo (more)

 


Cairo’s Tahrir Square

 

Letter To Our Friends

Cairo’s „million-man-march“
Place: Tahrir Square
Time: 1st February 2011
Actors: The Citizens of Egypt


Catalin Braescu („Cat“) is one of the smartest guys (founder of Silicon Nile)
I met on Quora january in the current discussion „What is going on in Egypt“ . When I post one of my first questions about the revolution movement in the Maghreb stats mid january, I have no idea, what will happen in Egypt and similar on Quora.
I’m very excited and feel the breath of a historic event.
I sit in my well-tempered work place outside Frankfurt, risking nothing, all the technical requirements to inform me on different levels and sources of the currents development in Egypt.

Today, 1the February 2011 is the day of the „million-man-march“ in Cairo’s Tahrir Square, voices directly form the places, Monday 31.01.2011 (more).

„When a regime withdraws the police
entirely from the streets of Cairo,
when thugs are part of the secret police,
trying to give the impression that
without Mubarak the country will go into chaos,
this is a criminal act.
Somebody has to be accountable“

Mohammed ElBaradei
January 2011

see more from the live-stream by BBC today

  • Will it be a historic day?
  • Would Mohammed Elbaradei will gathering the opposition behind himself?
  • Should the wise and enlightened citizens of the Arab World became to the voice of freedom?
  • Would the economically exploited and the poor citizens of the Maghreb finally freed from their lot?

via Cats blog Silicon Nile

Cat wrote, „due to the current situation in Egypt, I feel compelled that Silicon Nile Arabia should have a public position on several issues.

Our first and foremost concern these days is for the safety of our employees in Egypt. We canceled any plans and initiatives of working at our office in Alexandria, we urged each and every of our Egypt-based team members to stay home, stockpile food and water, respect the curfew. Despite obvious communication issues, so far our approach worked well. Moreover, we are committed towards paying half of the salaries for all the days when work was made impossible, since we want to signal we are together in good and in worse.

Our financial situation is stable. The money for the Egypt-based team is already in the local Bank of Alexandria, which is one of the most solid banks in Egypt, majority owned by the Italian financial giant Intesa Sanpaolo and the International Finance Corporation (the investment arm of the World Bank). As for our Russia-based team, we already started paying the salaries (1 day in advance) and we will finish paying them all tomorrow February 1st. We do not have any loans, credits, leasing or third-party obligations. All our infrastructure is paid on a monthly basis and we have no unpaid bills. The only potential risk we are facing would be the looting of our Alex office, but we have backups and anything else is just financial risk which we can withstand easily.

Despite the current clouds in Egypt and the whole Middle East, we consider our analysis and subsequent strategy about the Arab Internet market to be valid and sound. Today Monday 31 January 2011 all our web sites and web services are online and working well, our Russian team continued the work on the so-called JC project (which is top priority company-wide since mid-January), and the whole financial and organizational structure is coping well with the unusual situation we are facing.

Last word: we have a registered company in Egypt and through that company we have to conduct our business obeying the laws and the government of the country – just like any other business in any other country. Our position is therefore to strictly avoid the current turmoil and prepare to restart our activity in Egypt as soon as the local conditions allow that.“

more information  Hosni Mubarak, Cairo

Awful video-report from Egypt erschreckendes Chaos am 5Tag der Unruhen in Ägypten

Erschreckende Bilder aus Ägypten
Der 5Tag der sozialen Unruhen

January 29, 2011

Die niederländische Nahost Reporterin Monique Samuel (in niederländisch) hat am heutigen Tag, dem 29. Januar in Ihrem Blog aus Ägypten berichtet. Den ganzen Tag bin ich ihren Tweets, wie eine Katze dem Vogel, aus Agypten gefolgt. Die Tweets reihen sich aneinander  wie einzelne Bilder eines Superachtfilms, mit einander verbunden ergeben sie einen eindrucksvolles Tagesbericht über die Zustände am fünften Tag der Protests. Sie zeigen in welches Chaos die größte arabische Republik stürzt. Das geht unter die Haut und treibt den eigenen Herzschlag vor dem Screen in die Höhe.

Am Ende des Tages stelle ich mir die Frage, welche Strategie die Administration Mubaraks verfolgt? Keine Polizei auf den Straßen, marodierende Provokateure, plündernde Banden…schaut das Militär diesem Treiben nur zu oder wartet es in Position gestellt auf seinen Auftritt, um dann Mubaraks Macht fester den jeh zu sichern? Mubarak agiert im Stillen, seine Söhne  haben das Land sicher und mit gut gefüllten Geldbörsen in Richtung London verlassen. Ich zweifele daran, dass Mubarak seinem tunesischen Kollegen Ben Ali ins saudische Exil folgen wird, zu wichtig ist seine geostrategische Position für die westliche Welt und Mohamend El-Baradei ist nicht die Führungspersönlichkeit, die der Westen sich an seiner Satt wünscht.

Außerdem sollten wir die aktuellen Proteste nicht über bewerten, denn wenn in Kairo 10.000, 50.000 oder auch 200.000 Menschen demonstrieren, dann sind das von 20 Millionen Menschen, die in Kairo leben, eben gerade einmal > 0,01% !! der Bevölkerung. Deshalb, Vorsicht!

Die westliche Welt, die auf Mubarak gebaut hat, um der Hydra des fundamentalistischen Islam zu entgehen ist erstaunlich still, richtet platitüdenhafte Appelle an Mubarak, dabei dürften die Analysten in den Außenministerien schon lange die Lunte gerochen habe, die da brennt. Die sozialen Rahmenbedingungen in den Staaten des Maghrebs, vom Atlasgebirge bis nach Aleppo an die türkische Grenze kann ihnen nicht verborgen geblieben sein. Ich nenne nur zwei Faktorn, die den hohen Gini Koeffizienten begründen, die Arbeitslosigkeit und die Korruption. Zur Zeit tagt in Davos das Weltwirtschaftsforum – #WEF – und folgende Sozial-Daten wurden dort in die aktuelle Diskussion eingebracht: „Social situation in the Maghreb stats, Youth unemployment #Yemen 49%, #Palestine 38%, #Morocco 35%, #Egypt 33% , Tunisia 26%“. Das sind die Fakten!
Wir Europäer haben uns eingerichtet in unserer Europäischen Union, unsere Grenzen im Süden werden durch das Mittelmeer und eine gnadenlose Einwanderungspolitik gesichert. Vor unserer Tür, quasi auf der hölzernen Türschwelle verhungern Menschen, Familien, die mit weniger als 5$/M auskommen müssen, wie der tunesische Gemüsehändler Mohamed Sizibouzid.

Es sind die sozialen Rahmenbedingungen die, die Menschen aus den Armenvierteln Cairos und Alexandrias auf die Straße treiben.

Kriminelle treiben jetzt in den Straßen von Kairo ihr Unwesen. Es formieren sich zivile Bürgerwehren der Nachbarschaftshilfe, um sich vor diese marodierenden und bewaffneten Banden zu schützen, weil die Polizei ihnen die Straße überlassen hat.

Das Antiken Museum in Kairo wurde überfallen und teilweise verwüstet. Eingeschlagene und ausgeraubte Vitrinen, auf dem Boden liegende Exponate sind Zeugnis dieses um sich greifenden Vandalismus. Bürger, die noch eben auf der Straße für mehr Demokratie protestierten versuchen nun das Museum zu schützen. Die Plünderer verwüsten und stecken Geschäfte und Krankenhäuser in Brand. In Alexandria, so berichtet Monique Samuel sind Banden auf Motorrädern unterwegs, haben einen ganzen Stadtteil von der Wasserversorgung abgeschnitten.

Wegen der Ausgangssperren, können Menschen aus den Außenbezirken nicht mehr in die Innenstadt zurück reisen. Mit eisernen Rohren bewaffnet patrullieren junge Männer die Wohnbezirke. Das Militär fordert die Menschen auf nach Hause zu gehen. Kairo versingt in dieser nacht im Chaos – und was wird bei Morgenanbruch noch wahr sein, von dem was heute Abend berichtet wurde?

further inside information in english,  via arabist/ blog (more)
Issue: „the army and the people“, by Issandre El Amrani/Cairo.

„Going around central Cairo today, it strikes me the deployment of the army is quite meager considering the circumstances. The crowds are very pro-army, I filmed an amazing moment when a charismatic one-star general addressed the public and spoke of the importance of maintaining public order. People kept shouting, are you with or against Mubarak? He answered that his mission is making sure the looting stops, and that the issue of who governs if the people’s decision, not the army’s, and that government should be civilian“..(..).

Die Bilder des Tages im Video oder dem Live-Stream bei

Al-Jazeera oder The New York Times („Mubarak struggles to mantain power & egyptains clash with police as military holds back„)

 

folgen!