Ein Spiegelbild weiß, was „Frauen“ wünschen

Lüge oder nicht Lüge, der Kontext entscheidet.

„Eine Frau, in einem Designer Bad, sie blickt in den Spiegel, trägt ein langes, schwarzes Abendkleid, die Schultern frei und der Rücken tief ausgeschnitten, die blonden Haare hochgesteckt, der Hals frei, eine Hand greift nach dem Kran, die andere Ruht auf dem marmornen Waschtisch. Im Spiegel das Bildnis einer blonden Schönheit, aus dem Rokoko, mit fliehender Stirn, in einem üppigen, weißen Kleid aus Spitze, mit Rüschen und langen Puffärmeln- zeitlose Schönheit“ #nevertootimeless“ heißt der Subtext der Werbeanzeige.“ Image

 Die Stimmung stimmt. Was wahr ist, liegt im Auge bzw. im Ohr des Betrachters, wird von den Mandelkernen (Amygdala), limbisch präpositioniert . Was für die Vermarktung von einzelnen Produkten gilt, gilt heute auch für das Politische. Die Politik verkauft Initiativen, Gesetze, wie eine Ware. Das Gesetz als Produkt. Sie  werden wie Produkte behandelt, auf eine Zielgruppe hin orientiert, polemisch kann von Klientelpolitik gesprochen werden. Die Akzeptanz einer politischen Entscheidung ist abhängig von ihrer Relevanz, für die angesprochene Zielgruppe. Ist sie nicht relevant und wird sie uns dennoch aufgedrängt, sprechen wir gerne von der politischen Lüge, oder bei Produkten, von der Produkt- oder Werbelüge.

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Some disappointment …. by Bill Cosby

Some disappointment in the Afro-american community by Bill Cosby
BILL HAS GONE AND DONE IT AGAIN…

They’re standing on the corner and they can’t speak English.
I can’t even talk the way these people talk:
Why you ain’t,
Where you is,
What he drive,
Where he stay,
Where he work,
Who you be…
And I blamed the kid until I heard the mother talk.
And then I heard the father talk.
Everybody knows it’s important to speak English except these knuckleheads. You can’t be a doctor with that kind of crap coming out of your mouth.
In fact you will never get any kind of job making a decent living.

People marched and were hit in the face with rocks to get an Education, and now we’ve got these knuckleheads walking around.
The lower economic people are not holding up their end in this deal.
These people are not parenting. They are buying things for kids.
$500 sneakers for what?
And they won’t spend $200 for Hooked on Phonics.

I am talking about these people who cry when their son is standing there in an orange suit.
Where were you when he was 2?
Where were you when he was 12?
Where were you when he was 18 and how come you didn’t know that he had a pistol?
And where is the father? Or who is his father?
People putting their clothes on backward:
Isn’t that a sign of something gone wrong?
People with their hats on backward, pants down around the crack, isn’t that a sign of something?

Isn’t it a sign of something when she has her dress all the way up and got all type of needles [piercing] going through her body?
What part of Africa did this come from??
We are not Africans. Those people are not Africans; they don’t know a thing about Africa …..

I say this all of the time. It would be like white people saying they are European-American. That is totally stupid.
I was born here, and so were my parents and grand parents and, very likely my great grandparents. I don’t have any connection to Africa, no more than white Americans have to Germany , Scotland , England , Ireland , or the Netherlands . The same applies to 99 percent of all the black Americans as regards to Africa . So stop, already! ! !
With names like Shaniqua, Taliqua and Mohammed and all of that crap ……… And all of them are in jail.

Brown or black versus the Board of Education is no longer the white person’s problem.
We have got to take the neighborhood back.
People used to be ashamed. Today a woman has eight children with eight different ‚husbands‘ — or men or whatever you call them now.
We have millionaire football players who cannot read.
We have million-dollar basketball players who can’t write two paragraphs. We, as black folks have to do a better job.
Someone working at Wal-Mart with seven kids, you are hurting us.
We have to start holding each other to a higher standard..
We cannot blame the white people any longer.‘

~Dr.. William Henry ‚Bill‘ Cosby, Jr., Ed..D.

Souveränität: Was ist das? Was sind wir – souverän?

Sind Souveränität und Loyalität zwei Antipoden, zwei Seiten einer Medaille? Was meinen wir mit staatlicher Souveränität? Jetzt mehr als ein halbes Jahr vor den Wahlen zum Europaparlament wird die Frage nach der europäischen und individuellen Selbstbestimmung im Zeichen von Big-Data, an den Folgen der US Spionage Aktivitäten kontrovers diskutiert (Enzensberger, Sloterdijk, Schirrmacher, Hofsetter u. Guérot).  Der Begriff der Souveränität ist in aller Munde, die einen beschwören ihn als notwendig und die anderen halten ihn, im Angesicht von 7 Milliarden Menschen und der fortschreitenden Globalisierung, als ein Relikt aus alten Zeiten, der überholt ist. Die Katalanen fordern die Autonomie von der madrilenischen Zentralgewalt und bilden Menschenketten, um ihr Anliegen publik zu machen.

Souveränität umfasst in seinen Formenkreisen eine finanzielle, eine physische und eine psychische Dimension; wir kennen die staatliche und individuelle Autonomie bzw. Souveränität. Wir alle suchen Kontexte, um ein größtes Maß an Unabhängigkeit, Selbstbestimmung und Zuverlässigkeit zu erlangen, sei es als Teil einer definierten oder unbestimmten Gemeinschaft, als Staat, als Bürger, als Soldat und Zivilist, als Arbeiter und Angestellter, als Künstler und Individualist.

In diesem Sommer hat ein kleiner Mann, ein Bleichgesicht, ein Jüngling in viel zu großem Hemd, einen Stein ins Rollen gebracht, Ein Agent im Dienste seines Präsidenten enthüllt und macht bewusst, was wir wohl ahnen konnten, aber in ihrer Gewissheit nicht wissen wollten. Wir werden von der NSA der USA lückenlos ausgespäht. Was ihn antrieb sein Wissen der Welt mitzuteilen und in wessen Auftrag er das tat bleibt offen. Handelte er aus Idealismus oder folgt er einem perfiden Drehbuch? Die einen stilisieren ihn zum Helden der Freiheit und die anderen sehen die Abgründe seiner Illoyalität.

Unabhängig von der Frage der Motivation des Geheimnisverrates, offenbart die Ausspähung, ganz konkret den realexistierenden Grad unserer staatlichen und letztendlich auch individuellen Souveränität. Die Selbstbestimmung ist dahin. Fakt ist: Die staatlichen Instanzen der Bundesrepublik Deutschland sind nicht in der Lage oder gewillt die Privatsphäre ihrer Bürger zu garantieren, damit versagt unser Staatswesen auf einer ganz entscheidenden Ebene unserer Zusammenlebens. Erschreckt, wie vom Anblick der Medusa, blicken wir heute auf die Geheimdienste der USA und des Vereinigten Königreichs.  Doch lassen wir uns nicht täuschen, „my house is my castle“ ist auch für die anderen Dienste an der Moskwa, der Seine oder im Delta des Gelben Flusses keine unüberwindliche Wagenburg. Sie alle linsen allzu gerne durch Schlüssellöcher in unsere warmen Wohnstuben. Sie wollen nicht wissen was wir meinen, sondern was wir planen und am liebsten ist ihnen, wenn sie das wissen, noch bevor wir es selbst wissen. Nennen wir es die hohe Kunst der Spionage.

Nun wissen wir, dass unsere Regierung, unser Staat in Gänze nicht im Stande ist unsere Privatsphäre zu schützen. Wohl verfügt er über unsere biometrischen Daten, aber für das Maß an Sekurität zahlen wir einen hohen Preis. Das Bürgerrecht auf Privatsphäre ist perdu. Gut, noch verhungern nicht Massen zwischen Oder und Maas, zwischen Flensburg und München. Solange wir keinen Versorgungsmangel leiden, die Regale und Etalagen angefüllt sind, und jeder gesellschaftliche Kreis ungebremst in seinem Konsumtempeln konsumieren darf, scheint der Verlust an Privatsphäre nicht allzu schwer zu wiegen. Scheinbar widerstandslos akzeptieren die Massen die Aushöhlung des Rechtes auf Privatsphäre. In welchem Status der Empörung wir leben ist unklar. Und der Satz von Albert Camus gilt:
„Je me revolte, donc nous sommes“ (Ich protestiere, also sind wir bzw. ich empöre mich, also sind wir).

Und Fakt ist auch, bei aller Fatalität des Unabwendbaren, wenn wir kommunizieren, dann denken wir nach, wie, wo und mit wem wir was austauschen. Wir denken, ob wir mit Klarnamen kommunizieren oder unsere Identität verschleiern. Wir denken nach, wo wir uns mit wem treffen, mit welcher Technik wir oder gänzlich technikfrei Gespräche führen. Wir bauen neue Schattenräume, um uns unbeobachtet zu besprechen. Ohne die innere Autonomie, ohne Privatsphäre, ohne die Unverletzlichkeit des allerletzten Refugiums fehlt uns was ganz Essentielles, für unser Menschsein, quasi die Wäsche am Leib, das Schuhwerk am Fuß.

Es heißt, absolute Transparenz ersetzt die Privatsphäre. Glasnost wird zum alles bestimmenden Diktum unseres Zusammenlebens. Wir stehen also im gleißenden Licht, einem Licht das keine Schatten wirft. Big-Data weiß alles und wir wissen nichts. Wir verlieren die Kontrolle, denn was Big-Data weiß wissen wir nicht. Und können wir uns dagegen wehren? Ein Blick in die Rechtslage des Nachkriegsdeutschlands zeigt die Geheimdienste u.a. der USA und des Vereinigten Königreichs dürfen das.

[…] Warum die Regierung in Sachen NSA so still ist Neben dem Grundgesetz existiert offenbar noch ein Schattengrundgesetz: das Truppenstatut und seine Zusatzabkommen. Wer wissen will, warum Kanzleramtsminister Ronald Pofalla die Lösung des Überwachungs-Problems lieber dem US-Geheimdienst NSA überlässt, muss ein wenig Geschichte pauken: Nach dem Ende der Hitler-Diktatur und der bedingungslosen Kapitulation des Deutschen Reichs war Deutschland nicht mehr souverän. Zwar galt seit Mai 1949 das Grundgesetz, aber parallel dazu beschränkte ein alliiertes Vorbehaltsrecht eventuelle Eigenmächtigkeiten der Bundesrepublik Deutschland. Dieses alliierte Vorbehaltsrecht galt vom Inkrafttreten des Besatzungsstatuts 1949 bis zum Inkrafttreten des Zwei-Plus-Vier-Vertrags im März 1991. Mit dem Besatzungsstatut wurden die Militärregierungen in den drei Westzonen durch zivile Verwaltungen ersetzt. An ihrer Spitze stand jeweils ein Hoher Kommissar. Die Hohen Kommissare stellten die oberste Gewalt dar und übten die Kontrolle über die deutsche Bundesregierung und die Länderregierungen aus. Quelle: carta […]

Heute stehen keine von Tyrannen beauftragten Denunzianten in den Häuserfluren, heute sind wir dem Geist der Technik ausgeliefert, der Logik von Algorithmen, die Profile erstellen und Zeugnis ablegen über unsern Lebenswandel.

Die Privatsphäre ist zu einer Chimäre verkommen, ist ein Relikt aus romantischen Tagen des Vormärz und Denunzianten braucht es ja nun auch nicht mehr, sie wird Dank der technischen Möglichkeiten ad absurdum geführt. Technik und Strategie ist alles. Sie ist überflüssig im Zeichen von Glasnost. Wieso auch, denn „wer nichts zu verbergen hat, hat auch nichts zu befürchten.“ Die NSA ist heute die neue dörfliche Sozialkontrolle, der allwissende Pastor.

“ (..) wir in Deutschland sind seit dem 8. Mai 1945 zu keinem Zeitpunkt mehr souverän! (..)“

Mit diesem Satz hat der deutsche Schatzkanzler Ende November 2011 auf dem „European Banking Congress“ in der Alten Oper in Frankfurt am Main mit dem Mythos unsere staatliche Souveränität aufgeräumt (Video). Schon in diesem Vortrag entwirft er eine Perspektive, wie die staatliche Souveränität im europäischen Kontext, mit einer selbstbewussten europäischen Union gestärkt werden kann. Auf dem Weg dahin wird sich Europa noch so mancher Blöße bewusst werden müssen, so z.B. der, dass sich das Vereinigte Königreich entscheiden muss zwischen Europa oder seinen Allianzen mit seinen ehemaligen Überseegebieten. Und Égalité nicht Gleichmacherei sein kann; Freiheit nicht die von Unternehmen und Systemen – und Fraternité die Solidarität mit den Schwachen meint.

Die Offenbarung des kleinen Agenten können der Diskussion, um die Perspektiven europäischer Souveränität einen neuen Spinn geben und der Anstoß für das politische Establishment Europas sein, auf die Machtansprüche der USA mit einer koordinierten Parade – im Dienste der Freiheit ihrer Bürger, zu antworten.

Abschließend sei die Frage erlaubt: Wie lange wir Deutschen uns noch unser transatlantischen, politisches Denken vom Joch der beiden Weltkriege bestimmen lassen wollen? Denn wir sind nicht des Diktators Erben, wir sind die Erben der Überlebenden, der Humanisten, der Freiheitsliebenden, die aus den Trümmern des Militarismus und Faschismus neue Wohnstätten und Lebensräume in Europa schufen, weil sie den Traum von einer humaneren Welt träumten.

Woodrow Wilson (1856 – 1924) über die Demokratie

Woodrow Wilson (28.US Präsident)  nach der Unterzeichnung des Federal Reserve Act

 „Ich bin ein höchst unglücklicher Mann. Unwissentlich habe ich mein Land ruiniert. Eine große Industrienation wird kontrolliert von ihrem Kreditsystem. Dieses System ist hochkonzentriert. Das Wachstum der Nation und alle unsere Aktivitäten befinden sich in den Händen einiger weniger Menschen. Wir haben uns zu einer der am schlechtesten geführten, am meisten überwachten und beherrschten Regierungen der zivilisierten Welt entwickelt. Unsere Regierung ist nicht länger eine der freien Meinung und Willensbildung, nicht länger eine Regierung der Überzeugungen sowie der Stimmen der Mehrheit. Sie steht unter der Meinung und Herrschaft einer kleinen Gruppe.“ 

Sind wir Zeitzeugen der Renaissance eines modernen Faschismus?

„Die NSA tritt die Flucht nach vorn an. Nach neuen Snowden-Enthüllungen über Ausspähaktionen gegen US-Bürger geht sie an die Öffentlichkeit und betont, in der Behörde ginge alles nach Recht und Gesetz zu. Bei der tausendfachen Datensammlung über US-Bürger handele es sich um seltene Versehen.“ (Spiegel)

„Was löst dieses Zitat in dir aus?“, fragte ich mich selbst. Brauchen wir Geheimdienste?
Die Deutsche Kanzlerin sagt Ja und sie ist damit nicht allein. Eigentlich bejahen alle im Politbetrieb Aktiven ausnahmslos diese Frage. Ist denn die Antwort so klar?

Wer im Krieg ist und sich verteidigt muss, will wissen was sein Gegner tut. Er sucht sich Späher aus, in den eigenen und aus den gegnerischen Reihen, damit er keine böse Überraschung erlebt. Diktatoren brauchen Spione und halten sich perfide Geheimdienste. Und immer schon trugen die Dienste das Wort Sicherheit auf ihren Fahnen.

Der Korse Napoleon Bonaparte hielt sich einen berüchtigten Dienst, der mit dem Namen seines Polizeiministers Joseph Fouché verbunden ist. Der Tyrann und Bürgerkaiser Napoleon wollte immer genau wissen, was seine Kontrahenten im Inneren und im Äußeren im Schilde führen. Napoleon war kein Menschenfreund, wohl feiert ihn die französische Nation, als nationale Ikone, aber nach heutigen Maßstäben, ist der Mann ein Kriegsverbrecher. Sein Russlandfeldzug jährt sich in diesem Jahr zum Zweihundertst Mal.

Den Tyrannenmord kennen wir aus der Antike und Schiller verdichtet ihn und Brecht meinte, gegen die Tyrannen, wie sie das 20.Jahrhundert hervorgebracht hat, gibt es das Recht und auch die Pflicht zum Widerstand. Aber wer ist ein aufrechter Freiheitskämpfer, wer ein Terrorist und  wer ein fieser Tyrann und wer nicht, das ist scheinbar immer auch Ansichtssache, je nach politischer Prägung. Die Regierenden mussten immer schon Anschläge auf Leib und Leben fürchten. Die Gefahr einem Attentat zum Opfer zu fallen hängt wie ein Damoklesschwert über den Regierenden und sie schufen speziell ausgebildete Einheiten und tätige Institutionen. Die Gefahr kannte Napoleon und alle die nach ihm kamen. Die Liste der Regierenden, die getötet oder verletzt wurden ist lang und jedes Attentat mit tödlichem Ausgang hat die Weltgeschichte nachhaltig beeinflusst.

Bezeichnend ist, dass alle Tyrannen des 20. Jahrhunderts von Franco bis Stalin ein perfides und aufwendiges System von Spionen aufbaute, berüchtigt und gefürchtet. In erster Instanz, um die Feinde im Inneren zu bekämpfen, den politischen Widersacher aus den eigenen Reihen. Gestritten wird, wer von den Tyrannen der grausamste war.

Auch die USA leisten sich einen gefürchteten und mächtigen Geheimdienste der seine Wurzel in den 1920 Jahren hat und ganz eng mit dem Namen Edgar Hoover verbunden ist. Fouché und Hoover sind Vertreter einer politischen Polizei, die den Staatsfeind im Inneren bekämpft und früh für ihre Unnachgiebigkeit gefürchtet waren. Während Fouché gerade einmal eine Dekade die französische Innenpolitik bestimmte, prägte Hoover 52 Jahre die amerikanische Sicherheitspolitik im Inneren.

Geheimdienste sind die politische Polizei der Mächtigen. Diktatoren brauchen diese politische Polizei um ihre Gegner, Neider und Konkurrenten zu kontrollieren. Wer im Krieg ist braucht Spione, um sich strategische Vorteile zu erarbeiten. Das leuchtet ein. Doch eine demokratische Zivilgesellschaft im Frieden, die auf den Säulen der absoluten Gewaltenteilung ruht, braucht keine politische Polizei und auch keine Dienste die jeglicher Transparenz entbunden agieren. Ein durch und durch demokratischer Staat realisiert mit und durch die Loyalität seiner Bürger den effektivsten Staatsschutz und nicht durch eine politische Polizei im Inneren. Heißt heute die politische Polizei Staatssicherheitsdienst oder Verfassungsschutz? Hinter Abkürzungen verbergen sich riesige Behörden, die Hunderttausend Menschen beschäftigen. Vielleicht mag es auch sinnvoll sein einen Nachrichtendienst zu haben, der sich auf das genaueste in der Welt auskennt, aber er sollte in einem demokratischen Bürgerstaat kein Staat im Staate sein und von Bürgern, ohne wenn und aber vorbehaltlos kontrolliert werden.

Jeder freie demokratische Staat braucht eine Polizei, die das Gewaltmonopol in der Zivilgesellschaft ausübt, aber keine politische. Jeder freie demokratische Staat will seine Verfassung schützen und braucht dazu auch Instanzen, aber keine die im Dunkeln agieren und ihre eigenen Bürger anlasslos kontrolliert. Keine demokratisch gewählte Regierung spioniert ihre Opposition aus. Der politischen Gegner wird mit politischen Argumenten bekämpft, aber nicht mit Mittel der Spionage. Keine gewählte demokratische Regierung betreibt Wirtschaftsspionage. Man stelle sich vor die CDU und SPD würden sich gegenseitig bespitzeln – Wanzen im Willy-Brandt oder Konrad-Andenauer-Haus?

Doch der Feind im eigenen Bett, ist immer ein Mensch, eine Person, die von einem ganz bestimmten Menschenbild geprägt ist, so wie es über Fouché und Hoover bekannt ist. Und auch die Spionagechefs der modernen Geheimdienste von heute sind Menschen, wie Micha Wolf, mit einer bestimmten Persönlichkeitsstruktur, die sie antreibt, die ihre Berufung prägt. Mich interessieren diese Persönlichkeiten jenseits der Carre’schen Spionage Thriller und mich würde es beruhigen, wir wüssten mehr über ihre charakterlichen Eigenschaften. Was sind das für Menschen, die dem CIA, dem NSA, dem  Mossat oder dem FSB dienen.
Treibt reiner Patriotismus 
einen General Keith Alexander, Michael Hayden oder einen Wladimir Putin an?

„Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser“, heißt es einerseits. Oder, „wer nichts zu verbergen hat, hat auch nichts zu befürchten.“ Andererseits lehrt uns die moderne Psychologie und Hirnforschung, dass die Kultur des Vertrauens wiederum Vertrauen generiert. Was bedingt was und wie? Was ist wenn die self-fulfilling prophecy den Staatsfeind Nr. 1 generiert?

Die Grunderkenntnisse der Psychologie bestimmen nicht den Ton an den Tischen in den Security Councils der USA und Russischen Föderation. Hier wird das Denken nach wie vor von den Bilder des „kalten Kriegs“ beherrscht. Dies offenbart die Diskussionen um die Enthüllungen des Whistelblowers Edward Snowden.

Die offiziellen Erklärungen der NSA und der politisch Verantwortlichen hier zu Lande dazu; wie auch die Eingangs zitierte Ausrede, über einen vermeintlichen technischen Fehler, sind in einer demokratischen Zivilgesellschaft schwer verdaulich.

Der Philosoph Peter Sloterdijk hinterfragt, ob nicht in den USA eine „Sekuritätsjunta“ an der Macht ist. Er spricht von Sekuritätssüchtigen, die jeden und alles kontrollieren wollen und „die den Feind ums Hundertfache vergrößern“ und alle Abwehrkräfte auf die Bartträger konzentriert. Markus Enzensberger fomuliert es noch drastischer und spricht davon, dass wir in „post-demokratischen Zuständen leben“, eine Privatsphäre gibt es nicht mehr. So wird á la longue ein antidemokratisches Klima geschaffen, das den Nährboden für einen modernen Faschismus bereitet. Weder die USA noch die Russische Föderation sind sprudelnde Quellen für mehr Demokratie und Freiheit.

USA vs. EU / Wa…

USA vs. EU / Washington vs. Brüssel

„Washington ist in den USA so etwas wie Brüssel für die EU; denn Amerika ist kein Bundesstaat wie die Bundesrepublik, sondern weist zum großen Teil Züge eines Staatenbundes auf. Der Name „Vereinigte Staaten“ ist nämlich durchaus kein Versehen, sondern Programm. In Amerika wird nun seit über 200 Jahren unablässig darüber diskutiert wird, wie groß der Einfluss Washingtons nach Innen sein soll; während aber Brüssel in 2 Dekaden ohne viel Diskussion sich eine Machtfülle angeeignet hat, die Washington nie erreichen wird: Die USA sind nunmal von Grund auf horizontal und basisdemokratisch organisiert. Der Präsident im Weißen Haus ist der mächtigste Mann der Welt – und die weltweit ohnmächtigste Exekutive im eigenen Land; und die US-Verfassung soll den Bürger vor dem Staat schützen und nicht etwa andersherum, wie in Deutschland.“ ~ Sönke Peters

„Der einfache T…

Apropos Offshore-Leak: Eine bigotte Diskussion, die von Steuermoralisten betrieben wird, deren Parteigängern gestern diese Steuerparadiese als Erfolgsmodelle priesen und jetzt die Chancen nutzen, um den Bürger im allgemeinen und speziellen mit weiteren Regeln zu gängeln. Seit über 30 Jahren sind diese Praktiken bekannt und an diesem Thema ist nichts wirklich neu. Sie werden nicht die multinationalen Unternehmen zu packen bekommen, sie werden deren Tun mit wohlwollendem Achselzucken hinnehmen und am Samstagvormittag wieder mit der Familie bei Ikea der Tochter’s Studierzimmer einrichten und danach bei Starbucks den Cappuccino einnehmen.

„Der einfache Trick, dass man an die hundertprozentig eigene Tochter in Ländern mit hohen Steuern zu einem absurd hohen Preis verkauft und in Ländern mit niedrigen Steuern zu einem Spottpreis verkauft, bringt wahre Wunder an Gewinnmaximierung zustande – und Gewinnmaximierung ist schließlich Hauptziel und entscheidender Erfolgsmaßstab der Unternehmensplanung.“ [und weiter heißt es..]
„Die Manager der Erde glauben, sie machten den Planeten, indem sie ihn als integriertes System lenkten, ,kleiner und homogener’. Sie verwandelten die Welt in ein globales Einkaufszentrum – mit Folgen für das Selbstverständnis: Die Führungskräfte und Angestellten der globalen Konzerne „haben zu ihren Unternehmen und Berufszweigen ein Loyalität entwickelt, die ihnen weit wichtiger ist als die Loyalität zum eigenen Land.“

„Der revolutionäre Aspekt des multinationalen Unternehmens sei tatsächlich nicht seine Größe, sondern seine globale Vision von der Überwindung des Nationalstaates.“

~ „Die Krisenmacher. Die Multinationalen und die Verwandlung des Kapitalismus“. Richard J. Barnet und Ronald E. Müller, USA 1974.

„Ich habe lange davon geträumt, eine Insel zu kaufen, die keinem Staat gehört und auf dem wirklich neutralen Boden einer solchen Insel, wo ich keinem Staat und keiner Gesellschaft verpflichtet bin, die Weltzentrale von Dow zu gründen.“ ~ Chef von Dow Chemical 1974

Frank Schirrmacher bei 3 nach 9 zur aktuellen Finanzkrise